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Gleichstellung eingetragener Lebenspartner
Schäuble will Familiensplitting auch für Homo-Paare
- 09. Mai 2013 2 Min.

Nimmt die Urteile des Bundesverfassungsgerichts ernst: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) (Bild: Wiki Commons / Harald Dettenborn / CC-BY-3.0-DE)
Der Bundesfinanzminister spricht sich in einem Interview gegen die Diskriminierung von Regenbogenfamilien aus.
Dieses Interview in der "Rheinischen Post" dürfte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht gefallen haben: Ausgerechnet ihr Parteifreund und Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die von ihr abgewürgte Diskussion um die steuerliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben erneut in die Öffentlichkeit gebracht.
Schäuble sprach sich in der in Düsseldorf erscheinenden Tageszeitung dafür aus, das von der CDU geplante Familiensplitting im Falle eines Wahlsiegs auch für homosexuelle Paare mit Kindern gelten zu lassen. "Die Steuervorteile müssen für alle Paare gelten, die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen." Der Gesetzgeber müsse veränderte gesellschaftliche Realitäten anerkennen, erklärte der Bundesfinanzminister. "Auch die Urteile des Bundesverfassungsgerichts gehen ja in die Richtung einer Gleichstellung", so der CDU-Politiker in der "Rheinischen Post".
Gleichzeitig relativierte der Minister allerdings seinen Einsatz gegen Diskriminierung: "Trotzdem kann die Politik Ehe und Familie besonders fördern."
Der 180-Grad-Schwenk des einstigen Gleichstellungs-Gegners
Noch im vergangenen Jahr hatte sich Schäuble vehement gegen eine Gleichstellung von Eingetragenen Lebenspartnern im Steuerrecht ausgesprochen und eine Zusammenveranlagung schwul-lesbischer Paare durch die Finanzämter sogar aktiv behindert (queer.de berichtete). Erst Anfang März gab der CDU-Politiker seinen Widerstand offenbar aus wahltaktischen Erwägungen auf (queer.de berichtete).
In dem Interview mit der "Rheinischen Post" deutete Schäuble außerdem an, dass er auch nach der Wahl gerne Bundesfinanzminister bleiben würde. "Ich fühle mich in meinem Amt jedenfalls sehr wohl." Er trete außerdem als CDU-Abgeordneter "für die nächste Legislaturperiode an", stellte der 70-Jährige klar. (cw)
Links zum Thema:
» Das komplette Interview in der Rheinischen Post
Mehr zum Thema:
» Schäuble gibt Widerstand gegen Gleichstellung auf (02.03.2013)














