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Kommentare zu:
Nike will schwulen Profi-Sportler engagieren


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 timpa354Ehemaliges Profil
  • 15.04.2013, 17:20h
  • Für mich ein extrem wichtiger Schritt, wenn sich endlich Profi Sportler in den sogenannten Macho Sportarten outen.Ich hoffe, dass dann endlich Schülermobbing aufhört, da es gerade in Amerika häufig von Sportklassen ausgeht.
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#3 antosProfil
#4 finkAnonym
  • 15.04.2013, 20:48h
  • Antwort auf #3 von antos
  • na, dann muss ich meine kristallkugel wohl doch nicht wegschmeißen. die hatte es nämlich vorhergesagt: irgendwann werde sich ein großer sponsor ausrechnen, dass es sich lohnen würde, ein coming-out für eine pr-kampagne zu instrumentalisieren.

    ganz uneigennützig ist dieses angebot nämlich natürlich nicht. das finde ich aber auch nicht schlimm...
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#5 alexander
  • 15.04.2013, 21:02h
  • das ist für mich das erste mal, dass MARKETINGSTRATEGEN etwas positives für die gesellschaft bewirken "könnten"!!!
    das würde sogar den daraus enstehenden profit rechtfertigen! vom betrug der verbraucher, hin zum nutzen der gesellschaft???
    fast zu schön um wahr zu sein???
    aber die idee ist simpel und toll, why not ?
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#6 Anti-IllusionenAnonym
  • 15.04.2013, 21:52h
  • Antwort auf #4 von fink
  • Gaaanz toll. Und wenn es sich dann "marketingtechnisch" doch nicht (mehr) lohnt, muss er schnell wieder zurück in den Schrank?!

    Dass der Markt- und Markenwert eines schwulen Profisportlers gemäß der herrschenden Marktlogik NIEMALS wieder derselbe sein wird, ist eine - systemimmanent - unauflösbare Tatsache!

    Deshalb keinerlei Illusionen in diejenigen, die ein grundlegendes materielles Interesse daran haben, dass das gesellschaftliche Ausbeutungs- und Unterdrückungssystem und die darauf - und auf nichts anderem - fußende heterosexistische Geschlechterordnung und sexuelle Unterdrückung weiterhin mit aller Gewalt aufrechterhalten werden!!

    Ein bisschen Pseudo-Flexibilisierung, auch um bestimmte Nischenmärkte besser zu erreichen: ja - aber mehr auch nicht. Verbürgerlichte Schwule finden das dann auch ganz toll - und schon sind die herrschenden Verhältnisse noch ein bisschen besser schein"legitimiert" und zementiert.

    Zur gleichen Zeit werden von exakt denselben und anderen Fraktionen des Kapitals schon Kindern die herrschenden Hetero-Sexismen so aggressiv eingetrichtert wie nie zuvor. Daran ändert ein bisschen zielgruppengerechte Werbung für Schwule im Profisport rein GAR NICHTS!

    Und ganz konkret: Wie sieht es denn bei dem zweiten oder dritten Schwulen aus, der sich eventuell outet? Da dürfte der Bedarf der Konzerne an einem Werbeträger für die schwule Zielgruppe dann sehr schnell gesättigt sein.

    Wer die Illusion verbreitet, Kapitalisten könnten jemals Verbündete der breiten Masse lohnabhängiger Schwuler sein, wird spätestens dann, wenn es in der sich vertiefenden Systemkrise weiter "ans Eingemachte" geht, sein blaues Wunder erleben. Wenn die deutsche Geschichte nicht als Lektion reicht, siehe u. a. die aktuelle Entwicklung auch für Schwule der nicht-ausbeutenden Schichten in Südeuropa.
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#7 alexander
#8 DirkAnonym
  • 15.04.2013, 22:29h

  • Uneigennützig machen das Konzerne nie. Aber eine gute Aktion ist es trotzdem. Vielleicht bewirkt es ein bischen was.
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#9 GerhardAnonym
  • 15.04.2013, 22:38h
  • Boar, Kommerzialisierung in ihrer perfidisten Form. Das klingt ja nach Kopfgeld.

    Und ganz konkret: Endlich kann Beckham zu Nike wechseln :D
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#10 TheDadProfil
  • 16.04.2013, 00:17hHannover
  • Antwort auf #6 von Anti-Illusionen
  • ""Und ganz konkret: Wie sieht es denn bei dem zweiten oder dritten Schwulen aus, der sich eventuell outet? Da dürfte der Bedarf der Konzerne an einem Werbeträger für die schwule Zielgruppe dann sehr schnell gesättigt sein""..

    Was für ein Blödsinn..

    Es gab "Werbe-Ikonen" lange vor Beckham, und es wird sie auch noch lange nach ihm geben, denn in jedem Jahr wächst eine neue werberelevante Zielgruppe nach..

    Der Weihnachtsmann erscheint bislang auch noch in jedem Jahr, ebenso wie der Osterhase..

    Wie kann Mann da auf die Idee kommen, die "Werbe-Idee" schwuler Football-Star, Basketball oder gar Bundesligaprofi sei nach einem gesponsertem Coming-Out ausgelutscht ?

    NIKE ist nur EINE Firma im hart umkämpften Markt..
    Die anderen will ich jezt gar nicht aufzählen, aber ALLE werden nachziehen..

    Vor annähernd 20 Jahren hatte TOYOTA den 1.Werbespot mit einem schwulem Pärchen lanciert, und ALLE haben es nachgemacht, selbst VW..bloß nicht auf dem heimischem Markt, dafür "sah man die Zeit noch nicht reif"..

    In England lief der Spot mit großem Erfolg..

    Und der Werbe-Markt ist groß genug für wenigstens 100.000 gesponserte Couming-Out´s in diversen Spot´s, Kampagnen, Anzeigen in Print-Medien, dem I-Net, usw..

    Und wenn die Junxx und Mädels anders nicht aus dem Schrank zu locken sind..
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#11 WaschbärAnonym
  • 16.04.2013, 00:19h
  • Die Frage nach der Eigennützigkeit oder Uneigennützigkeit ist doch unwichtig. Denn sonst dürften Konzerne ja NIE was gutes tun, weils ja immer nur PR wäre.

