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Einzelkommentar zu:
Vorhang zu und alle Fragen offen


#67 Offene AntwortAnonym
  • 28.02.2013, 16:27h
  • Neben den wichtigen Themen Homo-Ehe und Adoptionsrecht gibt es noch ganz andere Sache die einem in den letzten Jahren ins Auge fallen.

    Wo bleibt die Debatte über Vielfalt?

    Das es in allen Bereichen immer mehr um Erfolg und Quote auf Kosten der Vielfalt geht mache ich mal an einem kleinen Beispiel fest, der Deutschen liebster Fersehsendung:

    Ein Hetero- Kollege mit dem ich Tatort schaue meinte letzten Sonntag zu mir: " Wie, schon wieder eine minderjährige Hure?"
    Selbst ihm als Hetero ist es von selber aufgefallen wie sehr sich die einzelnen Tatorte und Thematiken immer mehr ähneln, besonders Tatorte aus Norddeutschland.

    Wir haben darauf hin mal gezählt:

    Homosexualität wird im Tatort relativ selten thematisiert und man könnte meinen das liegt daran dass es ein Minderheiten- Thema ist.

    Wenn man sich aber anschaut wie häufig das Randthema "minderjährige, weibliche Prostituirte" genommen wird, ist es Witz im Vergleich dazu wie selten der Tatort andere Minderheiten- Themen bringt.

    Die Doppelfolge letztes Frühjahr "Kinderland usw", die Doppelfolge im Winter "Wegwerfmädchen usw", die Folge letzte Woche "Puppenspieler", dazu einige andere Tatorte letztes Jahr die das Thema als Nebenandlung einbringen:

    Alle haben sie ein Thema: Weibliche, minderjährige Prostituierte.
    ( btw, wissen die Tatort-Produzenten eigentlich das es auch männliche Stricher gibt, aber dies nur nebenbei angemerkt)

    Und was lese ich heute in der Zeitung? Der nächste Tatort mit Till Schweiger behandelt das Thema: weibliche, minderjährige Prostituierte...lach.

    Das Thema ist das absolute Hauptthema des Tatorts seit einem Jahr, nie zuvor hat sich der Tatort auf ein einziges Thema so stark fixiert und reduziert.

    Wo bleibt die Vielfalt?
    ARD und ZDF die als "Staatssender" angeblich umfassend berichten wollen, gehen generell immer mehr dazu über ein rein quotenbasiertes, auf "Schockthemen" reduziertes Programm abzuliefern, was dazu führt das nicht nur Qualitätsfersehen, sondern bald auch Qualitätsjournalismus auch im öffentlich- rechtlichen Bereich zur Seltenheit wird.
    Spätestens dann kann von objektiver und vielfältiger Berichterstattung keine Rede mehr sein.
    Das wird auch und vor allem auf Kosten nicht- quotenbringender Minderheitenthemen gehen. Denn was die Homosexualität betrifft bringen anscheinend "nur" die Debatten über Homo- Ehe und Adoption die Quote.
    Ansonsten werden wir und manch andere nicht angemessen sichtbar gezeigt, der Schein trügt.
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