Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=18884
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Putin verbietet LGBT-Adoptionen aus dem Ausland


#21 und auchAnonym
  • 29.03.2013, 10:00h
  • Antwort auf #18 von goddamn liberal
  • Angriffe auf Juden verurteilte Lenin als Überbleibsel des Feudalismus und der Unwissenheit.

    Es handele sich dabei um den Hass gegen Kapitalisten, der sich fälschlicherweise auf Juden abladen würde.

    Stattdessen sei aber die Vereinigung mit den jüdischen Proletariern gegen die Kapitalisten anzustreben. Ebenso war der Antisemitismus von Engels und Luxemburg als Instrument reaktionärer Zwecke abgelehnt worden: Die "Judenfrage" werde genutzt, um von politischen Konflikten und sozialen Problemen abzulenken.

    Die Bolschewiki distanzierten sich diesbezüglich von der zaristischen Politik. Die russi­schen Juden waren im Zarenreich mit Isolation und Diskriminierung konfrontiert worden, und diese Erfahrungen gipfelten 1881/1882 in einer Welle antisemitischer Pogrome, die durch die Ermordung Zar Alexanders II ausgelöst worden waren.

    In den Jahren bis zur ersten Revolution 1905 kam es weiter zu brutalen antijüdischen Ausschreitungen.

    Nach der Revolution, während des Russischen Bürgerkrieges, nutzten allierte Flugblätter den Antisemitismus gegen die "jüdisch-bolschewistische Verschwörung"

    Lenin reagierte mit einer Schallplatten-Kampagne (Analphabeten).

    "Lenin, Über die Pogromhetze gegen die Juden, zitiert nach Fetscher (Hg..), Marxisten gegen An­tisemitismus, S. 169f. Dieser Text, den Lenin auf eine Schallplatte gesprochen hatte, sei - so habe Adam Schaff festgestellt seit Stalin aus dem Handel verschwunden."
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#22 wichtigerAnonym
#24 dort ausAnonym
  • 29.03.2013, 11:06h
  • Antwort auf #15 von Roman Bolliger
  • Von Bismarck blieb der Hering. (Von Schiller die Locke) Fisch! der Fisch stinkt vom Kopfe her.
    Und der Kopf lenkt die Schuppen (Medien, Kirchen,u.ä.)

    "Als Reichseiniger wurde Otto von Bismarck (1815 - 1898) gefeiert."