    Und wenn Nike durch diese Aktion zusätzlich Kohle kassiert, dann gönne ich ihnen das auch, weil sie im Gegensatz zur Konkurrenz was gutes tun :)

    Ein guter und wichtiger Schritt!
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#12 Xq28
  • 16.04.2013, 01:37h
  • Super das schwule Profisportler ihr Comming out nun endlich auch vergolden können...
    Ich mein, schön und gut, dass man denen aufzeigt, dass ihre (eigentlich nur von den sportlichen Leistungen abhängende) Karriere nicht mit dem Outing aufhören muss, allerdings frage ich mich auch warum man sich nicht aus ehrlicher Überzeugung, wohl aber für zwei Millionen Dollar outen kann...
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#13 nix kommt nixAnonym
  • 16.04.2013, 07:37h
  • also für mich klingt das nach Ausschlachten und schnell mal n bissi Image machen und als die "Guten" dazustehen, sonst nix. Wenn der Quotenschwule Werbeträger sich nämlich nicht "vorführen" lassen will und sich nicht an den Vertrag hält, dann wird er ganz schnell wieder fallen gelassen....

    Bestimmt macht Nike auch exklusive Verträge mit einschlägigen Klatschblättern dazu, damit auch alle was davon haben...was für ne Scheiß-Idee, und hier wird es weitgehend positiv kommentiert? Was seid ihr für Leute??

    Wärt ihr denn so käuflich? Nur für so nen Kack-Vertrag mit Nike? Ich hoffe nur, das macht keiner! Die Millionen könnte diese ach so gutherzige Firma sinnvoller investieren als in nen Profi den sie dann ganz penetrant in pinke Turnschläppchen stecken.
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#14 seb1983
  • 16.04.2013, 09:25h
  • Antwort auf #13 von nix kommt nix
  • Wenn derjenige sich nicht an seinen Vertrag hält wird er fallen gelassen? Potz blitz, so ein Vertrag ist schon eine Sache...

    Natürlich ist es Marketing, das ist es auch wenn man mit Krombacher für den Regenwald säuft und wenn die Sparkasse das Fußballspiel im Ort sponsert. Nike ist nicht Marlboro von daher kann ich damit leben.

    Falls, ja falls irgendwann jemand das Angebot annimmt, die Presse springt allerdings schon jetzt darauf an. Gar nicht so unclever.
    Zudem kann man sich so als vermeintlich modernes und progressives Unternehmen positionieren. Das wird ein paar evangelikale Kunden verschrecken, aber Turnschuhe in der Kirche gehen eh nicht, dafür aber bei genug anderen positiv aufgenommen werden.
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#15 FelixAnonym
  • 16.04.2013, 09:31h
  • Also lohnt es sich sogar noch finanziell, das unwürdige Schmierentheater endlich zu beenden...
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#16 Anti-IllusionenAnonym
#17 Anti-IllusionenAnonym
  • 16.04.2013, 10:57h
  • Antwort auf #10 von TheDad
  • Ich hatte mir das ja schon gedacht:

    Wenn ein paar Alibi-Schwule in Werbespots von Konzernen auftreten dürfen, ist für Leute wie dich der Kapitalismus, wieder lieb und nett.

    Und die auf ihm basierende Geschlechterordnung und sexuelle Unterdrückung lösen sich in Luft auf.

    Du sagst es ja selbst: "Was für ein Blödsinn" !!
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#18 bentAnonym
  • 16.04.2013, 11:10h
  • Statt einen einzigen schwulen Sportler mit einem Millionenvertrag zu ködern, sollte Nike sich mal um die ganzen Kinderarbeiter kümmern, durch deren Ausbeutung die Millionen erst gescheffelt werden...
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#19 HinnerkAnonym
  • 16.04.2013, 11:18h
  • "Die Firmen argumentierten, dass ein Ehe-Verbot den Konzernen schaden würde, weil heiratswillige Schwule und Lesben "andere Bundesstaaten (wie Iowa, New York und Massachusetts) oder andere Nationen (wie Spanien, Schweden, Dänemark, die Niederlande, Portugal oder Belgien)" bevorzugen könnten."

    Ich sage ja immer:
    die Gleichstellung von Schwulen und Lesben ist auch wirtschaftlich sinnvoll und davon profitiert die ganze Gesellschaft.

    Die Diskriminierung von Schwulen und Lesben schadet der Wirtschaft und kostet die ganze Gesellschaft viel Geld!

    Da sieht man auch wieder mal, wie tief der Homohass der Konservativen ist, dass die dafür bereit sind, ihrem gesamten Volk zu schaden.
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#20 seb1983
  • 16.04.2013, 11:32h
  • Antwort auf #17 von Anti-Illusionen
  • Andersrum wird ein Schuh daraus.

    Für Kommunisten war Homosexualität eine Ausprägung der dekadenten bürgerlichen und kapitalistischen Gesellschaft.
    Ist diese überwunden so wird auch Homosexualität verschwinden.

    Diese aus den immer gleichen Textbausteinen zusammengesetzen Verschwörungstheorien ermüden...
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#21 stromboliProfil
  • 16.04.2013, 12:06hberlin
  • Antwort auf #20 von seb1983
  • vollkommen richtig..
    und es ist anlass und aufforderung an alle die übers thema schwallern nachzudenken, das in fünfzig jahren später ihnen ein strick hieraus gedreht werden soll, um die kleinmütig - liberale seele zu befrieden.

    Spätestens seit beginn der schwulen emanzipationsbewegung wurde dieses unding an denken von LINKEN über bord geworfen.

    Ich weis ja, dass du aus verzweiflung an fortführungsfähigen liberalen ideen, dich auf die rote socken jagd begibst...
    Würdest du aber deine vorhandene intelligenz benutzen, um hinter das brett vor deinem kopf zu blicken, würde dir auffallen, dass die homophobie tatsächlich teil bürgerlicher dekadenz und klassenfrage ist!
    Die zukünftige überwindung nicht im wegfall der homosexualität zu finden ist, sondern in der überwindung eben der dekadent-kapitalistischen klassenideologie!
    Das wäre ein thema , um sich dran abarbeiten zu wollen, als hier die tausendste wiederholung der dummheiten vergangener genarationen zu zelebrieren...!
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#22 seb1983
  • 16.04.2013, 12:19h
  • Antwort auf #21 von stromboli
  • Das hört sich aber sehr konterrevoluzionär an, aufpassen ;)

    An sich ist mir das ziemlich egal, nur sich die Welt immer so zu stricken wie es einem grade passt finde ich ärgerlich.
    Die üblichen Verdächtigen: China, Nordkorea, Kuba, ob die Schwule dank bürgerlicher Klassenideologie noch bis vor kurzem eingesperrt haben?
    Sind Länder wie die Niederlande und Skandinavien plötzlich nicht mehr kapitalistisch (besser: marktwirtschaftlich) weil sie weltweit die liberalsten Länder bezüglich Schwuler sind?
    Es häng eben nicht am "System" und das ist schon gar nicht einheitlich.

