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Entschuldigung für homophobe Äußerung
Idrissou: Männliches Auftreten ist "Teil meiner Kultur"
- 02. Mai 2013 2 Min.

Mohamadou Idrissou bei der Pressekonferenz vor dem Spiel am Montag in Cottbus
Der FCK-Spieler hat sich für seine schwulenfeindliche Äußerung vom Montag entschuldigt und mit seiner afrikanischen Herkunft begründet.
Der 1. FC Kaiserslautern hat am Donnerstag auf seiner Website eine Stellungnahme seines Stürmers Mohamadou Idrissou veröffentlicht, in der der 33-Jährige um Verzeihung für eine schwulenfeindliche Äußerung bittet. Idrissou hatte am Montagabend nach einem verlorenen Spiel wiederholt die abwertende Bemerkung gemacht, dass er männlich sei und nicht schwul (queer.de berichtete).
Der aus Kamerun stammende Spieler erklärte, er habe "keinesfalls 'schwul sein' als negativ bewerten" wollen. Vielmehr sei er auf den Schiedsrichter wütend gewesen: "Ich bin ein stolzer afrikanischer Mann und ein stolzes männliches Auftreten ist Teil meiner Kultur. Durch den Hinweis des Schiedsrichters bezüglich meiner Körpersprache habe ich mich in meiner Männlichkeit angegriffen gefühlt". Warum er unmännliches Verhalten generell mit Homosexualität in Verbindung gleichgesetzt hatte, sagte Idrissou nicht.
Seine Reaktion sei falsch gewesen und seinem "kulturellen Hintergrund geschuldet" und tue ihm "aufrichtig leid". Weiter erklärte der kamerunische Nationalspieler, er habe persönlich nichts gegen Homosexuelle: "Ich respektiere die freie sexuelle Orientierung jeder Person", so Idrissou in der Stellungnahme.
Schlechte Deutschkenntnisse
Der Spieler führt seine mangelhaften Deutschkenntnisse als weiteren Grund für die Entgleisung an: "Die deutsche Sprache ist nicht meine Muttersprache und meine Ausdrucksweise ist daher eingeschränkt und fehlerhaft. Dies bitte ich bei der Einschätzung des Interviews und auch dieser Entschuldigung, die mir sprachlich ohne Mithilfe der FCK-Verantwortlichen nicht möglich wäre, zu berücksichtigen." Idrissou spielt seit 2001 fast ohne Unterbrechung für Vereine der deutschen Bundesliga.
Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußballbundes (DFB) hat Ermittlungen gegen Idrissou aufgenommen. Ihm droht eine Sperre für mehrere Ligaspiele.
Der 1. FC Kaiserslautern hat bereits in einer Stellungnahme kritisiert, dass die Aussagen seines Star-Stürmers von den Medien auf "potentielle homophobe Aussagen" reduziert werden würden. Für die Verharmlosung von Schwulenfeindlichkeit erhielt der Verein am Donnerstag die Homo-Gurke. (dk)
Update 20.40h: Neue FCK-Reaktion
Auf Facebook schrieb der Verein am Abend, die These, "der FCK würde homophobes Verhalten entschuldigen", sei "absoluter Unsinn": "Vielmehr nehmen wir einen Spieler in Schutz, der ungerechtfertigt und eher reflexartig angeklagt wird." Am Freitag gebe es ein Treffen von Mo Idrissou mit Vertretern des schwul-lesbischen Fanclubs Queer Devils. Auch ansonsten ist man zufrieden: "Der FCK hat vor einigen Jahren die Leipziger Erklärung unterzeichnet und eine vorbildliche Stadionordnung hinsichtlich Antidiskriminierender Inhalte. Wir führen Veranstaltungen, Aufklärungsarbeit und eine hervorragende Zusammenarbeit mit unserem schwul-lesbischen Fanclub den Queer-Devils durch."
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