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Kritik von Homo-Aktivisten
Queen unterzeichnet Commonwealth-Charta gegen Diskriminierung
- 11. März 2013 2 Min.

Die britische Königin hat viele schwule Diener und ist Staatsoberhaupt für unzählige Schwule, Lesben und Transgender auf der ganzen Welt. Erwähnt hat sie sie bislang allerdings nie (Bild: NASA)
Die britische Monarchin Elizabeth II. wird am Montag ein unverbindliches Dokument unterzeichnen, das zumindest in der Theorie auch LGBT-Rechte umfasst.
"Queen kämpft für Homo-Rechte: Die Monarchin setzt ein historisches Zeichen gegen Diskriminierung" – so titelte die "Daily Mail" am Wochenende und zahlreiche Medien im In- und Ausland griffen die Berichterstattung auf.
Selbst die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti sprach davon, die Commonwealth-Staaten hätten "betont, von harten Gesetzen gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen abzusehen". Doch weder die Charta noch die Queen erwähnen LGBT direkt.
Die Diskriminierung der Anderen

Voreilige Medienberichte vom Wochenende ließen die Königin als Aktivistin erscheinen
So heißt es in der Charta unter dem Punkt "Menschenrechte" lediglich: "Wir lehnen unnachgiebig alle Formen der Diskriminierung ab, egal, ob sie auf Geschlecht, Rasse, Hautfarbe, Glaube, politischer Überzeugung oder anderen Gründen basieren." An anderen Stellen werden allgemein "Toleranz, Respekt und Verständnis" eingefordert und die Wichtigkeit der Menschenwürde betont.
Medienberichten zufolge hatten sich viele Staaten geweigert, Homo- und Transsexuelle explizit zu erwähnen. Sie sind nun unter "andere Gründe" zusammengefasst. Auch die Queen erwähnte in ihrer Rede zum Commonwealth Day LGBT nicht wörtlich: "Unsere gemeinsamen Werte von Frieden, Demokratie, Entwicklung, Gerechtigkeit und Menschenrechte, wie sie in unserer neuen Charta zu finden sind, bedeuten, dass wir einen besonderen Wert darauf legen, jeden in diesem Ziel einzuschließen, besonders die, die schutzbedürftig sind."
Über 40 Commonwealth-Staaten kriminalisieren Homosexualität

Der Aktivist Peter Tatchell wünscht sich seit Jahren ein Machtwort der Königin
Elizabeth II. wird das Dokument voraussichtlich am Abend unterzeichnen und dazu eine weitere Rede halten – eine Messe zum Commonwealth Day am Nachmittag sagte sie allerdings aus Gesundheitsgründen ab.
Der britische LGBT-Aktivist Peter Tatchell kritisierte in einer Pressemitteilung, die Queen habe noch nie Worte wie "schwul" oder "lesbisch" in den Mund genommen. Auch unterstütze sie Hunderte Wohltätigkeits-Organisationen- und -Veranstaltungen, aber keine einzige aus dem LGBT-Bereich. Sie jetzt zur Aktivistin zu erklären, führe in die falsche Richtung. Tatchell lobte zwar, dass sich das Sekretariat des Commonwealth inzwischen zaghaft gegen Homophobie engagiere, kritisierte aber, dass es in der Praxis machtlos gegen homophobe Regierungen und Gesetze sei.
In mehr als 40 der 54 Commonwealth-Länder wird Homosexualität noch kriminalisiert, zumeist aufgrund einer Gesetzgebung aus der britischen Kolonialzeit. In sechs Ländern können homosexuelle Handlungen mit lebenslanger Haft belegt werden, in Uganda und Nigeria gibt es zudem Initiativen, bestehende Paragrafen zu verschärfen. (nb)