    Daher stimme ich dir voll zu: Nicht die Dummheiten vergangener Generationen tausendfach zelebrieren (eine schöne Formulierung von dir bezüglich folgender Person). Marx ist bald 150 Jahre tot. Das sind 2-3 Generationen...
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#23 MeineFresseAnonym
#25 stromboliProfil
  • 16.04.2013, 12:59hberlin
  • Antwort auf #22 von seb1983
  • was heißt hier konterrevolutionär..
    stillstand ist konterrevolutionär!

    Niederlande - skandinavien als zeugen für liberalität einzufordern, ist vergessen machen wollen, wie diese länder sich erst über den liberalismus hinweg in ihre heutige linkssoziale ausnahmesituation hinein zu entwickeln vermochten. Gewerkschaftfragen, arbeitsrecht, soziale sicherungssystem dort sind auch gegen den liberalismus gefordert und gewonnen worden.
    Das sich diese staaten anders entwickeln , sich eine andere kultur des politischen gebildet hat und fortwirkt, ist eine für uns noch nachzuvollziehende erfahrung!

    Hier hingegen:
    Die sozialen auseinandersetzungen ausklammern und sich dem eigenen konto zuschreiben..als hätte es einstmals keine arbeitskämpfe in diesem land gegeben.. das ist scheinliberales wesen.. und an dem soll bekanntlich alles genesen.

    Der liberalismus wird immer dann aus der mottenkiste der geschichte hervorgeholt, wenn es zu spannungen kommt die die unvereinbarkeit von kapital und arbeit verdeutlicht.
    Die these dahinter ist deutlich: "liberalismus" , der verhindern soll, dass es zu weitgehenden veränderungen kommt. Die verwerfungen oben-unten minimalisiert werden, um über die schere von besitz und armut hinweg zu täuschen ( leitzspruch : leistung soll sich lohnen..fdp.).

    Im reaktionär-faschistischen hat hier das korrektiv liberal versagt, im gegenteil, sie waren zusammen mit ihren eigentlichen ideengebern dem konservatismus die steigbügelhalter. Und nach 45, im kontex und widerspruch linker ideen, hat liberalismus immer sich als bremser hervorgetan.
    Das haben auch die skandinavier lernen müssen, nämlich hinter die fassade des liberalismus zu blicken...
    Schau auf die geschichte.

    Es ist verbohrt zu sagen, es hänge nicht am "system", weil dies wiederlegbar ist! Aber in deinem beharren auf "mark" darf system auch nicht existieren, weil dann der markt entlarft wäre.
    Auch das ständige chargieren zwischen den begriffen markwirtschaft ~ kapitalismus, nur zum zweck uns an die erfolgsgeschichte der wiederaufbauphase incl. "wiedervereinigung" zu erinnern, ist ein nicht auf analyse basierendes, sich einlassen wollen.

    So wird also nötiges verstehen,hinter die begriffe blicken zugunsten abgestaubter begriffe, sinnlos vertan.
    Dass die welt da draussen längst über diese, deine begriffe hinwegschlittert, ist ebenso ein verdienst der verdrängungspolitik die da lauert..
    Eben liberal sich gebärdende beim aussitzen ertappt!
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#26 BauklötzchenAnonym
  • 16.04.2013, 13:11h
  • Antwort auf #20 von seb1983
  • Ich spare mir jetzt die Verweise auf Verweise zur historischen Analyse der Entstehung von Ehe, Familie, Geschlechterordnung und sexueller Unterdrückung, bis hin zur aktuellen Ausprägung.

    Wer nicht lern- und erkenntnisresistent ist, konnte dazu auch bei queer.de hin und wieder etwas lesen. Nun ja, nicht jeder Schüler will soviel wissen wie der Lehrer an der Tafel - Leute wie du geben sich auch mit viel, viel weniger zufrieden

    Nur soviel: deine antikommunistischen Textbausteine sind inzwischen auch schon uralt.

    Allerdings: Nicht das Alter macht's, sondern die Substanz des Inhalts.

    "Eines ist sei ihm in den letzten Wochen klar geworden, sagt Glickenhaus, als das Gespräch schon fast beendet ist. Er ist aufgestanden und geht in kleinen Schritten zur Tür. Es gäbe da ein auffälliges Muster. Am Anfang schlucken große Unternehmen kleine Unternehmen und am Ende schluckt der Staat sie alle. "Und das bedeutet: Es gibt nur einen Ökonomen, der es verdient, diesen Titel zu tragen. Karl Marx."

    www.sueddeutsche.de/geld/boersenlegende-glickenhaus-am-ende-
    schluckt-der-staat-sie-alle-1.551229
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#27 TheDadProfil
  • 16.04.2013, 13:34hHannover
  • Antwort auf #17 von Anti-Illusionen
  • Wer redet da von Kapitalismus ?

    Wird das jetzt eine ideologische Auseinandersetzung ?

    Sollen sich schwule Spitzensportler weiterhin im Schrank verstecken müßen, weil alles andere "Marktkonform" wäre ?

    Wahrscheinlich verstehst Du selbst den eigentlichen Grund hinter der Geschichte nicht :

    Wenn es gelingt einen schwulen Sportler mit einem solchem Vertrag in die Öffentlichkeit zu locken, ist von einem auf den anderen Tag die Unterdrückung der Spitzen-Sportler DURCH die Sponsoren, DURCH die Sport-Funktionäre, DURCH die Vereine und vor allem DURCH die "FAN`S" vorbei..

    Danach könnte sich jeder outen, denn er kann mit dem Finger auf das NIKE-Plakat zeigen und sagen :
    "Das bin ich ! Ich, und NUR ICH kann euch einen solchen Vertrag mit einem solchem Sponsor verschaffen..

    Die psychologischen Auswirkungen eines solchen Sponsoring kann Mann gar nicht hoch genug einschätzen..

    Mach mal die Augen zu und stell Dir vor :
    Olympia 2012 in London..
    NIKE HAT einen neuen Werbe-Star angekündigt..
    Nach der Eröffnungfeier werden die Plakate enthüllt :
    Usain Bolt..

