https://queer.de/?18909
- 02. April 2013 2 Min.

Die Pius-Brüder bei einer Demonstration gegen den CSD in Stuttgart (2009) (Bild: Guido Klein)
Homosexuelle sind wie Nazis, vergehen sich an Kindern und sind gestört: Nach dem Amtsantritt von Franziskus verschärft die 2009 von Papst Benedikt rehabilitierte Organisation den Ton gegen sexuelle Minderheiten.
In der April-Ausgabe des "Mitteilungsblattes" der Priesterbruderschaft St. Pius X. beklagen die katholischen Traditionalisten den angeblichen Einfluss von "kriminellen" Homosexuellen auf Kirche und Gesellschaft. Unter der Überschrift "Mit dem Papst gegen Homohäresie" ("Häresie" bedeutet Irrlehre) vergleicht die Organisation homosexuelle Aktivisten mit Vertretern eines autoritären Regimes: "Die Homoideologie scheint so mächtig zu sein und wird ebenso aggressiv verbreitet wie früher der Marxismus und Faschismus".
Die "homosexuelle Lobby" sei in der Kirche gut vernetzt und habe zum Ziel, den Glauben "von Millionen Menschen" zu schwächen oder zu vernichten. Dabei habe es die "gestörte Minderheit" der Homosexuellen insbesondere auf Kinder abgesehen. So wird in dem Text gefragt: "Sollte das Wohlergehen der homosexuellen Straftäter wichtiger sein als das Schicksal von Kindern und Jugendlichen und das Schicksal der Kirche im Ganzen?".
Schwulen und Lesben sei daher wie "auf dem Schlachtfeld" zu begegnen: "Man muss in Betracht ziehen, dass die Seite des Gegners, die oft jahrzehntelang in Sünde und Verlogenheit lebte, innerlich so degeneriert ist, dass sie auf das Niveau gemeiner Krimineller heruntergekommen ist und zur Verteidigung der eigenen Interessen, der eigenen Position vor nichts zurückschreckt". Autor des Artikels ist Dariusz Oko, ein polnischer Priester.
Kriegserklärung an alle Homosexuellen
Die Traditionalisten machen bereits seit längerem Stimmung gegen Homosexuelle: So demonstrieren sie beim Stuttgarter CSD jährlich gegen Homosexualität ("Rettet Kinder vor Perversion"). Im vergangenen Jahr forderten die Piusbrüder bereits zum "Krieg" gegen Homosexuelle auf, der "mit übernatürlichen Waffen" geführt werde (queer.de berichtete).
Die Bruderschaft ist 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet worden und wurde 1988 aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, weil sie die katholische Führungsrolle des Papstes in Zweifel zogen. Trotz der reaktionären Haltung und des martialischen Tons der Piusbrüder hat Papst Benedikt XVI. 2009 den Kirchenausschluss von mehreren Pius-Bischöfen aufgehoben und die Gruppe damit rehabilitiert (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» Mitteilungsblatt der Pius-Bruderschaft














