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Verteidigungsminister in "Bild am Sonntag"

Homosexualität in Bundeswehr "kein Problem"

  • 03. März 2013 34 2 Min.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière auf Antrittsbesuch bei der Luftwaffe (Bild: Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen.Deutschland. / flickr / by-nd 2.0)

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) glaubt nicht, dass schwule und lesbische Soldaten diskriminiert würden.

Die Bundeswehr ist laut Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière eine homofreundliche Armee: "Wenn jemand seinen gleichgeschlechtlichen Partner beispielsweise zur Weihnachtsfeier mitbringen will, dann soll sie oder er das tun", sagte der CDU-Politiker in einem Interview mit der "Bild am Sonntag". Ihm persönlich seien keine Fälle von Diskriminierung schwul-lesbischer Soldaten bekannt.

"Es gibt in der Bundeswehr keine Regeln zur Gleichberechtigung, weil alle gleiche Rechte und Pflichten haben", sagte de Maizière dem Boulevardblatt. "Ich habe zu diesem Thema keine besonderen Klagen gehört. Wenn es sie gäbe, dann würde ich ihnen nachgehen." Wie viele homosexuelle Soldaten in der Bundeswehr dienten, könne er nicht beantworten, so der Minister. "Denn das hat mich als Dienstherr schlichtweg nicht zu interessieren."

De Maiziére "bedauert" Gleichstellungs-Urteil aus Karlsruhe


In Sachen Gleichstellung spricht sich de Maizière für eine "Denkpause" aus (Bild: Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen.Deutschland. / flickr / by-nd 2.0)

Im unionsinternen Streit um die Homo-Ehe positionierte sich der Verteidigungsminister eher auf die Seite der Gleichstellungsgegner. "Ich habe das Urteil des Bundes­verfassungs­gerichts zu einem Spezialfall der Adoption gründlich gelesen und die darin enthaltene Botschaft verstanden. Ich bedauere dieses Urteil", sagte de Maizière der "Bild am Sonntag".

Wie Angela Merkel sprach sich der Minister gegen voreilige Beschlüsse aus: "Die Bundeskanzlerin hat vor unserer Fraktion gesagt, wir bräuchten eine kurze, aber gründliche Denkpause, um daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Das halte ich für richtig."

Wegen einer scharfen Soldatenschelte steht der Verteidigungsminister derzeit in der Kritik. Ende Februar hatte de Maizière über Bundeswehrangehörige gesagt: "Sie haben den verständlichen, aber oft übertriebenen Wunsch nach Wertschätzung. Sie sind vielleicht geradezu süchtig danach." Der CDU-Politiker hatte die Soldaten aufgefordert, nicht "dauernd nach Anerkennung zu gieren. Die Wertschätzung anderer bekommt man nicht dadurch, dass man danach fragt, sondern dass man gute Arbeit leistet."

-w-

#1 GerhardAnonym
  • 03.03.2013, 11:36h
  • Naiv bis unprofessionell. Jedes Miljö diskriminiert doch Homosex. und auch Frauen. Gerade in als maskulin geltende Miljös wie Polizei und Militär wird immer noch einer homofreien Welt hinterherphantasiert. Auch wenn die Realität wie immer ganz anders aussieht:
    Gefummel en masse :D
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#2 GayreporterAnonym
  • 03.03.2013, 11:51h
  • Denkpause? Nach Jahren der Debatte? Nein! Nur weil es die Union nicht auf die Kette bringt. Die Opposition sollte vor der Wahl die Gleichstellung noch mal ins Parlament bringen und die FDP dem zustimmen, mit was will die Union dann drohen? Neuwahlen? Sie bekommt eh einen homofreundlichen Koalitionspartner, der dann hoffentlich in den Koalitionsverhandlungen die Daumenschrauben anzieht...
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#3 Thorsten1
  • 03.03.2013, 11:58hBerlin
  • Dieser Verteidigungsminister ist in jeder Hinsicht eine Enttäuschung!
    Während die Verteidigungsminister anderer Länder sich vor ihre Soldaten stellen, müssen sich die deutschen Soldaten, die im Einsatz im Ausland ihr Leben riskieren, von ihrem eigenen Verteidigungsminister beschimpfen lassen (Soldatenschelte). Ich empfinde nur noch Abscheu, wenn ich das sehe!
    Die jetzige Stellungsnahme zur Homosexualität in der Bundeswehr ist ok, denn es ist besser, in einer solchen Männergesellschaft, in der es naturgemäß eben auch viele heterosexuelle Dumpfbacken gibt, die Gleichbehandlung stillschweigend zu handhaben als wenn man Schwule, Lesben, Transsexuelle, Intersexuelle queers, Pansexuelle und andere aus dem Lexikon der Erotik für Aufklärungszwecke auf die Truppe loslässt.
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