    Als Reichsretter werden gefeiert: Stalin und Mao.
    Putin wohl als Reichsretter II
  • Antworten » | Direktlink » | zu #15 springen »
#25 beinfreiheitAnonym
#26 Aus Bad HomburgAnonym
  • 29.03.2013, 16:20h
  • Antwort auf #18 von goddamn liberal
  • Sicherlich war Nikolaus das Kind seiner Zeit - so, wie Dostojewski (mit seiner antipolnischen Phobie) oder Wagner u.a. auch. Ein Tyran war er bestimmt nicht, dazu war sein Charakter einfach zu schwach (sicherlich keine passende Eigenschaft für einen Herrscher, ganz besonders im Land wie Rußland, aber die Menschen werden zu den Heiligen nicht unbedingt wegen ihrer Begabungen, sondern auch wegen ihres Märtyrertums, so auch Nikolaus und seine unschuldige Familie). Du weisst natürlich, was er gesagt hatte, als ihm die "Protokolle der Weisen von Zion" zum ersten Mal präsentiert wurden ? "Man kann gute Ziele mit unwürdigen Mitteln nicht verfolgen". Das sagt schon vieles über ihn und sein Verständnis von der Ehre und dem Antisemitismus. Die britische Regierung hat ihm letzendlich nur deshalb keinen Exil gewehrt, weil das eine ganz persönliche Entscheidung von George V war - er hatte große Angst wegen antimonarchistischer Stimmungen im eigenen Königreich und sah nachts im Albtraum schon die Guillotine auf dem Londoner Trafalgar-Platz (ironischerweise war George von Charakter eine sehr tyranische Persönlichkeit, die das Leben seiner Kinder traumatisiert hatte und sicherlich viel besser für den russischen Thron gepasst hätte als Nikolaus, der seinerseits ein perfekter konstitutioneller Monarch gewesen wäre; daß beide Cousins noch dazu sehr ähnlich einander waren, macht diese Ironie des Schicksals umso grösser). P S Außerdem verstehe ich nicht ganz, warum du eben den unglücklichen Nikolaus II und seine genauso tragische Familie im schwulenfeindlichen Hintergrund thematisierst - war etwa Großbritannien, Frankreich oder Deutschland seiner Zeit etwa schwulenfreundlicher ? Oder siehst bzw. interpretierst Du die Homo-Rechte per se als eine natürliche Opposition zu den kulturellen Wurzeln Europas, einschließlich der monarchistischen Vergangenheit, zum seinen ganzen kulturellen Nachlaß, zu dem Traditionsbewußtsein ? Sicherlich ist das ganze Thema der Schwulenrechte mit der 68-er Bewegung historisch verbunden, ein "exklusives Eigentum" ist es bestimmt nicht. Noch mehr, wenn es auch so wäre, sollten wir uns genau jetzt von diesem Antagonismus langsam verabschieden und nach neuen Horizonten bzw. Interpretierungen suchen, alles andere wäre sowie kurzsichtig als auch gefährlich. 68-er sind längst tot und Europa bekennt sich wieder zu seinen Wurzeln, noch nie war das so offensichtlich wie heute: davon zeugt intensive Kulturdenkmalpflege irgendwo in Sachsen oder Provence nicht weniger als zahlreiche Sendungen über eur. Monarchien, gothische Kathedralen und barocke Schlösser auf Arte, ZDF, France 3 oder France 2. Die Tendenz wird noch stärker werden, vermute ich. Warum sollten die Schwulenrechte und homosexuelle Personen ihren Platz in dieser veränderten, ganz neuen Wirklichkeit nur deshalb nicht finden, weil sie sie das einfach nicht wollen und sich heimlich immer noch nach verlorener Zeit der 1960-er bzw. 70-er sehnen ? Zeitzeichen rechtzeitig erkennen ist immer wichtig, denn, wie sagte im Oktober 1989 ein roter Tsar in Ostberlin ...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#27 goddamn liberalAnonym
  • 29.03.2013, 16:52h
  • Antwort auf #26 von Aus Bad Homburg
  • "war etwa Großbritannien, Frankreich oder Deutschland seiner Zeit etwa schwulenfreundlicher ?"

    Großbritannien nicht. Da gab es aber - im Gegensatz zu Russland- ein Parlament, das die Tyrannei des Monarchen verhinderte.

    Frankreich - naürlich! Proust hat keine Probleme mit der Polizei gehabt. Seit 1791 gab es keine Homosexuellenverfolgung mehr. Das ist eine Folge der Revolution von 1789, die auch sonst Menschen wie mich erst zu Menschen gemacht hat.

    Deutschland - ja, aber nur im Vergleich mit Russland. Hirschfelds Verein hätte die russische Geheimpolizei sofort zerschlagen. In Deutschland konnte der mir Bebel (SPD) Petitionen erarbeiten und preuß. Sanitätsrat werden.

    Die kulturellen Wurzeln Europas liegen nicht im Vatikan, sondern im alten Hellas, wo das gleichgeschlechtliche Paar Harmodios und Aristogeiton 514 v. Chr. den Tyrannen Hipparchos stürze und die Demokratie begründete.

