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Bundestagswahl 2013
Kardinal Woelki: Kein Wahlaufruf für die Union
- 31. März 2013 2 Min.

Markenzeichen runde Brille: Kardinal Rainer Maria Woelki ist seit 2011 Erzbischof von Berlin (Bild: Erzbistum Berlin)
Im Interview mit dem "Tagesspiegel" sprach sich der Berliner Erzbischof erneut gegen die Homo-Ehe aus, will für die Bundestagswahl aber keine Empfehlung abgeben.
Im Streit um die Homo-Ehe will sich die Katholische Kirche nach den Worten von Kardinal Rainer Maria Woelki aus der Parteipolitik zurückhalten. Eine Wahlempfehlung für oder gegen eine Partei werde es trotz der eindeutigen Ablehnung einer Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben nicht geben, sagte der Berliner Erzbischof in einem Interview mit dem "Tagesspiegel".
Anlass der Äußerung: Am 22. September 2013 wird ein neuer Bundestag gewählt. In ihren Parteiprogrammen unterstützen SPD, FDP, Grüne, Linke und Piraten die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht – nur CDU/CSU sind dagegen.
"Für uns als katholische Kirche ist die Ehe eindeutig beschränkt auf die sakramentale Beziehung zwischen Mann und Frau. Ich wende mich insofern sehr eindeutig gegen eine Ausweitung des Ehe- oder Familienbegriffes", sagte der Kardinal einerseits. Andererseits stellte er klar: "Ich gebe keine Wahlempfehlungen und bewerte keine Parteiprogramme. Für uns als Kirche sind der Schutz des Lebens und der besondere Schutz von Ehe und Familie genauso wichtig wie soziale Gerechtigkeit." In allen demokratischen Parteien seien Christen engagiert, so Woelki. "Genauso muss jeder Christ selbst entscheiden, welche Partei er wählt."
Vom homophoben Hardliner zum Respektpreis-Kandidaten

Bereits kurz nach Amtseinführung traf sich Woelki mit dem LSVD zum Kaffeeklatsch (Bild: Erzbistum Berlin)
Rainer Maria Woelki gilt seit seiner Ernennung zum Berliner Erzbischof im Jahr 2011 als vergleichsweise liberaler Vertreter der Katholischen Kirche. Noch in seiner Zeit als Weihbischof in Köln hatte er allerdings Homosexualität als "Verstoß gegen die Schöpfungsordnung" verdammt und einem Mann die Diakonatsweihe nur deshalb verweigert, weil der acht Jahre zuvor in einem Aufklärungsbuch den ketzerischen Satz "Es gibt auch Männer, die Männer lieben" veröffentlicht hatte (queer.de berichtete).
In der Hauptstadt traf sich Kardinal Woelki bereits kurz nach Amtsantritt mit Vertretern des Lesben- und Schwulenverbands zum Kaffeeklatsch (queer.de berichtete). In einem Fernsehinterview räumte er ein, ein Homosexueller sei wie jeder andere "ein Mensch, der liebenswert ist, ein Ebenbild Gottes" (queer.de berichtete). Allerdings sei es nicht Ordnung, die Sexualität auch auszuleben, weil gleichgeschlechtliche Handlungen "gegen das natürliche Gesetz verstoßen und deshalb von unserer Glaubensüberzeugung her nicht gebilligt werden können." (queer.de berichtete).
Im vergangenen Jahr war Woelki in einer umstrittenen Entscheidung des Berliner Bündnisses gegen Homophobie für den Respektpreis nominiert worden – der Erzbischof lehnte jedoch bereits im Vorfeld ab (queer.de berichtete). (cw)
Links zum Thema:
» Das komplette Interview im Tagesspiegel















Das meine ich mit Trennung von Staat und Kirche.
Die Kirche hat es absolut nichts anzugehen wer im Bundestag sitzt und was für eine Politik die machen.
Schönen Tag noch