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Im Alter von 87 Jahren
Margaret Thatcher gestorben
- 08. April 2013 3 Min.

Margaret Thatcher ist am Montagmorgen einem Schlaganfall erlegen
Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher ist tot. Als Regierungschefin hatte sie die homophobe Gesetzgebung Section 28 zu verantworten.
Margaret Thatcher ist am Montagmorgen im Alter von 87 Jahren gestorben. Die konservative Politikerin ist den Folgen eines Schlaganfalls erlegen, gab ihr Sprecher bekannt. Thatcher war von 1979 bis 1990 konservative Premierministerin von Großbritannien und sorgte vor allem mit ihren wirtschaftsliberalen Reformen und dem Zerschlagen der einst mächtigen Gewerkschaften je nach politischer Ausrichtung für Begeisterung und Entsetzen. International eckte Thatcher mit ihrer antieuropäischen Haltung an.
Unter Schwulen und Lesben war Thatcher insbesondere wegen des homofeindlichen Gesetzes Section 28 verhasst. Die 1988 beschlossene Regelung besagte, dass Behörden in England, Wales und Schottland nicht für Homosexualität "werben" durften. Insbesondere war es Lehrern verboten, an Schulen positiv über Homosexualität zu sprechen. Das Gesetz bezeichnete Regenbogenfamilien als "vorgetäuschte Familie".
Thatcher selbst hatte zuvor kritisiert, dass zu viele "positive Bilder" von Homosexuellen in der Öffentlichkeit gezeigt werden würden, was Kinder zu Homosexuellen machen könne. Aktivisten erklärten, mit der Reglung habe die Staatsmacht Homophobie sanktioniert und hunderttausenden junger Schwulen und Lesben die Schulzeit grundlos zur Hölle gemacht.
Das Gesetz führte zu einer neuen Gründungswelle von schwul-lesbischen Gruppen und zu mehr direkten Aktionen: So gründeten mehrere Aktivisten, darunter der international bekannte Peter Tatchell, die Gruppe "OutRage", die ähnlich wie "Act Up" mit medienwirksamen und spektakulären Aktionen für Aufmerksamkeit sorgte. Section 28 wurde erst 2000 in Schottland und 2003 im Rest des Landes abgeschafft.
In einer ersten Reaktion erklärte Peter Tatchell auf Twitter: "Margaret Thatcher war eine außergewöhnliche Frau, aber meist aus dem falschen Grund. Sie hat die kommunale Selbstverwaltung und Bürgerrechte mit Füßen getreten". Als Beispiel nannte er Section 28.
Thatchers Tories haben jetzt Frieden mit Homo-Rechten gemacht
Inzwischen hat sich die konservative Partei in Fragen der Homo-Rechte grundlegend verändert: So hat der aktuelle Premierminister David Cameron eine Abstimmung über die Ehe-Öffnung als Regierungsprojekt durchgesetzt. Zwar stimmte die Hälfte der Tories im Februar diesen Jahres gegen die Gleichstellung, allerdings reichte es wegen der fast einhelligen Unterstützung von Labour-Partei, Liberaldemokraten sowie schottischer und walisischer Nationalisten für eine deutliche Mehrheit (queer.de berichtete).
Konservative Befürworter der Gleichstellung begründen ironischerweise ihre Zustimmung zur Homo-Ehe mit der Haltung Thatchers: Sie berufen sich dabei auf die politische Anfangszeit der Laienprediger-Tochter: Als sie 1960 erstmals in das Unterhaus einzog, gehörte sie zu einer kleinen Gruppe Konservativer, die das Verbot von Homosexualität aufheben und Schwulen und Lesben Grundrechte zubilligen wollten. So stimmte sie 1967 für die Aufhebung der strafrechtlichen Verfolgung schwuler Männer. Anhänger erklärten, dass sie immer mehr Menschen in die traditionellen Institutionen integrieren wollte und daher auch für die Homo-Ehe zu gewinnen gewesen sei. Allerdings hat sich Thatcher in der aktuellen Debatte zu diesem Thema nie geäußert, da sie bereits seit Jahren an einer Demenzerkrankung gelitten hat. (dk)















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