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Meinungswandel
Hillary Clinton: Mit Ehe-Öffnung in den Wahlkampf 2016
- 20. März 2013 3 Min.

Hillary Clinton gilt bei den Demokraten derzeit als Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur 2016.
Jetzt hat sich auch die amerikanische Ex-Außenministerin für die Ehe-Öffnung ausgesprochen – und bringt sich damit als nächste Präsidentschaftskandidatin in Stellung.
In einem Video der Homo-Gruppe Human Rights Campaign hat Hillary Clinton erstmals ihre Unterstützung für die Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule erklärt. "LGBT-Amerikaner sind unsere Kollegen, unsere Lehrer, unsere Soldaten, unsere Freunde und Menschen, die wir lieben", so die 65-Jährige in dem rund sechsminütigen Video. "Sie sind gleichberechtigte Bürger und verdienen alle ihnen zustehenden Rechte. Das schließt die Ehe ein".
Ihre Rede war versetzt mit patriotischen Tönen. So hob sie hervor, dass es die Aufgabe der Vereinigten Staaten sei, sich für Menschenrechte – und das bedeute immer auch Homo-Rechte – in aller Welt einzusetzen: "Es gab Länder, die das nicht hören wollten: Aber ich glaube, dass Amerika in Bestform ist, wenn wir und als Fürsprecher die Freiheit und Würde eines jeden Menschen engagieren. So sind wir. Das ist in unserer DNS!".
Clinton hatte sich als US-Außenministerin von 2009 bis Anfang 2013 international für Homo-Rechte eingesetzt. Für eine engagierte Rede vor der UN wurde sie von der Homo-Gruppe ILGA im vergangenen Jahr mit dem "World LGBT Award" ausgezeichnet (queer.de berichtete).
Clinton war 2008 gegen Ehe-Öffnung
Analysten in den USA sehen den Meinungswandel in der Ehe-Frage als Vorbereitung für eine Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2016 an. Clinton hatte sich bereits 2008 als demokratische Kandidatin für das höchste Amt des Landes beworben, scheiterte aber in den Vorwahlen an Barack Obama. Damals sprach sie sich – ebenso wie Obama – noch gegen die Ehe-Öffnung aus, befürwortete aber eingetragene Partnerschaften.
Hintergrund ihres öffentlichen Meinungswandels: Da sich seit 2009 eine Mehrheit der US-Amerikaner für die Ehe-Öffnung ausspricht, gilt als sicher, dass der nächste demokratische Präsidentschaftskandidat für die Gleichbehandlung eintreten muss, um die Vorwahlen zu gewinnen. Da Obama nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, ist das Feld bei den Demokraten weit offen. Unter Demokraten befürworten 74 Prozent die Ehe-Öffnung, unter Unabhängigen sind es 62 Prozent und unter Republikanern 34 Prozent, so eine aktuelle Umfrage von ABC News.
Homo-Aktivisten kritisieren jedoch die Clintons, weil Hillarys Ehemann Bill als US-Präsident 1996 das verhasste "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" (Defense of Marriage Act, DOMA) unterschrieben hat. Es besagt, dass der Bund die gleichgeschlechtliche Ehe nicht anerkennen darf und das Bundesstaaten diese Ehen nicht anerkennen müssen. Inzwischen haben sich beide Politiker von dem Gesetz distanziert, das derzeit vom obersten Gerichtshof auf seine Verfassungsmäßigkeit überprüft wird. Noch im Jahr 2000 hatte Hillary Clinton DOMA vehement verteidigt. Sie sagte damals, dass die Ehe "einen historischen, religiösen und moralischen Zusammenhang hat, der bis zum Anfang der Zeit zurückreicht. Und ich denke, eine Ehe wurde immer zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen."
Mehrere prominente Kolumnisten und Stars fragen sich daher, ob Clinton die richtige Kandidatin für Schwule und Lesben ist. So erklärte die lesbische Sängerin Melissa Etheridge unlängst, dass Hillary Clinton Schwule und Lesben einst – wie die meisten Demokraten dieser Zeit – "als Sündenbock missbraucht" habe. Da sich der Wind gedreht habe, versuche die Politikerin nun, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen. (dk)














