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Einzelkommentar zu:
Das "Soli-Abo": 5 Euro im Monat für queer.de


#45 NicoAnonym
  • 02.04.2013, 11:54h
  • Antwort auf #42 von FoXXXyness
  • Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber an solchen Kommentaren merkt man sofort, ob jemand eine wissenschaftliche "Denke" hat oder nicht.

    Du nimmst einfach Deine persönliche, subjektive Meinung, dass Du mit der Bedienung gut klar kommst, und dass deshalb keine Änderungen nötig seien.

    Wie oft habe ich Leute wie Dich schon im Usability-Labor grandios scheitern sehen (und sie waren sogar danach noch der Meinung, ihre Bedienung einer Software oder Webseite wäre gut gewesen)...

    Wer sagt z.B., dass es auf queer.de nicht noch zahlreiche Angebote gibt, die Du noch gar nicht kennst, weil Du sie nie wahrgenommen hast?

    Du ignorierst auch völlig, dass bei regelmäßiger Nutzung (was bei Dir der Fall ist, ich lese oft genug Deinen Nick) eine Gewöhnung eintritt. Wenn die Bedienung hochgradig überlernt ist, nimmt man viele Schwächen gar nicht mehr bewusst wahr. Aber sie beeinträchtigen dennoch die kognitive Beanspruchung, die unbewusste Zufriedenheit und die qualitativen und quantitativen Kennzahlen der Benutzung. Von neuen Benutzern, die noch nicht an ein Produkt gewöhnt sind, mal ganz zu schweigen.

    Frag mal einen durchschnittlichen iPad-Nutzer, was an seinem Gerät besser ist als an einem Android-Tablet; er wird es Dir nicht sagen können. Dennoch sieht man dann im Labor die Unterschiede in der Nutzung.

    Wir haben mal eine Usability-Optimierung für einen Online-Händler gemacht. Beim Pretest waren sich fast alle Teilnehmer einig, dass man nichts zu verbessern bräuchte und alles gut ist, so wie es ist. Nach den Verbesserungen war dieselbe Fokusgruppe der Meinung, dass es genauso gut wäre wie vorher. Aber die Absätze sind um fast 26% gestiegen!! Und das war nicht mal eine bestmögliche Optimierung, sondern nur vorsichtige Detailänderungen, weil der Anbieter keine zu radikalen Änderungen wollte.

    Usability-Verbesserungen bringen jedem was: egal ob dem Neukunden oder dem alten Hasen. Selbst den Leuten, die so an ein Produkt gewöhnt sind, dass sie die Schwächen umschiffen, ohne sie noch bewusst wahrzunehmen.

    Ich weiß, dass gerade Usability etwas ist, was vielen Leuten schwammig scheint und wo deshalb viele meinen, auch was zu sagen zu können. Aber das lässt sich knallhart operationlisieren und empirisch prüfen. Das habe ich für queer.de zwar nicht gemacht, aber dass einige Dinge nicht optimal sind, kann man auch so schon zu 99% Sicherheit sagen, wenn man sich professionell mit Usability beschäftigt.
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