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- 17. April 2013 2 Min.

André Vingt-Trois versteht sich als Lobbyist gegen Homo-Rechte (Bild: Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons / CC-BY 2.5)
Mit immer schrilleren Tönen eskaliert die katholische Kirche in Frankreich den Konflikt um die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Der Pariser Erzbischof warnt nun vor Gewalt, sollte das Gesetz beschlossen werden.
Der ranghöchste französische Vertreter der katholischen Kirche hat am Dienstag erklärt, dass die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zu einer "gewalttätigen Gesellschaft" führen könne. Kardinal André Vingt-Trois, als Erzbischof von Paris und Vorsitzender der französischen Bischofskonferenz der mächtigste Katholik im Lande, sieht laut "Le Figaro" den Gesetzentwurf zur Gleichstellung von Homosexuellen im Eherecht als Zeichen an, dass die französische Gesellschaft auseinander bricht.
"So entsteht eine gewalttätige Gesellschaft", sagte der 70-Jährige bei einem Treffen der französischen Bischöfe. "Die Gesellschaft kann nicht mehr integrieren und die unterschiedlichen Meinungen in ein gemeinsames Projekt zusammenführen." Frankreich entwickele sich auseinander, wenn die Geschlechtsunterschiede nicht mehr anerkannt werden würden. Außerdem gebe es in Zeiten großer wirtschaftlicher und sozialer Probleme wichtigere Dinge als Rechte für Homosexuelle zu diskutieren.
Vingt-Trois hatte bereits seit Monaten gegen die Ehe-Öffnung Stimmung gemacht. So behauptete er etwa, dass durch die Gleichstellung Kinder geschädigt werden würden (queer.de berichtete).
Bedrohliche Rhetorik von Homo-Gegnern

Frigide Barjot führt die Protestbewegung gegen Homo-Rechte an (Bild: Wiki Commons / Ericwaltr / CC-BY-SA-3.0)
In Frankreich mobilisiert derzeit das von der katholischen Kirche unterstützte Protestbündnis "La Manif Pour Tous". Es gab bereits mehrere Demonstrationen gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben, auch im Ausland (zuletzt sogar in Düsseldorf, queer.de berichtete). Am Wochenende wurden zudem 200 Homo-Gegner bei teils gewalttätigen Demonstrationen festgenommen. Vergangenen Monat musste die Polizei mit Tränengas gegen Homo-Gegner vorgehen (queer.de berichtete).
Die Organisatorin des Protestbündnisses, die Komikerin Frigide Barjot, sagte am Freitag: "Hollande will Blut und er wird es bekommen." Auch die konservative Oppositionspartei UMP gießt Öl ins Feuer. So nannte der stellvertretende Parteivorsitzende Hervé Mariton das Gesetgebungsverfahren eine "Anstiftung zum Bürgerkrieg". Grund für die Aufregung am Wochenende: Die Schlussabstimmung wurde von der Regierung auf den kommenden Dienstag vorgezogen.
Derzeit haben elf Länder die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. In diesem Monat haben zudem Neuseeland und Uruguay ohne große Widerstände die Gleichstellung im Ehe-Recht beschlossen. In beiden Ländern soll das Gesetz im Sommer in Kraft treten. (dk)















Ansonsten sollte man jede politische und gesellschaftliche Einfklussnahme unterbinden.
Herr Hollande in Frankreich macht das richtig - die deutsche Politik ist da weniger konsequent.