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- 26. Oktober 2004 4 Min.
10 Gründe, den nächsten Urlaub in Thailand zu verbringen
Von Micha Schulze
1. Das Essen. Keine Angst, in Thailand landet nicht nur frittierte Qualle und gerösteter Grashüpfer auf dem Teller. Probier mal Bananenblüten-Salat oder gedämpften Fisch mit Chili und Limone - und Du wirst süchtig nach dem originalen Thai-Food! Chilis sind der wichtigste Bestandteil der Droge - wer's weniger scharf mag, sollte sich die Vokabel "mai ped" merken.
2. Die Strände. Der Film "The Beach" mit Leonardo Di Caprio hat nicht übertrieben: Im Süden Thailands gibt es wundervolle Sandstrände, von denen selbst die "überlaufenen" wenig gemein haben mit dem Menschentrubel an der Adria oder auf Sylt. Ob auf Ko Chang, Ko Lanta oder Ko Samed - noch immer findet man gerade auf den Inseln malerische Stände, an denen man seine absolute Ruhe unter Kokospalmen genießen kann.
3. Die Männer. "Ich steh nicht auf Asiaten", sagen manche Thailand-Urlauber am ersten Tag. Am zweiten haben sie dann doch einen im Arm... Thailändische Männer sind so vielfältig wie deutsche auch. Nur eine Minderheit erfüllt das Klischee des besonders tuckigen und abgemagerten Thai-Boys. Im ehemaligen Siam findet jeder, was er sucht. Und einem bisschen "Sanuk" (Spaß) stehen die meisten Thais nicht ablehnend gegenüber.
4. Die Preise. Ein Busticket kostet zehn Cent, ein Festmahl gibt's für einen Euro - da kann man sich auch noch eine Stunde Massage für zwei und einen Inlandsflug für zehn Euro leisten... Thailand ist ein überaus preiswertes Urlaubsland, wenn man sich abseits der Touri-Pfade bewegt. Doch auch Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels kosten nur einen Bruchteil dessen, was man in Deutschland dafür hinblättern muss.
5. Die Szene. In keinem anderen asiatischen Land gibt es eine so selbstbewusste und große Szene wie im buddhistischen Thailand. Es gibt schwule Vereine, etliche schwule Künstler, einen offen schwulen Politiker und ein aufregendes Nachtleben. Neben den bekannten Bars für die Touristen hat Bangkok zahlreiche Läden, in die Ausländer nur in thailändischer Begleitung hineinkommen. Letztere zu finden, ist allerdings an den erst genannten Orten nicht schwer...
6. Das Lächeln. Die Thais nennen ihr Land gerne "Siam Yim", das Land des Lächelns, nicht ohne Grund. Gelächelt wird in Thailand zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit - und genau das tut so gut, wenn man sonst nur muffelige Deutsche um sich herum hat. Erst fortgeschrittene Urlauber merken, dass es in Thailand ein gutes Dutzend unterschiedliche Arten des Lächelns gibt. Ansteckend ist es trotzdem.
7. Die Hauptstadt. Die im letzten Jahr eröffnete erste U-Bahn-Linie hat am ständigen Verkehrschaos in Bangkok nichts geändert. Die thailändische Hauptstadt mit ihren zehn bis zwölf Millionen Einwohnern ist chaotischer, dreckiger, hektischer und hässlicher als alles, was man sich vorstellen kann. Kurzum: eine städteplanerische Katastrophe - und deshalb überaus faszinierend. Am Siam Square, unter den Stelzen von Skytrain und Expressway, fühlt man sich wie in Metropolis!
8. Der Service. Man fühlt sich wohl, wenn sich der andere wohl fühlt - das ist thailändische Kultur, die in der Gastronomie auf die Spitze getrieben wird. Die Kellner in Bangkoks Balcony-Bar beispielsweise bringen nicht einfach nur Getränke an den Tisch, sie betreuen jeden Gast persönlich, unterhalten ihn mit einem Witz oder verkuppeln ihn mit dem Nachbarn. Wer nach einem Thailand-Trip mal wieder in eine deutsche Szenebar einkehrt, merkt sehnsuchtsvoll den Unterschied...
9. Die Sauna. "Dai puchai gie khon?" (Wie viele Männer hattest Du?), ist eine beliebte Frage am Ausgang. Doch nicht (nur) wegen der sexuellen Möglichkeiten ist die riesige Babylon-Sauna in Bangkok der schönste schwule Schwitztempel der Welt. Für fünf Euro Eintritt gibt's Luxus pur: viel Marmor, eine eigenwillige Architektur, ein riesiger Außenpool, Life-Jazz im Restaurant. Zu den regelmäßigen Schaumpartys kommen fast 1.000 Besucher...
10. Die Provinz. Nur zwei Busstunden von Bangkok entfernt, kann es passieren, dass sich Einheimische erstaunt nach einem "farang" (Ausländer) umdrehen. Wer das wirkliche Thailand und die landschaftliche Vielfalt des Landes erleben will, sollte in den Norden fahren. Der Sonnenuntergang am Mekhong-Fluss, die alte Khmer-Tempelanlage in Phanom Rung oder die Berge rund um Mae Hong Son entschädigen schnell die teils beschwerliche Anreise.
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