https://queer.de/?18968
Schwedischer Politiker überfallen
Griechenland: Homophober Überfall auf schwulen Politiker
- 09. April 2013 2 Min.

Tasso Stafilidis veröffentlichte dieses Foto seiner Gesichtsverletzungen
Der erste offen schwule Abgeordnete des schwedischen Parlaments wurde bei einem Griechenland-Urlaub von Unbekannten homophob beschimpft und zusammengeschlagen.
Tasso Stafilidis, der von 1998 bis 2006 die schwedische Linkspartei im Reichstag vertreten hat, berichtet über den Angriff an den Osterfeiertagen in der schwedischen Tageszeitung "Aftonbladet". Demnach war er mit einem Freund in Athen unterwegs, als ihn drei maskierte Männer verfolgten. Sie begannen dann, ihre beiden Opfer homophob zu beleidigen ("dreckige Schwuchteln"), rissen sie zu Boden und schlugen mit den Füßen auf Körper und Kopf ein. Die Täter waren bei dem Überfall nicht an Wertgegenständen interessiert, was einen rein homophoben Hintergrund wahrscheinlich macht.
Stafilidis hat griechische Eltern, hat das Land aber seit sieben Jahren nicht mehr besucht. Er bezeichnete den Angriff als Folge des wirtschaftlichen Kollapses: "Das macht Menschen empfänglich für diese Art von Rhetorik und diese Gedanken." Als alteingesessener Aktivist habe er sich zwar an Übergriffe gewöhnt. Allerdings zeigte er sich besorgt, dass die Situation in Griechenland und in Europa kippen könnte.
Im orthodox geprägten Griechenland ist Homosexualität zwar bereits seit 1951 legal, allerdings hinkt das Land anderen europäischen bei LGBT-Rechten hinterher: So ist das Schutzalter für Homosexuelle mit 17 Jahren zwei Jahre höher als bei Heterosexuellen. Zudem werden Homo-Paare gegenwärtig rechtlich nicht anerkannt. Die Finanzkrise führte zudem zum Erstarken von extremistischen Parteien: So konnte die neonazistische Partei "Goldene Morgenröte" im vergangenen Jahr ins griechische Parlament einziehen. Parteiführer Nikolaos Michaloliakos bezeichnete Homosexuelle als "krank und abnormal" und erklärte: "Ich wäre nicht stolz darauf, eine Schwuchtel zu sein." Seine Partei wird auch für eine Zunahme der Gewalt gegen Minderheiten verantwortlich gemacht. (dk)