    Und nun schieb Deine ideologischen Bedenken wieder in die Schubladen aus Gut und Schlecht..

    Die Welt ist nicht nur Schwarz und Weiß..
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#28 seb1983
  • 16.04.2013, 13:36h
  • Antwort auf #25 von stromboli
  • Jetzt wird noch liberal in den Topf geworfen, was auch immer das für dich heißen soll.

    Die Systemfrage ist schnell geklärt.
    Nehmen wir mal Niederlande, USA, Brasilien oder gar das heutige Russland. Alle grundsätzlich kapitalistisch (ich bevorzuge wie gesagt das neutralere und nicht so politisch beladene marktwirtschaftlich) organisiert.

    Da einen einheitlichen Block zu konstruieren nenne ich mal gewagt. Von daher finde ich es ebenso gewagt die Schwulenfrage als eine Systemfrage zu verstehen.
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#29 opfernAnonym
#30 BeobachterAnonym
  • 16.04.2013, 14:11h
  • Antwort auf #25 von stromboli
  • Soweit ich es verstehe, hat niemand geschrieben, dass sich hier und jetzt bietende Möglichkeiten nicht genutzt werden sollen, um eine fortschrittliche Botschaft herüberzubringen. Es wurde nach meinem Textverständnis gewarnt vor Illusionen in Hinblick auf tatsächlich nachhaltige und grundlegende Veränderungen und in bezug auf die je nach Konjunktur sehr wechselhaften Geschäftsmodelle. Auch davor, sich allzu begeistert vor den Karren globaler Ausbeutungsmodelle spannen zu lassen. Die kritische Thematisierung dieser Fragen würde die fortschrittliche Wirkung eines schwulen Coming-outs nicht mindern - ganz im Gegenteil.
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#31 BeobachterAnonym
#32 finkAnonym
  • 16.04.2013, 14:37h
  • Antwort auf #23 von MeineFresse
  • ich finde schon, dass man erst mal prüfen sollte, was da jetzt genau ablaufen wird.

    ich mag mich zwar dem totalen pessimismus auch nicht anschließen, aber ich glaube auch nicht, dass dieses angebot alle homophobie-probleme im sport lösen wird.

    wenn ich spekulieren darf: das angebot wird natürlich eine gezielte werbekampagne beinhalten, was zunächst ganz gut für den sportler ist: er darf damit rechnen, dass eine negative medienwelle sehr viel unwahrscheinlicher wird, weil nike recht viel geld in eine professionelle positive pr pulvern wird. die frage bleibt aber, wie diese kampagne genau aussehen wird. wird der sportler hier selber bestimmen können, was wann wie berichtet wird oder muss er sich den vorgaben des nike-pr-teams unterwerfen? wird die kampagne lange genug laufen, bis er leben und karriere stabilisiert hat, oder bleibt er nach deren ende wieder sich selbst überlassen?

    wir sollten uns da wirklich nicht vormachen, dass nike nicht vor allem die eigenen interessen verfolgen wird. homofreundlich und gut für den betreffenden spieler wird das nur genau so lange sein, wie nike sich davon profit verspricht.

    und was auch stimmt: wirklich gesellschaftskritisch wird so eine kampagne selbstverständlich auch nicht sein. die kritik am kapitalismus als solchem und an nike im besonderen, die hier geäußert wurde, finde ich schon bedenkenswert. ich erwarte in der kampagne das übliche "weil gott mich so geschaffen hat" und "dank vor allem an die besten heterosexuellen eltern der welt".

    schwulenfreundlich ist noch lange nicht antiheteronormativ. aber es ist vielleicht besser als der bisherige stillstand.
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#33 seb1983
#34 stromboliProfil
  • 16.04.2013, 16:10hberlin
  • Antwort auf #28 von seb1983
  • "jetzt wird noch liberal in den Topf geworfen"
    .. du hast doch das liberale als antipode zum linken radikalismus eingebracht..

    "...ebenso gewagt die Schwulenfrage als eine Systemfrage zu verstehen."
    dann schau mal nach frankreich..

    aber wir wollen dir den Nike Air mit der optimierten Dämpfung [..] zum leichter durchs Leben laufen mal gönnen, auch wenn der Gegenwind mal stärker ist.
    Schließlich will auch das weglaufen optimal marktwirtschaftlich vorbereitet sein...
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#35 seb1983
  • 16.04.2013, 17:50h
  • Antwort auf #34 von stromboli
  • Ich versuche solche Begriffe eigentlich zu vermeiden was andere als liberal, bürgerlich, rechts oder links bezeichnen, je nachdem wie es passt bzw. bis zur nächsten Säuberung des eigenen Lagers.
    Und liberal gegen links, hmmm, schwer...

    Frankreich ist ein gutes Beispiel: Was da für Gruppen gegeneinander stänkern, dort traditionellerweise auf der Straße, ist als Randnotiz abgespeichert.
    Letztendlich hat aber wieder ein großer "bürgerlich parlamentarisch kapitalistischer" Staat einen großen Schritt Richtung Gleichberechtigung gemacht.
    Der Weg mag verschieden sein, wie in Skandinavien auch, aber da darf ich auch mal männlich primitiv sein: Es zählt was dabei raus kommt.
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#36 knockoutAnonym
#37 antosProfil
  • 16.04.2013, 20:25hBonn
  • Antwort auf #25 von stromboli
  • "Dass die welt da draussen längst über diese, deine begriffe hinwegschlittert, ist ebenso ein verdienst der verdrängungspolitik die da lauert.."

