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Reaktionen zum Coming-out
Auch die Obamas unterstützen Jason Collins
- 30. April 2013 3 Min.

Die Wochenzeitschrift "Sports Illustrated" hat eine Auflage von über 3 Millionen Exemplaren - in der neusten Ausgabe ist Jason Collins die Titelgeschichte
US-Basketballer Jason Collins erhält viel Lob und Unterstützung nach seinem Coming-out, nur konservative Kommentatoren sind verstimmt.
Wenige Stunden nach seinem Coming-out haben viele Sportler und Prominente den Profi-Basketballer Jason Collins für seinen Schritt beglückwünscht und ihm Unterstützung angeboten, darunter auch US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle. Collins hatte sich am Montag in einem Artikel für die Zeitschrift "Sports Illustrated" geoutet (queer.de berichtete). Er ist damit der erste aktive Spieler in einer der großen US-Profiligen, der den Schritt wagt.
Ein Sprecher des Weißen Hauses hat erklärt, dass Präsident Obama Collins am Montag angerufen habe. Obama sei von Collins' Mut beeindruckt gewesen und wolle ihn in seiner weiteren Karriere unterstützen. First Lady Michelle Obama hat den 34-Jährigen unterdessen persönlich via Twitter beglückwunscht: "So stolz auf dich, Jason Collins. Das ist ein großer Schritt vorwärts für unser Land. Wir stehen voll hinter dir!".
Auch Ex-Präsident Bill Clinton gratulierte Collins. Er nannte das Coming-out einen "wichtigen Moment" für den Profisport und die schwul-lesbische Geschichte. Es sei ein "aufrichtiges Statement eines guten Menschen, der nichts anderes will wie viele andere auch: So sein zu können, wie er ist, seine Arbeit zu machen, eine Familie zu haben und zur Gemeinschaft beizutragen". Auch Clintons Tochter Chelsea, die gemeinsam mit Collins an der Universität Stanford studiert hatte, twitterte ihre Unterstützung.
Navratilova: "Bastion der Homophobie wird herausgefordert"

Die Twitternachricht von Michelle Obama
Die lesbische Tennisspielerin Martina Navratilova nannte das Coming-out "bahnbrechend": "Eine der letzten Bastionen der Homophobie wird herausgefordert". Damit würde viele junge Schwule und Lesben ermutigt, beim Team-Sport mitzumachen und müssten nicht mehr vor der "heterosexuellen Kultur" ducken.
Auch bei Homo-Gruppen war die Freude über das Coming-out groß. Andre Banks von "All Out" erklärte, dass nun hoffentlich mehr Sportler diesen Schritt wagten und sie damit das homophobe Klima eindämmen könnten: "Wenn sich mehr Profis outen, werden sie nicht nur von ihren Fans unterstützt werden, sondern können auch ein Vorbild sein. Damit retten sie Leben und bekämpfen Mobbing. Collins wird es noch nicht wissen, aber er ist ein Held", so Banks.
Kritik am Coming-out: "Offene Rebellion gegen Gott"
Manche der in den USA mächtigen Radio- und Fernseh-Kommentatoren kritisierten jedoch den vermeintlichen "Hype" um das Coming-out, insbesondere aus politischen oder religiösen Gründen. So erklärte der bekannte Kolumnist Ben Shapiro von den ultrakonservativen "Breitbart News" via Twitter: "Jason Collins ist ein Held, weil er schwul ist? Unser Standard für Heldentum ist seit [der Invasion in der] Normandie nach unten gegangen." Daraufhin twitterte er Statistiken, die zeigen sollen, dass es bessere Basketballer als Collins gebe.
Der ESPN-Sportmoderator Chris Broussard kritisierte in seinem Heimatsender das Coming-out als unchristlich: "[Die Bibel] sagt, dass das eine Sünde ist". Ein solches Verhalten sei eine "offene Rebellion gegen Gott und Jesus Christus". Daher würde er "diese Person nicht als Christ bezeichnen".
Auch die beliebte "New York Times"-Sexkolumnistin Dr. Ruth Westheimer kritisierte das Coming-out: "Ich finde es sehr schade", so Westheimer gegenüber der "Huffington Post". "Warum müssen wir darüber reden? Meiner Meinung nach ist das eine Privatangelegenheit und jeder muss so respektiert werden, wie er ist." Promis sollten nicht unter Druck gesetzt werden, ihre sexuellen Beziehungen in die Öffentlichkeit zu bringen.
Besonders plump kritisierte Bryan Fischer von der American Family Association das Coming-out. Er warnte in seiner Radiobotschaft davor, dass Collins seine Mitspieler beim Duschen "anglotzen" würde. Die AFA, die 200 Radiosender und einen Fernsehkanal betreibt, gilt in den USA als die größte Lobbygruppe gegen Homo-Rechte. (dk)















Glückwunsch an Obama und Clinton, daß sie Jason Collins zu seinem mutigen Schritt gratulierten!