https://queer.de/?18854
Neue Proteste in Frankreich
Paris: Tränengas gegen Homoehe-Gegner
- 25. März 2013 2 Min.

Frankreichs Homogegner radikalieren sich: Mehrfach versuchten Demonstranten, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen
Bei einer Großdemonstration gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben kam es am Sonntag in der französischen Hauptstadt zu Ausschreitungen.
Auch nach dem Beschluss der französischen Nationalversammlung, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, reißt im Nachbarland der Widerstand nicht ab. In Paris gingen am Sonntag hunderttausende Gegner der Gleichstellung auf die Straße. Während die Veranstalter in einer Mitteilung von 1,4 Millionen Teilnehmern sprachen, schätzte die Polizei ihre Zahl auf etwa 300.000. Aufgerufen hatte erneut das Bündnis "Manif pour tous", an deren Spitze die katholische Kabarettistin Frigide Barjot steht. Auf Transparenten hieß es u.a. "Wir wollen einen Job, aber keine Homo-Ehe" oder "Berühre nicht meine Herkunft".
Zum ersten Mal bei einem Protestmarsch der Homogegner kam es diesmal zu Zusammenstößen mit der Polizei. Einige Hundert Demonstranten versuchten am Arc de Triomphe, abseits der genehmigten Route auf die Prachtstraße Champs-Elysées einzuschwenken. Beamte, die sich in den Weg stellten, wurden beschimpft und mit Gegenständen beworfen. Daraufhin setzten Polizisten vereinzelt Schlagstöcke und Tränengas aus Spraydosen ein. Demonstranten wurden wiederholt auseinandergetrieben, mehrere Dutzend Personen festgenommen. Christine Boutin, die Vorsitzende der Christdemokratischen Partei Frankreichs, soll dabei Presseberichten zufolge verletzt worden sein.
Innenminister gibt Veranstaltern die Schuld an den Zwischenfällen
Frankreichs Innenminister Manuel Valls gab am Sonntagabend den Veranstaltern die Schuld an den Ausschreitungen. Diese seien "überfordert" gewesen, weil "extremistische Gruppen" an der Großdemonstration teilnahmen. Der Protest sei deshalb "aus dem Ruder gelaufen". Der Chef der konservativen Partei UMP, Jean-François Copé, machte dagegen den sozialistischen Präsidenten François Hollande persönlich dafür verantwortlich, dass "Familien mit ihren Kindern" angegriffen worden seien. Auf Videos der Zwischenfälle sind jedoch in erster Linie junge Männer zu sehen, die mit den Polizisten rangeln. Sprecher von "Manif pour tous" argumentierten, die eigentliche Route sei bereits kurz nach Beginn der Kundgebung überfüllt gewesen.
Die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben spaltet Frankreich wie kein anderes Thema und sorgt seit Monaten immer wieder für Demonstrationen von Gegnern und Befürwortern. Am 12. Februar stimmte die von den Sozialisten dominierte Nationalversammlung für die Gleichstellung im Eherecht inklusive eines gemeinsamen Adoptionsrechts – laut Meinungsumfragen unterstützt von einer deutlichen Mehrheit der Franzosen. Die konservative Opposition will das Vorhaben im April im Senat dennoch weiter bekämpfen. (cw)















Schade, dass es noch immer so starke homophobe Tendenzen gibt :-(