    Eben. Aber die Welt da draußen ist auch über die steinzeitlinken Begriffe hinweggeschlittert wie der Phrasendrescher-User sie hier ein ums andere Mal raushaut. Jahrzehnte neoliberaler Markt-Ideologie haben die Politik und das Vertrauen in politische Regelung - die selbstverständlich immer Regulierung sein muss, Politik muss über Wirtschaft stehen! - grundlegend zerstört, das Machtverhältnis hat längst eine Entwicklung genommen, die der kluge Marx in dieser Form nicht vorhergesehen hat: transnationale Konzerne diktieren nationalen Regierungen ihre Auflagen und auch die rettende demokratische Kräfte der Medien, der großen Massenmedien sind längst Marionetten der Konzerne und Superreichen - wenige reiche Familien können diktieren, worüber wir vielen - Nietzsche nannte uns in einem anderen Zusammenhang 'die Vielzuvielen' - dann diskutieren. Die ideologische Seite der Marktgläubigen zeigt sich übrigens gut daran, wie wenig sich diese Leute, die sich überall für die Beschneidung des Staats - also der Politik, also unserer Interessen - aussprechen gegen staatliche Initiativen einsetzen, die der Förderung ihrerselbst, eben der Elite dienen: die Verteilung von Ehrungen und öffentlichen Privilegien an Reiche und Mächtige ist ihnen zum Beispiel immer willkommen, der Ausbau von Polizei und Justiz zum Schutz ihres Privateigentums Ehrensache. Ob Sepp auch die sogenannte Bankenkrise mitbekommen hat? Diese Zeit, als die Marktideologen auf einmal wieder nach dem Staat riefen [wenn die Bank " too Big to fall" war]? Das haben dann später alle kleinen Sparer, speziell auch die Gekündigten im öffentlichen Dienst bezahlt.

    Sorry, was wollte ich eigentlich hier mitteilen, bevor ich mich in Rage getippt hab? Vielleicht so was: selbstverständlich ist das eine Marketingaktion von Nike - wer da ganz aufgebracht herausforscht, dass es hier um Geld gehen könne, um Wirtschaftsmacht, ist ein wirklicher Depp - dennoch: als einzelne Aktion kann dass eine gute weitere Diskusion anstoßen.
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#38 phrasen scannerAnonym
#39 antosProfil
  • 17.04.2013, 23:55hBonn
  • Antwort auf #38 von phrasen scanner
  • Danke für die Links zu den Hl. Texten, da können wir hinterher noch ein wenig Bibelexegese spielen, aber für ganz so dumm solltest Du mich nicht halten. Dass sowohl Marx als auch Engels davon überzeugt waren, die 'Globalisierung' - als quasi 'naturläufiger Prozess' - würde die Nationalstaaten hinwegfegen, hast Du schon mal gehört, ja? Tatsache ist: das ist nicht der Fall. Beides neben- und ineinander scheint uns heute das ein oder andere interessante Problem zu bereiten. Schmöker in diese Richtung vielleicht auch mal ein bisschen rum.

    Hier ist auf alle Fälle jede Menge Platz für dich, einmal nachvollziehbar und diskutierbar zu erläutern, wie genau die 'heterosexistische Geschlechterordnung' auf dem 'gesellschaftlichen Ausbeutungs- und Unterdrückungssystem' ' fußt'. Das interessiert sicher nicht nur mich.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #38 springen »
#40 stromboliProfil
  • 20.04.2013, 10:07hberlin
  • Antwort auf #37 von antos
  • mein lieber antos, vorab muss ich gestehen; ich hatte den artikel nike zuvor nicht gelesen und nicht auf ihn bezogen , sondern hab im pawlowschen reflex auf meinen lieblingswirtschaftskommentator seb1983 stellung bezogen.
    Zum thema nike stimme ich dir zu : besser als gar nichts in diesem kladderadatsch von ursache.und wirkung... Und wenn dies läuft , ist nicht mit dem erhobenen zeigefinger unsererseits zu reagieren, weil ja nun der verdacht der käuflichkeit von emanzipation gegeben sei. Jede form öffentlichkeit ist wichtig und wenn schon gesponserte öffentlichkeit, dann zu unseren gunsten!

    Ich wollt mich eigentlich nicht in eine auseinandersetzung um visionen von marx-engels reindrängen lassen, was mir offengestanden zu hochtrabend ist. Lese aber gerne intelligente erläuterungen hierzu, besonders da, wo die thematik aus dem ruder zu laufen droht. Da aber solche themenvorgänge es ermöglichen vom hundertsten ins tausende zu kommen, seis drum; schaun wir uns die phrasen mal an:

    Eines meiner probleme hierbei ist die verwendung von begriffen aus der arbeiterbewegung, die sich scheints überholt haben, aber in ihrer vormaligen ausdeutung sprachlich es immer noch genau auf den punkt bringen.
    Worum es geht: um die frage, wer hat die macht und wie wird sie angewendet, wie und wer wehrt sich ...noch!
    Eben um ARBEITERBEWEGUNG.

    Gleichzeitig sehe ich die arbeitsbewegung als ursprung unserer heutigen lebenssituation und am scheideweg einer relativen lebenssicherheit hin zum absturz in eine totale abhängigkeit wirtschaftlicher ausbeutung , als teil jener gemachten gewerkschaftlich/arbeitsgebenden kompromisse, welche um wenigstens soziale sicherheiten sich einzuhandeln ,dem kapital allein die deutung von markt und kapitalismus überlassen.. Mit andern worten, die gemachten fortschritte in der beziehung arbeit-kapital sind cimären , weichgespülte begriffskürzeln die neuverpackt althergebrachte verteilingskämpfe aufzeichnen.
    Mitbestimmung statt enteignung der produktionsverhältnisse. Das ist arbeitsgeschichte .
    Für die , die es vergessen haben: es gibt eine gesetzlich vorgeschriebene "friedenspflicht " die dsem "arbeitskampf vorangestellt ist!
    So konnte zusammenfinden was eigentlich unvereinbar ist: soziales und marktwirtschaft.

    Es sich hierbei immer nur um eine scheinlösung zur beruhigung einer durch krieg aufgelösten gesellschaft handelte ,die doch im gemeinsamen aufbau ,die begriffe zwar plakativ zusammen fügt, aber im kern schon in ihrer entstehung auf die zeit nach dem wideraufbau setzt, somit auch die gesetze und regeln des arbeistkampfes im interesse des marktes regelten... siehe verbot des politischen und später auch wirtschaftlichen generalstreikes in der brd.
    Man darf nicht leugnen, es "befriedete" in deutschland den markt, während in andern ländern die zuspitzung die wirtschaften kollabieren lies.
    In einer total ruinierten wirtschaftslage ein mittel die kräfte zu bündeln.. hier zugunsten des kapitals geschehen, in anderen -skandinavischen ländern genutzt, um die kräfte der arbeitenden zu stärken.
    Schon hier die wesentlichen unterschiede sichtbar, die heute ebenso den abstand deutscher "sozialer marktwirtschaft" von der skandinavischer beschreibt..
    Aber wir haben da noch die wissenschaft der arbeitswelt, die arbeit reformiert wie man sagt, und ihr neue begriffe zuordnet, erst so das "menschelnde antlitz" verleiht.
    Experimente mit großraumbüros, gleitende arbeitszeiten, roundtable.-teamwork.. Humanresource-sprich humanes kapital in händen .. ja wem?
    Wer besitzt das humankapital..?
    Der, der es physisch einbringt? Nach welchem kriterium wird es bewertet.. nach dem kriterium dessen der sich zur verfügung stellt.. oder dem, der kosten-leistungskalkulatorisch den preis fürs angebotene festlegt..usw.

