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US-Fundamentalismus
Christlicher Aktivist: Homos sind die neuen Nazis
- 12. April 2013 2 Min.

Einer der bekanntesten christlich-fundamentalistischen Kommentatoren in den USA warnt davor, dass "Homo-Faschisten" die Religionsfreiheit vernichten würden.
Die "American Family Association" setzt sich eigenen Angaben zufolge für die Erhaltung der "moralischen Grundsätze der amerikanischen Kultur" ein – und verbreitet diese Botschaft über 200 Radiosender, einen Fernsehkanal und das Internet. Die Hauptärgernisse für die als Wohltätigkeitsorganisation registrierte Gruppe mit 200 Mitarbeitern sind Pornografie, Abtreibung und – natürlich – Homosexualität. In seiner neuesten Radiobotschaft hat Haupt-Scharfmacher Bryan Fischer nun entlarvt, was Schwule und Lesben wirklich sind – nämlich Nazis!
Seine These untermauerte er durch ein paar Beispiele aus der Provinz, etwa wenn ein fundamentalistischer Hardliner von einer Veranstaltung an einer High School ausgeladen wird – daran seien nur die "Homo-Faschisten" schuld:
Erinnert ihr euch, als die Juden in Nazi-Deutschland den gelben Davidstern tragen mussten? Ich meine, wir kommen zu dem Punkt, an dem wir das tun müssen. […] Diese Homo-Faschisten werden uns zwingen, irgend ein Merkmal an unserem Ärmel zu tragen, dass sie wissen, wer die Rassisten, Homophoben und Eiferer sind. Dann können sie uns aus dem Weg gehen."
Video (Zitat ab 9. Minute):
Eine Botschaft hämmerte Fischer seinen Zuschauern in seiner Sendung alle paar Sekunden ein: "Wir müssen wählen zwischen Religionsfreiheit und Homosexualität. Beides geht nicht."
Nun ist die Zustimmung zur Ehe-Öffnung in den USA inzwischen bei rund 60 Prozent angekommen – und liegt damit weit höher als in der EU. Das führt dazu, dass Fanatiker wie Fischer immer lauter schreien und ihnen nach wie vor Millionen von Menschen zuhören, die nach wie vor viel Schaden anrichten können.
Fischer hatte bereits in der Vergangenheit unglaubliche Vergleiche in seiner Sendung zum Besten gegeben. So verglich er im vergangenen Jahr Schwule mit Kannibalen (queer.de berichtete). 2010 behauptete er sogar, es sei "Inlandsterrorismus", wenn zwei Männer oder zwei Frauen auf dem US-Gebiet miteinander ins Bett gehen würden (queer.de berichtete).
Inzwischen schwenken aber auch manche Hitzköpfe im Fernsehen um: So hat Bill O'Reilly, der Quotenkönig des Fox News Channel, vergangenen Monat erklärt, dass die Argumente gegen die Ehe-Öffnung schwach seien und er kein Problem damit habe. Auch sein Kollege Glenn Beck ("Obama ist ein Rassist") will sich zumindest beim Thema Homo-Ehe nicht mehr lächerlich machen und hat sich inzwischen mit der Gleichstellung abgefunden. (dk)















Sie wollen ein totalitäres System, wo sie allen anderen diktieren können, wie diese zu leben haben. Sie wollen die persönliche Freiheit und demokratische Grundrechte vernichten.