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"Verkürzung" des Eheverständnisses befürchtet

Deutsche Bischofskonferenz gegen Gleichstellung der Homo-Ehe

  • 25. Februar 2013 51 2 Min.

Pretty in Pink: Limburgs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. (Bild: Christliches Medienmagazin pro / flickr / by 2.0)

Franz-Peter Tebartz-van Elst, der für die Themen Ehe und Familie zuständige Bischof, stärkt den Konservativen in der Union den Rücken.

Die deutschen katholischen Bischöfe mischen sich wieder in die Politik ein: Am Montag veröffentlichte die Bischofskonferenz ein Statement des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst gegen die weitere Gleichstellung von Lebenspartnerschaften.

Man müsse "das Rechtsinstitut der Ehe stärken", forderte der 53-Jährige. Zur aktuellen Gleichstellungsdiskussion bei Christdemokraten und Christsozialen sagte der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz: "In der Union selbst sind Stimmen laut geworden, die vor einem übereilten Vorgehen warnen. Wir schließen uns diesen Bedenken an."

Vater, Mutter, Kind

Tebartz-van Elst mahnte, die Ehe sei "Keimzelle der Gesellschaft". Eine Öffnung der Ehe lehne man daher ab. Nach über zehn Jahren Lebenspartnerschaft seien zudem "die grundsätzliche Fragen immer stärker zum Vorschein [gekommen], worin sich Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft wesensgemäß unterscheiden".

Zur "Grundstruktur des verfassungsrechtlichen Eheverständnisses" gehöre die Verschiedengeschlechtlichkeit. Das beziehe sich durch eine "wesenhafte Verknüpfung" auch auf den Begriff Familie. Durch die Lebenspartnerschaft werde das bisherige Eheverständnis um eine wesentliche Dimension "verkürzt".

Dabei sei ein Aufwachsen mit Mutter und Vater "für die Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung des Kindes von großer Bedeutung". Die Annahme eines Kindes durch ein Ehepaar biete "grundsätzlich die besten Voraussetzungen für die Entwicklung eines Kindes". Daher sei man gegen ein Adoptionsrecht für Lebenspartnerschaften und auch gegen das Ehegattensplitting. Denn das existiere, "weil der Staat berechtigt hofft, dass Ehen regelmäßig zu Familien führen".

Umstrittener Bischof

Tebartz-van Elst hatte bereits 2011 davor gewarnt, die Ehe zwischen Mann und Frau zu "relativieren". Es entspreche der Schöpfungswirklichkeit, dass Kinder Vater und Mutter bräuchten. "Wenn diese natürliche Verbindung nicht mehr erlebt, garantiert und akzeptiert wird, hat dies gravierende Auswirkungen auf die seelische Entwicklung eines Menschen."

Der Limburger Bischof hatte 2008 für einen Skandal gesorgt, als er einen Dekan feuerte, der ein schwules Paar gesegnet hatte (queer.de berichtete). Jeder Gläubige sei gefordert, "gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften Einspruch zu erheben", so Tebartz-van Elst damals.

Im letzten Jahr wurde bekannt, dass der Bischof in der First Class zu einem Slum in Indien geflogen war. In diesem Zusammenhang versuchte er, von der Redaktion des Spiegels eine Unterlassungserklärung zu erreichen – offenbar mit einer falschen Eidesstattlichen Versicherung (Bericht des Magazins). (nb)

-w-

#1 LorenEhemaliges Profil
  • 25.02.2013, 20:18h
  • Herr Tebartz-van Elst sollte sich vom Präsident des BVerfG mal über das Grundgesetz aufklären lassen.
    Das wäre zwar schmerzhaft, da er dann seine eigene Institution kritisch auf ihre Verfassungstreue hinterfragen müsste, würde aber die Öffentlichkeit vor weiterer homosexuellenfeindlicher Hetze dieser Hassprediger bewahren, sofern Dreistigkeit und Bigotterie nicht doch zum Geschäftsmodell dieser Einrichtung gehören.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 25.02.2013, 20:19h
  • Hm.

    Heterrornormativer Gender-Trubel in Pink?

    Solche Schützenhilfe kann im Land von Luther und Marx mittlerweile 'friendly fire' sein.
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