    Wenn ich trotzdem althergebrachte begriffe weiter verwende, will mich auch dem vorwurf der phrasendrechereien stellen und verständlich machen, warum alte begriffe immer noch einen nicht zu unterschätzenden reizwert haben, der diskussionen anschiebt.
    Denn mir ist der modernisierte arbeitsplatzwohlfühlfaktorspeech angesichts des darin eingewickelten selbstausbeutungspotentiales nicht entgangen.

    Arbeit so nicht mehr als arbeit definiert werden will, sondern in begriffen wie human resource zum betriebswirtschaftlichen rohstoffaktor, sprich physisches Kapital wird, ohne dass wir über die begrifflichkeit weiter nachdenken.

    Weil der arbeitende Mensch sich heute selbst organisieren kann, wird Arbeit neu
    definiert.
    So eine neudeutungen des sich selbstausbeutenden physischen kapitals.

    Entdeckt wird: es ist nicht der kapitalist der ausbeutet, es ist das psychiche kapital das sich unter bestimmten bedingungen selbst ausbeutet...
    Man braucht ja nur nicht wollen, nicht mitmachen...

    Man unterwirft sich wissenschaftlicher deutungsmuster, spielt mit bei den experimenten die zur optimalausbeutung mit uns gemacht werden, und gibt so bereitwilligst eigene identiäten auf!
    Hauptsache man zeigt was vor, dass einem einreiht in die warteschlange derer die da hoffen..
    ich hab studiert, hab abschlüsse, war im autonomen asta mitglied... ergo bin ich was in dieser welt psychisch aufgewertetem kapitals.

    Die klassengesellschaft wird durch begriffe überwunden , die scheins sich abkoppeln von dieser kategorisierung , einem heraushebt aus masse und resource, Der mensch gedanklich sich aufteilt in einfache tätigkeit, mittleres & gehobenes management und elitärer führungselite. Alle aber hochmotiviert, weil als teil eines ganzen assoziiert. Oder wie oben behauptet: der mensch organisiert selbst seine arbeit, also organsiert er auch selbst die sicht auf sich...

    Den arbeiter im marx-engel'chem sinne gibt es also so (scheinbar) nicht mehr; keiner steht mehr am fließband bis zum umfallen, ackert auf dem feld als landarbeiter, um dann zuhause nicht mehr die familie ernähren zu können.. ja es taucht gar die these auf, der kapitalismus schaffe endgültig die arbeit ab...
    gibts noch den hergebrachten arbeitsbegriff der erwerbsarbeit - also möglichst gute erwerbstätigkeit, berufliche qualifizierung soziale sicherung in einem auf dauer überschaubaren zeitraum?...
    Oder ist es das heutige fließband ,die aldi-schlecker kasse, der einräumer im supermarkt , der eineuro-jober im spargelfeld, oder der franchise-scheinselbstständige der für otto-bertelsman-dhl und upi sein eigenkapital samt gesundheit aufs spiel setzt... die moderne widerspieglung jener vergangenen arbeitswelten?
    Sind es die multijobtätigen, die 2-3- 5jobs am tag ausüben? Oder vielleicht die kellner/innen die die so belebten erlebnismeilen wie bergmanstrasse und prenzelberg bevölkern... immer freundlich lächelnd , für wenig geld dienste leistend. Kommt von hier die neudefinition des arbeiters ,und ist der sich seiner klasse bewusst?
    Nein heute verschieben sich diese gefälle in "niedriglohngefälle oder leiharbeit" mit der garantie auf ein rentendasein unter dem heutigen niveau. Werden mittlerweile fast 40% der lohnabhängigen teils unterhaltsberechtigt vom staat alimentiert, weil ihr einkommen nicht mehr genügend ist, um ihnen eine eigenversorgung zu garantieren..
    Wir haben den billiglohnempfänger kreiert, was aber nicht so schröcklich klingt wie "prolet".

    Man sagt, die nachwachsende generation habe es mit der neuordnung der arbeitsverhältnisse gar nicht so schwer, die seien soooo viel flexibler als wir alten...
    Und ein praktikum doch nur der berufsqualifizierung diene..; Was aber, wenn mittlerweile das praktikum zum arbeiststandart und dauereinstellungstyp wird. Und das in den gehobenen tätigkeiten mit guter vorbildung, coolen jobs am markt.
    Qualifikation also auch nicht mehr ein herausstellungsmerkmal und garant für gesicherte beschäftigung ist!
    Zudem, so viel an coolen jobs gibt die wirtschaft nicht her.., ist doch ihr ziel die rationalisierung.

    Abiturienten fangen bei lidel und aldi an, der bachelor darf sich in projektbezogene firmennahe wirtschaftshochschulen anmelden.. Ausbildungsziel zweigstellenleiter oder bezirksleiter... so die einstellungswerbung derzeit beim bundesdiscounter. Bei der auslese und dem zu erwartenden aufstieg in die führungsspitze bei aldi, ist mit einem heißen verdrängungskampf zu rechnen.

    Bei einer sinkenden zahl von arbeitsstellen mit wachsenden zustrom an suchenden, steigt proporzional auch der anteil jener, die auf grund ihre mangelnden vorbildung in die steigende zahl jener fällt, deren aussicht auf ein gesichtertes arbeitsleben gleich null ist.
    Ist abitur aber nun schon ein zeichen mangelnder vorbildung, denn wer gleich in den beruf drängt , hatte wohl probleme mit dem numerus clausus für weiterbildendes...
    Schöne neue arbeitswelt, wo mindest ein abi als untere marge für den einstieg ins erfolgversprechende berufsleben steht ( filialleiter...) und der hauptschüler sich selbst auf kommende hilfarbeit vorbereiten darf.

