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  • 10. April 2013 11 2 Min.

Endlich im 20. Jahrhundert angekommen: Im Repräsentantenhaus von Montana wurde diese Woche das Verbot von gleich­geschlechtlichem Sex aufgehoben.

Langsame Fortschritte in der amerikanischen Provinz: Montana bedroht Homosexuelle nicht mehr mit zehn Jahren Haft. Die meisten Republikaner wollten das symbolische Gesetz aber beibehalten.

Das Repräsentantenhaus von Montana hat am Dienstag mit 64 gegen 36 Stimmen ein Gesetz abgeschafft, das gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr als "abweichende sexuelle Handlung" definiert hat, auf die bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Dollar stehen – das gleiche Strafmaß wie für Sex mit Tieren. Der Senat hatte bereits zuvor mit deutlicher Mehrheit der Initiative zugestimmt.

Im Repräsentantenhaus war bis zuletzt unklar, ob es eine Abstimmung zur Frage geben wird: Der republikanisch dominierte Justizausschuss hatte die Gesetzesänderung lange blockiert, gab aber in letzter Sekunde den Widerstand auf. Am Ende votierten neben 39 Demokraten 25 der 61 Republikaner für das Ende des Verbots.

Das Gesetz wird seit 16 Jahren nicht mehr angewendet, weil der oberste Gerichtshof von Montana bereits 1997 feststellte, dass ein derartiges Sex-Verbot gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt. Homo-Aktivisten und viele Demokraten wollten das Gesetz bereits seit Jahren abschaffen, scheiterten aber an konservativem Widerstand.

"Hauptaufgabe von Sex ist Produktion von Menschen"


Der republikanische Abgeordnete Dave Hagstrom will Schwulen und Lesben Sex weiterhin untersagen

Viele Republikaner wollten auch jetzt an dem symbolischen Verbot festhalten und begründeten das mit ihren religiösen Überzeugungen. Außerdem verhindere das Gesetz, dass der "homo­sexuelle Lebensstil" an öffentlichen Schulen unterrichtet werde, sagte der Abgeordnete Dave Hagstrom während der Debatte im Parlament. Gleich­geschlechtlicher Sex könne zudem keinen Nachwuchs produzieren und sei daher minderwertig: "Für mich ist die Hauptaufgabe des Geschlechtsverkehrs, Menschen zu produzieren", sagte er. "Geschlechtsverkehr, der keine Menschen produziert, ist abweichend."

Mehrere Republikaner, die für die Abschaffung des Verbots stimmten, stellten klar, dass sie "diese Art von Lebensstil" nicht unterstützten: "Wir müssen trotzdem die Verbindung zwischen Mann und Frau fördern", so Jonathan McNiven. Aber man müsse auch Menschen helfen, "die nicht perfekt sind". Ein weiterer Republikaner erklärte, dass er für die Abschaffung stimme, weil seine Tochter lesbisch sei und er wisse, dass sie nicht kriminell ist.

Alle sogenannten "Sodomy Laws" sind 2003 vom amerikanischen Supreme Court für verfassungswidrig erklärt worden. Damals gab es noch in 13 der 50 US-Bundesstaaten Gesetze gegen gleich­geschlechtlichen Sex, die mit sofortiger Wirkung nicht mehr angewendet werden durften. Mehrere Staaten haben diese Gesetze jedoch nie formal gestrichen, darunter auch Texas. Erst letzten Monat schaffte Virginia die homophobe Regelung ab (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 MarekAnonym
  • 10.04.2013, 20:56h
  • "Hauptaufgabe von Sex ist Produktion von Menschen"

    Gibt es dann demnächst auch ein Mutterkreuz?

    Alleine schon die Wortwahl: Menschenproduktion. Das hört sich an, wie die Sprache, die auch die Nazis verwendeten.

    Leben Schwule und Lesben demnächst auch ein "menschenunwürdiges Leben", das man ruhig vernichten darf?
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#3 MeineFresseAnonym
  • 10.04.2013, 21:37h
  • "Wir müssen trotzdem die Verbindung zwischen Mann und Frau fördern", so Jonathan McNiven. "

    Weil (hetero) Männer und Frauen ja auch nur deshalb zusammenkommen, weil sie "gefördert" werden und nicht etwa wegen schlichten Begehrens.

    "Aber man müsse auch Menschen helfen, "die nicht perfekt sind". "

    Ja, nicht so wie ihr. *beneid*
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