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Landesregierung schläft, Community handelt
Sachsen-Anhalt: Entwurf für Aktionsplan gegen Homophobie
- 13. März 2013 2 Min.

Keine Sorge, liebe Landesregierung: Das Wappen von Sachsen-Anhalt darf die alten Farben behalten!
Der Lesben- und Schwulenpolitische Runde Tisch hat einen umfangreichen Maßnahmenkatalog für Akzeptanz und gegen Homo- und Transphobie erarbeitet.
In den 1990er Jahren war Sachsen-Anhalt bundesweit noch ein Vorreiter bei Aktivitäten zur Gleichstellung von Lesben und Schwulen und zum Abbau von Homophobie und Diskriminierungen. Doch nach dem Wahlsieg von CDU und FDP im Jahr 2002 stellte eine entsprechende interministerielle Arbeitsgruppe ihre Arbeit ein. Der von der SPD-Vorgängerregierung beschlossene Handlungskatalog wurde nur teilweise umgesetzt. Auch die Große Koalition änderte seit 2006 daran nichts.
Das rief nun den Lesben- und Schwulenpolitischen Runden Tisch Sachsen-Anhalt auf den Plan, der einen 13 Seiten umfassenden "Gesamtgesellschaftlichen Aktionsplan für Akzeptanz von Lesben und Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Intersexuellen (LSBTI) und gegen Homo-und Transphobie" erarbeitet hat. Nach einjähriger Diskussion in den Gruppen, Vereinen und Verbänden erhebt das Papier den Anspruch, das im Mai 2012 von der Landesregierung vorgestellte "Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt" themenspezifisch zu ergänzen.
Runder Tisch spielt Landesregierung den Ball zu
"Eine abgestimmte, nachhaltige Strategie mit festgelegten Handlungsschritten gegen Homo- und Transphobie sowie für die Gleichbehandlung von Lesben und Schwulen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen gibt es seit über zehn Jahren in Sachsen-Anhalt nicht mehr", kritisierte LSVD-Landessprecher Martin Pfarr. "Da sich die Politik in Sachsen-Anhalt bislang dazu nicht in der Pflicht sah, hat der Lesben- und Schwulenpolitische Runde Tisch Sachsen-Anhalt die Initiative übernommen". Pfarr forderte die schwarz-rote Landesregierung von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf, "den Ball jetzt aufzugreifen, der ihr vom Runden Tisch zugespielt wird".
Auf einer gemeinsam mit der Landeszentrale für Politische Bildung veranstalteten Fachkonferenz in Magdeburg soll der Aktionsplan am Freitag, den 15. März erstmals öffentlich vorgestellt und diskutiert werden. Gleichzeitig erhofft sich der Runde Tisch konkrete Schritte zur Umsetzung. Kooperationspartner sind Heinrich-Böll- und Rosa-Luxemburg-Stiftung, Gastgeber ist das Ministerium für Arbeit und Soziales in der Turmschanzenstraße 25. Eine Anmeldung zur Konferenz, die von 14 bis 18 Uhr geplant ist, kann auch noch direkt vor Tagungsbeginn erfolgen.
Der Runde Tisch ist ein seit fast 20 Jahren bestehendes Netzwerk aus Vereinen, Einrichtungen und Gruppen, die im Bereich "Sexuelle Identität, Homophobie und Diskriminierung" tätig sind. Ihm gehören zum Beispiel die Aids-Hilfen, das BBZ "lebensart", die Frauenzentren Halle und Magdeburg, der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt sowie Vertreter von Parteien und deren Untergliederungen an. (cw)
Links zum Thema:
» Entwurf für den Aktionsplan als PDF















Gut, von der CDU erwartet man nichts anderes. Aber wie die FDP es immer noch schafft, sich ein homofreundliches Image zu geben, ist ein Paradebeispiel für perfekte Massenmanipulation.