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  • 13. Mai 2013 26 2 Min.


Ausriss: So machte "Bild" die Meldung zur Story

Eine transsexuelle Frau ist aus der Justizvollzugsanstalt im rheinland-pfälzischen Diez ausgebüchst und wird nun gesucht – Zeit für manche Medien, sich über Transsexuelle lustig zu machen.

Für einen Redakteur bei der "Bild"-Zeitung war die Geschichte von Sandra Ortlepp offenbar ein gefundenes Fressen, um mal wieder Photoshop auszuprobieren. Nachdem die Behörden ein Männerbild der transsexuellen Insassin herausgegeben haben, verpassten die Journalisten dem Bild der Entflohenen ein paar lustige Perücken und klatschten ihr 80er-Jahre Make-up über die Augen.

Der Artikel beginnt dazu mit dem Worten: "Kein Witz!", als ob die Transsexuelle an sich nicht ernstzunehmen ist. Im Text erfährt man, dass Ortlepp als Mann zur Welt gekommen ist, laut Reisepass aber eine Frau ist. Weil die Justiz sie nach einer Einbruchsserie gedankenlos in einen Männerknast gesteckt hatte, wurde die Insassin offenbar gemobbt – und kehrte möglicherweise daher nach einem Freigang nicht mehr zurück.

Die "Rhein-Zeitung" war in ihrem Artikel noch transphober: So benutzt der Autor ein verdoppeltes Personalpronomen ("er (sie) hat vor Gericht betont…"), das für Transsexuelle beleidigend ist. Die Insassin wird als "Mann, der sich selbst 'Sandra' nennt" diffamiert, der sich im Männertrakt "vermutlich nicht wohlgefühlt" hat – die Verharmlosung von Mobbing ist erschreckend.

Diese Berichterstattung ist gefährlich, da sie generell Transsexuelle als Freaks erscheinen lässt, die man nicht ernst zu nehmen braucht. Dabei verlieren viele Transsexuelle nach ihrem Coming-out ohnehin schon die Akzeptanz in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis und müssen noch weit mehr um Anerkennung kämpfen als Homosexuelle.

Welche Auswirkungen eine solche Berichterstattung hat, kann man in den sozialen Netzwerken sehen. Alleine auf der Facebook-Seite von RTL Aktuell haben sich viele typisch transphobe Kommentare unter dem Artikel eingefunden. So bezeichnet ein User die Flüchtige als "gruselige Gestalt", ein anderer schreibt ganz unverblümt: "der steht bestimmt irgendwo auf dem transenstrich". Auch Gewaltaufrufe sind gang und gäbe. Der deutlichste Satz: "Aufhängen diese Transe!!!!!". (dk)

-w-

#1 timpa354Ehemaliges Profil
  • 13.05.2013, 19:49h
  • "Aufhängen diese Transe" ist ja wohl das Gemeinste was ich seit langem gelesen haben. Na, da können BILD und Rheinzeitung( die sowieso keinen mehr interessiert) ja mächtig stolz sein, dass sie die niedersten Instinkte der geistig Minderbemittelten bedienen.
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#2 FelixAnonym
  • 13.05.2013, 20:28h
  • Bild-Zeitung halt...

    Und andere Deppenmedien wie RTL oder die Rhein-Zeitung schließen sich daran an.
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#3 chrischrischrisAnonym
  • 13.05.2013, 20:59h
  • Antwort auf #2 von Felix
  • Kann man in solchen Fällen keine Anzeige erstatten: Diffamierung und Aufhetzen zu Gewalttaten? - Oder ist mit Rechtsstaat nur die funktionierende Kooperation der Behörden mit der rechten Szene gemeint?!
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