    Auch hier ein rückblick: mein opa erzählte mir , als ich meine lehre begann, dass seine generation noch das lehrgeld zum ausbilder brachten um ausgebildet zu werden, lehrgeld vom lernenden gezahlt wurde, incl. heizmittel, um so seinen anteil am heizen der arbeitsstelle zu gewährleisten....
    Heute gibt es praktikas die unbezahlt bleiben , teils man sich in sie einkauft, um so einen platz zu erhaschen.., weil der lerneffekt offensichtlich unbezahlbar
    Wie die zeiten sich gleichen!

    Was aber braucht der markt in einer arbeitsteiligen zeit? Was ist wirklich neu? Einerseits hochmotivierte, die auch mit wohlfühlaspekten an eine firma gebunden werden.. teamworking, gemeinsame wochende, gemütliche büros mit wellnessangebot, frauen und homofreundliches klima.. und mehr an trallala..! Simuliert werden teamgeist, teamverantwortung,teamentscheidung... um so die wahren entscheidungsverhältnise zu kaschieren. Man empfindet sich als entscheidungsträger.
    Diese schnullis treten dann in foren als verteidiger der marktwirtschaft und der leistungsgesellschaft auf. Blähen sich auf zu trägern einer systemimanenten siegerelite..; träger-verteidiger des überlegenen kapitalismus über den schmarotzenden sozialismus.
    Und so wie der lohnabhängige weg vom blaumann hin zum weißkittel strebte in den 50- 70 jahren, um ja nicht einer verliererklasse anzugehören ( siehe spd.. wir sind nicht länger eine partei des proletariates, wir vertreten arbeitnehmer , angestellte und den mittelstand.. karl schiller 1970) , so strebt heute dank dienstleistuungs-selbstausbeutungsgesellschaft ein nicht unbeträchtlicher anteil ausgebildeter in ein leih-zeitarbeits-praktikanten präkariat.
    Womit für mich eine neufindung des proletariers auf "hohem niveau" sich andeutet, egal welche coole in-bezeichnungen er sich dabei umhängt.

    Das das heutige praktikanten-proletariat nun in hippen cafe's rumhängt und 2 stunden am expresso doppio nuckelt,statt wie vormals bei aschinger oder einer suppenküche , verschiebt nur die leere hinter den fassaden . Heute wie frühe sind solche orte sammelpunkt jener die auf information, tipps und vitamin beziehung hoffen, um sich ihre einkommenssituationen aufbessern zu können..
    Heute nennt man dies selbstvermarktung.
    Man übt stilistik beim bewerbungsschreiben statt stil im schreiben in foren...

    Anderer seits braucht der markt kurzfristig austauschbare kräfte die den marktzyklen entsprechend eingesetzt, bei optimaler lohnkostenkalkulation für den arbeitgebenden, dass optimale an arbeit & gewinn abgeben... Hier wird der moderne arbeitsempfänger konstruiert, dabei vergessen, dass dies gar nicht so neu ist..
    Schon in der zeit der manufaktur und der frühzeit der industriealisierung, war der springer, den man an den toren vor der fabrik für stunden(lohn !) anheuern konnte ein nützliches werkzeug des kapitals.
    Schlimstenfalls waren sie dann auch die streikbrecher bei aufkommenden arbeitskämpfen.
    Das kapital also heute sich wieder (!) solche lohndrücker ( so nannte man sie in der hochzeit der arbeitskämpfe...) schafft, um innerbetrieblich den druck auf die noch wenigen langfristig beschäftigten zu erhöhen.
    Die folge: statistisch gesehen sinkt seit beginn der nuller jahre der inflationsbereinigte reallohn ..
    Immer mehr sind einfach mal so unter das statistische mindesteinkommen gerutscht. Und keine schuldigen in sicht für solche wirtschaftkenner wie seb 1983! Nach jenen gehts uns ja immer noch besser als damals im osten, als die zwar alle arbeit hatten, aber für bananen anstanden...
    Was automatisch die frage zulässt: ist eine mangelgesellschaft vertretbar, wenn sie anderweitig soziale leistungen versucht vorbildlich zu gestalten , auch um den preis, so über einen konsumgütermangel hinweg täuschen zu wollen...
    Waren also jene im realsozialismus ärmer dran, wenn zwar ihre versorgung durch kinderkrippen gesichert, ein vorbildliches arztliche versorgungssystem flächendeckend , oder es eine arbeitsgarantie für alle gab, wenn im gegenzug die lebensumstände in maroden häusern , städten und landschaften das lebensgefühl erstickten. Und hätte man bei wegfall der künstlich erschaffenen konkurenz der systeme, eien ander, eine bessere welt auf beiden seiten schaffen können?

    Verarmung im hier und heute,dass alles beunruhigt hier niemanden, weil ja einerseits immer noch staatliche fürsorge den deckel auf dem topf belässt, andererseits aber die betroffenen einer zugehörigkeit beraubt wurden, in der sie sich wiedererkennen konnten; der sich armut nennenden klassenzugehörigkeit!
    Ja ich weiß: Das ist ein schlimmes wort , weil es so ganze bevölkerungsgruppen einordnen lässt, ihnen ihren platz in der gesellschaft aufzeigt. Aber gott sei dank haben wir ja all die bedeutsam klingenden wissenschaftlichen begriffe um die erbärmlichkeit solcher entwicklungen im umschreiben zu bagetalisieren...
    oder gibt es da doch noch was wie neugierde:

    www.heise.de/tp/blogs/8/154123
    Arbeitsarmut ist in Deutschland gewachsen
    2010 lag Deutschland EU-weit mit dem größten Anteil von Arbeitslosen, die armutsgefährdet waren, an der Spitze
    Seit Beginn der Hartz-Reformen und damit der Liberalisierung des Arbeitsmarktes hat nach dem Autor und Sozialwissenschaftler Eric Seils die Armut in der Erwerbsbevölkerung "stark zugenommen": "Der Anteil der Armen in der Erwerbsbevölkerung ist heute deutlich höher als 2004. Das gilt sowohl für Beschäftigte als auch für Arbeitslose."
    -----
    Das die "internationale" schlussendlich nicht durch den arbeiter , sondern vom kapitalist erreicht wurde, ist nicht nur produkt der darum geführten kriege und ungleichen verteilungskämpfe zwischen erster-zweiter dritter-usw.. welten, sondern auch dem versagen nationaler arbeitsbewegungen geschuldet, die nie den weg in die internationale, sprich globale handlungsfähigkeit gelangte.
    Teil wohl auch deswegen , weil man zuvor immer erst den eigenen bedarf an kompromissen national heraus zu holen versuchte, oft auf kosten der nachbarregionen.. ,somit aber eine internationalisierung des arbeitskampes vergeigte.. Auch die EU ändert nichts an diesem dilema. Im gegenteil: hier zeigt sich auch, auf welchen füßen sie steht: auf der des kapitals.

