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  • 31. März 2013 28 2 Min.

Markenzeichen runde Brille: Kardinal Rainer Maria Woelki ist seit 2011 Erzbischof von Berlin (Bild: Erzbistum Berlin)

Im Interview mit dem "Tagesspiegel" sprach sich der Berliner Erzbischof erneut gegen die Homo-Ehe aus, will für die Bundestagswahl aber keine Empfehlung abgeben.

Im Streit um die Homo-Ehe will sich die Katholische Kirche nach den Worten von Kardinal Rainer Maria Woelki aus der Parteipolitik zurückhalten. Eine Wahlempfehlung für oder gegen eine Partei werde es trotz der eindeutigen Ablehnung einer Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben nicht geben, sagte der Berliner Erzbischof in einem Interview mit dem "Tagesspiegel".

Anlass der Äußerung: Am 22. September 2013 wird ein neuer Bundestag gewählt. In ihren Parteiprogrammen unterstützen SPD, FDP, Grüne, Linke und Piraten die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht – nur CDU/CSU sind dagegen.

"Für uns als katholische Kirche ist die Ehe eindeutig beschränkt auf die sakramentale Beziehung zwischen Mann und Frau. Ich wende mich insofern sehr eindeutig gegen eine Ausweitung des Ehe- oder Familienbegriffes", sagte der Kardinal einerseits. Andererseits stellte er klar: "Ich gebe keine Wahlempfehlungen und bewerte keine Parteiprogramme. Für uns als Kirche sind der Schutz des Lebens und der besondere Schutz von Ehe und Familie genauso wichtig wie soziale Gerechtigkeit." In allen demokratischen Parteien seien Christen engagiert, so Woelki. "Genauso muss jeder Christ selbst entscheiden, welche Partei er wählt."

Vom homophoben Hardliner zum Respektpreis-Kandidaten


Bereits kurz nach Amtseinführung traf sich Woelki mit dem LSVD zum Kaffeeklatsch (Bild: Erzbistum Berlin)

Rainer Maria Woelki gilt seit seiner Ernennung zum Berliner Erzbischof im Jahr 2011 als vergleichsweise liberaler Vertreter der Katholischen Kirche. Noch in seiner Zeit als Weihbischof in Köln hatte er allerdings Homosexualität als "Verstoß gegen die Schöpfungsordnung" verdammt und einem Mann die Diakonatsweihe nur deshalb verweigert, weil der acht Jahre zuvor in einem Aufklärungsbuch den ketzerischen Satz "Es gibt auch Männer, die Männer lieben" veröffentlicht hatte (queer.de berichtete).

In der Hauptstadt traf sich Kardinal Woelki bereits kurz nach Amtsantritt mit Vertretern des Lesben- und Schwulenverbands zum Kaffeeklatsch (queer.de berichtete). In einem Fernsehinterview räumte er ein, ein Homo­sexueller sei wie jeder andere "ein Mensch, der liebenswert ist, ein Ebenbild Gottes" (queer.de berichtete). Allerdings sei es nicht Ordnung, die Sexualität auch auszuleben, weil gleich­geschlechtliche Handlungen "gegen das natürliche Gesetz verstoßen und deshalb von unserer Glaubensüberzeugung her nicht gebilligt werden können." (queer.de berichtete).

Im vergangenen Jahr war Woelki in einer umstrittenen Entscheidung des Berliner Bündnisses gegen Homophobie für den Respektpreis nominiert worden – der Erzbischof lehnte jedoch bereits im Vorfeld ab (queer.de berichtete). (cw)

-w-

#1 Stretchingmaster
  • 31.03.2013, 14:43hEssen / Holsterhausen
  • Das wäre ja noch schöner wenn er vorschreiben würde wen wir zu wählen haben oder welches Parteiprogramm gut oder schlecht ist.

    Das meine ich mit Trennung von Staat und Kirche.

    Die Kirche hat es absolut nichts anzugehen wer im Bundestag sitzt und was für eine Politik die machen.

    Schönen Tag noch
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#2 TheDad
  • 31.03.2013, 15:29hHannover
  • Wie chic..

    Aber kein Mensch braucht wirklich eine Wahlempfehlung durch "Gottes Bodenpersonal"..

    Wahlen sind frei und geheim..

    Diese überflüssige Indoktrination der Schäfchen durch die "Rhetorik-Terroristen" der RKK ist so notwendig wie eine Pickel am Arsch..

    Die Herde weiß doch eh wen sie wählen muß um ihr Reich der Hirngespinste vor weiteren Angriffen der Freiheit auf ihre Enklave der Apardheit wenigstens oberflächlich zu beschützen..

    Wer sich hinstellt und offen ein "Recht auf Diskriminierung" fordert gehört eingesperrt und seiner Ämter und Privilegien entledigt..

    Längst geht es diesen Herren der Demagogie doch nicht mehr um die Verteidigung ihres Glaubens..
    Allerorten verspüren sie den Machtverlust, das wegbröckeln ihrer Schafherde an allen Ecken und Enden, die nie Schafherde war, sondern das Wolfsrudel, das sich parasitär in die Gesellschaft hineinfraß, um sie hernach von innen heraus als "naturgegebene Führer" in einem von Arrganz bestimmtem Gefühl der "allumfassenden Weisheit und Wahrheit" auszupressen, und sich des einzigen Kapitales zu bemächtigen, über das jeder Erdenmensch von Anfang an verfügt :
    Dem freiem Willen..

    """Für uns als katholische Kirche ist die Ehe eindeutig beschränkt"" bezeugt die Engstirnigkeit und Eindimensionailtät der Vorstellungskraft von Menschen, die die Botschaft ihrer eigenen Religion so oft verbogen haben das sie bequem in ihre kleinen Geister paßt..

    Wer sich für den Schutz ungeborenen Lebens stark macht, von sozialer Gerechtigkeit faselt, aber die eigenen Angestellten unterdrückt und das geborene Leben anderer nicht respektiert, ist mehr als nur unglaubwürdig..

    Engagement von Christen reduziert sich nach dem Willen der RKK auf rein "christliche Werte", die es nicht Wert sind die Gesellschaft entscheidend zu prägen, so lange nicht alle Menschen in dieser Gesellschaft über die gleichen Rechte verfügen, und so lange nicht alle Christen dies fordern und durchsetzen..

    Alle heißt hier, vor allem die Herren in den Kirchen die den Laien vorschreiben wollen was zu wählen ist und wie Mann leben soll..
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#3 Aus Bad HomburgAnonym
  • 31.03.2013, 15:36h
  • Sehr klare und schöne Osternbotschaft Seiner Eminenz an alle, die noch nicht wußten: die Kirche ist weder rechts noch links, sie vermittelt in dieser Welt das Evangelium und das Wort Gottes. Im Vergleich dazu ist die Homo-Ehe eher ein Neben-Thema, das im Moment für ca. 20 Länder der (westlichen) Welt wichtig ist - also bei weitem kein "Ausmaß der Dinge".
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