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Adoptionsrecht für Homo-Paare
Kauders mieser "Kompromissvorschlag"
- 03. März 2013 1 Min.

Von Volker Kauder, dem CDU/CSU-Fraktionschef im Deutschen Bundestag, ist in Sachen Gleichstellung nicht viel zu erwarten. Erst Ende Februar hatte der 63 Jahre alte evangelikale Christ dies noch einmal mit markigen Worten klargestellt: "Ich bin Konservativer. Homoehe lehne ich radikal als Fehlentwicklung ab" (queer.de berichtete).
Nun überraschte Kauder am Wochenende mit einem "Kompromissvorschlag" zum Adoptionsrecht. "Man könnte an folgende Lösung denken: Die Eltern, die ihr Kind zur Adoption frei geben, hätten die Möglichkeit zu sagen, in welche Familiensituation sie ihr Kind abgeben wollen", sagte Kauder dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Wenn die Eltern bestimmten, dass ihr Kind auch bei einem homosexuellen Paar aufwachsen dürfe (oder eben nicht), sei dies "verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden".
Das Recht auf Diskriminierung, das der CDU-Politiker den Eltern mit seinem vermeintlichen "Mittelweg" zugestehen will, dürfte einer Überprüfung in Karlsruhe kaum standhalten. Vor allem aber ist Kauders Vorschlag unanständig und fern jeder Diskussionswürdigkeit.
Die Ungeheuerlichkeit seiner Worte wird deutlich, wenn man "homosexuelles Paar" nur mal durch eine andere Minderheit ersetzt: Sollen Eltern künftig auch entscheiden können, ob ihr zur Adoption freigegebenes Kind in einer jüdischen Familie oder mit türkischstämmigen Heteros aufwachsen darf? (mize)
Foto oben: Laurence Chaperon















Hätten sie diese Kompetenz, könnten sie ihr Kind auch selbst erziehen.