    Wurde die marxistische internationale als arbeiterinstrument einstmals ideologisch noch als ein den nationalismus überwindendes konstrukt angedacht, entwickelte die gewerkschaftsbewegung sich nach dem 2ten weltkrieg ausschließlich national , wo sie sich einer wirklichen internationalisierung durch länderübergreifendes handeln wiedersetzte, auf die besonderheit des jeweiligen standortes bezogen argumentierte, und zu handeln suchte.
    Gleichzeitig konnte durch die globalisierung der konzerne die überwindung& gefangennahme der nationalen märkte und damit auch die überwindung nationaler arbeitsbewegungen erreicht werden .

    Hier nun restverbliebene nationale scheinwirtschaften gegen global agierende konzerne antreten.., während globalisierte staaten (EU )sich gerade durch beibehaltung nationaler interessen gegenüber wählern etc. . verpflichtet fühlen... siehe finanzkrisen!

    Eines allerdings ist sicher:
    Einen multinationalen stoppt man nicht im arbeitskampf um höhere löhne oder regionale mitbestimmung, sondern nur im gemeinsamen bestreben aller lohnabhängigen, deren multinationalität zu zerstören oder wenigstens zu beschränken.

    Erst wenn geklärt ist, das ein konkurrenzprodukt nicht die konkurrenzfähige überlegenheit des produktes in der qualitätsanforderung bedeutet, sondern nur die konkurrenz der herstellungskosten, erst dann wird dem arbeiter in deutschland klar werden können, dass er weder sich auf das lohnniveau koreas einlassen sollte , noch die dort arbeitenden in ihrem billiglohn status verkommen lassen darf. Solange der UNTERSCHIED herrscht, solange werden beide arbeiterschaften gegeneinander ausgespielt , ausgenutzt und ausgebeutet.

    Aus diesen grünnden muß wieder in den sprachgebrauch unserer beschäftigungskultur rein: AUSBEUTUNG !
    AUSBEUTENDE & AUSGEBEUTETE!

    Das arbeiter, um bei diesem klassischen wie ungeliebten begriff zu bleiben, dARF nicht (!) 2dem staat2 diese korrekturrolle überlassen, sondern muss am staat vorbei sich als interessengemeinschaft verstehen. Denm staat hier eine regulierungsrolle zuzuschreiben ist die andere fehlerhafte schlussfolgerung aus ihrer fast 160 jährigen arbeitsbewegungsgeschichte.
    Hier macht der global lohnabhängige den nationalistischen bock zum gärtner. Die soziale marktwirtschaft ideologischer grundpfeiler der legitimation des staates als verwaltungsstruktur der gesellschaften, wird so zum erfüllungsgehilfen des kapitals!

    Du siehst, es läuft immer auf den ausgangspunkt zurück. Ich scheue mich nicht althergebrachte begriffe weiter zu benutzen, solange die neu zu formulierenden inhalte nicht gegeben!
    Auch gerade, wenn sie emotional so aufgeladen sind mit ressentiments.
    Wo sonst bringt man die gemüter noch in wallung, als bei der frage der rechts-links ideologien hin zu sozialer gerechtigkeiten und ihrer unvereinbarkeiten , wenn nicht genau aufgetröselt. Sicher, bei dem wort religion der selbe effekt!

    Du schreibst sehr richtig: ..transnationale Konzerne diktieren nationalen Regierungen ihre Auflagen und auch die rettende demokratische Kräfte der Medien, der großen Massenmedien sind längst Marionetten der Konzerne und Superreichen - wenige reiche Familien können diktieren ...
    und weiter ausführst: die Verteilung von Ehrungen und öffentlichen Privilegien an Reiche und Mächtige ist ihnen zum Beispiel immer willkommen, der Ausbau von Polizei und Justiz zum Schutz ihres Privateigentums Ehrensache. Ob Sepp auch die sogenannte Bankenkrise mitbekommen hat? Diese Zeit, als die Marktideologen auf einmal wieder nach dem Staat riefen [wenn die Bank " too Big to fall" war]?
    Wenden wir uns deshalb den worthülsen und phrasen der gegner zu: " too Big to fail" ;
    Wie das in den köpfen betroffener aussieht ein mimentanes beispiel:
    www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hauptversammlung-der-commerzb
    ank-orgie-der-kapitalvernichtung-1.1653739

    So explosiv war die Stimmung noch nie: Aktionäre der Commerzbank attackieren auf der Hauptversammlung den Kurs des Managements. Denn Bankchef Blessing denkt zuerst an den Steuerzahler und dann erst an die Anteileigner. Die Aktionäre haben in den vergangenen Jahren viel Geld verloren. Der Aktienkurs der Bank ist seit dem Ausbruch der Finanzkrise von über 30 Euro auf 1,20 Euro abgesackt. Und jetzt will die Bank erneut 2,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ein-sammeln, um dem Staat seine stille Einlage von rund 1,2 Milliarden Euro zurückzahlen zu können und den Kapitalanforderungen der Regulatoren gerecht zu werden. Die Verwässerung für die Alt-Aktionäre nimmt die Bank damit in Kauf. "Es reicht", schimpft Klaus Nieding von der Aktionärsvertretung DSW. "Wir werden der Kapitalerhöhung nicht zustimmen."
    Der kapitalist- sprich aktionär , der gerettet durch den steuerzahler nun sich gegen die rückzahlung der schulden wehrt weil sonst die dividente zu schmal.
    Zypern mal von nahe betrachtet...

    Lassen wir uns nun erschlagen vom too big to fail? Welche keule nutze ich, um gegenpole- gegengewalt herzustellen.
    Ich selbst will keine befriedeten landschaften! Schon gar nicht auf den märkten!
    Glaube auch nicht an ein solches friedfertiges beieinander.. weder im wirtschaftlich, noch im ökologischen noch im heteronormativ soziologischen zusammenhang.
    Womit wir beim systemimmanenten wirken heteronormativer gesellschaftstrukturen und deren funktion als stützkorsett des kapitalistischen systems wären...!
    Bei gelegenheit setzen wir das dann mal intensiv fort!
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