    Merke: Der echte Konservatve ist immer auch Revolutionär.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#28 Aus Bad HomburgAnonym
  • 29.03.2013, 17:41h
  • Antwort auf #27 von goddamn liberal
  • Den Vatikan habe ich in meinem Beitrag nirgendwo erwähnt, und was Hellas angeht, da reicht es wohl einige Komödien von Aristophanes anzusehen oder "Ethik von Nikomach" zu lesen, um zu erfahren, daß die Toleranz gegenüber der Homosexualität bzw. dem schwulen Sex dort auch ziemlich begrenzt war. Dasselbe gilt wohl auch für das Bild des angeblich "schwulenfreundlichen" Frankreichs, das wir in "A la recherche de temps perdu" finden - aber gut, Du hast Recht, seinen Paragraphen 175 hatte die Republik in der Tat nicht, was nicht heißt, daß Schwule dort akzeptiert waren - schreibt doch Proust in seinem Roman von den Homosexuellen als "verdammter Rasse, deren Söhne ihren Müttern sogar im Sterbebett lügen müssen, wenn sie erklären müssen warum immer noch unverheiratet sind, und versprechen das endlich zu machen" ? Andererseits, weil der Homo-Sex dort seit 200 Jahren nie ausdrücklich verboten war, wurde er auch nie ausdrücklich legalisiert (am 4. August 1982 wurden nur die von Vichi 1943 eingeführten gewißen Begrenzungen eines legalen Geschlechtsverkehrs unter schwulen Männern abgeschafft, oder ?), und das ist wohl auch ein Problem, das in den letzten Tagen so offensichtlich geworden ist, wenn wenigstens 300.000 Menschen auf den Pariser Straßen gegen die Homo-Ehe protestieren, und die fr. Homo-Verbände immer weniger aus dem Zimmer trauen. Dasselbe gilt auch für Italien, wo der Homo-Sex schon seit 1870 legal ist, das Thema aber noch sehr oft verschwiegen und unbeliebt bleibt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #27 springen »
#30 TheDadProfil
  • 29.03.2013, 19:22hHannover
  • Antwort auf #26 von Aus Bad Homburg
  • ""Man kann gute Ziele mit unwürdigen Mitteln nicht verfolgen""..

    Ich habe mir den restlichen Schwachsinn Deines Kommentares nach dem Zitat dieses Satzes gespart..

    Du hast das Zitat nicht verstanden..

    Es macht Nikolaus nicht frei von Schuld, weil er die unwürdigen Mittel verdammt..
    Es macht ihn zum Auslöser und zum Schuldigen, weil er die Ziele als "gut" qualifiziert..

    Ein Tyrann muß keinen starken Charakter aufweisen wenn er das Erbe eines über Generationen entwickeltem Terrorrregimes antritt..
    Es genügt sich "an die Spitze der Bewegung zu setzen", wie unzählige andere vor und nach ihm..
    Auch Hitlers NSDAP-Mitgliedskarte trägt nicht die Nummer Eins..

    Wer ist in Korea das Regime ?
    Die Person Kim als Erbe des Vates und Großvaters allein, oder die Administration als Gesamtheit ?

    Nikolaus setzte sich an die Spitze des Regimes, ererbt von den Vorfahren, um die Früchte zu genießen, und tat absolut nichts um die Verhältnisse zugunsten der unterdrückten Bevölkerung zu verbessern und zu verändern..

    Die Familie ist weder unglücklich noch tragisch in die Ereignisse verstrickt..
    Es hat sie ausgelöst, und sie durch ihre Dekadenz bedingt..

    Das einzig tragische an der Geschichte ist der Mord an der Familie..
    In China hat Mann den letzten Kaiser "umgeschult" und er lebte den Rest seines Lebens als relativ glücklicher Gärtner in seinem Land..
    Ein Schicksal das Mann den Romanow´s als Feldarbeiter einer Kolchose auch hätte zugestehen können..
    Aber die russischen Revolutionäre waren sich ähnlich den französichen des Volkes nicht sicher..
    Sie hatten Angst vor der Dummheit des Volkes und richteten sie hin..

    Die Konterrevolution der Franzosen hatte sie gelehrt das ein neues Kaiserreich unter der alten Aigide nur noch größeren Schaden anrichten würde, und so war jedes Mittel recht das Regime der Romanow´s ein für alle mal zu beenden..

    Und die Geschichte behielt Recht..
    Die Dummheit des Volkes war auch nach über 7 Jahrzehnten nicht ausgelöscht, denn die Russen liefen nach der Auflösung der UDSSR zunächst in die offenen Türen der orthodoxen Kirchen, um hernach gleich auf die Suche nach einen autokratischen Herrscher zu verfallen, denn sie im ehemaligem NKWD-Offizier Putin gefunden hat..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »

» zurück zum Artikel