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  • 14. Mai 2013 13 3 Min.

Das Abstimmungsergenbis auf de Anzeigetafel im Plenum des Senats

Innerhalb von zwei Wochen stellen drei US-Bundesstaaten Schwule und Lesben im Eherecht gleich: Nach Rhode Island und Delaware kommt nun Minnesota hinzu.

Der von den Demokraten kontrollierte Senat von Minnesota hat am Montag mit 37 zu 30 Stimmen die Öffnung der Ehe beschlossen. Bei den Republikanern lehnte bis auf einen Senator die gesamte Fraktion die Gleichstellung ab, während 36 von 39 Demokraten die Ehe-Öffnung befürworteten. Vergangene Woche hatte bereits das Repräsentantenhaus mit deutlicher Mehrheit für die Gleichstellung votiert (queer.de berichtete). Der demokratische Gouverneur Mark Dayton hat angekündigt, das Gesetz am Dienstagnachmittag unterschreiben zu wollen. Es soll am 1. August in Kraft treten.

Während die Befürworter des Gleichstellung in der vierstündigen Debatte erklärten, die Öffnung der Ehe sei eine Frage der Bürgerrechte, argumentierten die Gegner, das Gesetz sei schlecht für Kinder und unchristlich. So erklärte der republikanische Senator Dan Hall, dass er für ein Wunder bete, damit das Gesetz doch noch scheitert. Er wolle nicht auf der "richtigen Seite der Geschichte" stehen, sondern seinen Platz im christlichen Himmel nicht gefährden. "Wo endet das?", fragte sein Parteifreund Torrey Westrom. Er befürchte, dass die Entscheidung "die Anerkennung von Vater und Mutter wegnimmt und damit das kaputt macht, was unsere Kinder brauchen."

Youtube | Bericht im Lokalfernsehen

Senator: Gott hat Schwule und Lesben und die Liebe geschaffen


Homo-Aktivisten feiern den Sieg im Parlamentsgebäude

Die meisten Demokraten betonten dagegen, dass die Entscheidung ein wichtiger und gebotener Sieg sei: "Heute gibt es einen Gewinner: Die Liebe", so Senator Tony Lourey. Insbesondere das religiöse Argument stieß vielen sauer auf: "Kollegen, Gott hat Schwule und Lesben geschaffen", sagte der demokratische Senator Ron Latz während der Debatte. "Und Gott hat Schwule und Lesben so geschaffen, dass sie die Möglichkeit haben, einander zu lieben. Warum sollten wir dann Gottes Absichten bekämpfen?".

Noch im November letzten Jahres hatten Homo-Gegner in einem Referendum in Minnesota versucht, die Ehe in der Regionalverfassung als Verbindung zwischen Mann und Frau zu definieren (queer.de berichtete). Als der Volksentscheid abgelehnt wurde, haben die Demokraten sofort Gesetzentwürfe zur Ehe-Öffnung ins Parlament eingebracht.

Nach der Entscheidung leben 56 Millionen Amerikaner in einem Landesteil, der Schwule und Lesben im Eherecht gleichgestellt hat. Insgesamt haben dann zwölf Bundesstaaten, die Hauptstadt Washington sowie drei Indianerreservate die Gleichstellung durchgesetzt. Demnächst könnte auch Barack Obamas Heimatstaat Illinois die Ehe öffnen. Dort wird bereits ein Gesetzentwurf debattiert. Wie in Minnesota kontrollieren die Demokraten das Parlament und das Gouverneursamt.

Im kommenden Monat wird sich das Augenmerk der Homo-Aktivisten auf den obersten Gerichtshof richten: Der Supreme Court wird dann voraussichtlich entscheiden, ob das Verbot von gleich­geschlechtlichen Eheschließungen auf Bundesebene und im nach Einwohnern größten Bundesstaat Kalifornien verfassungsgemäß ist (queer.de berichtete). (dk)

 Update  15.05, 10:30 Uhr: Gouverneur unterzeichnet Gesetz
Gouverneur Mark Dayton hat am Montag um 17 Uhr Ortszeit das Gesetz durch seine Unterschrift bestätigt. Es wird damit in sechs Wochen in Kraft treten.

Youtube | Gouverneur Dayton unterzeichnet feierlich das Gesetz
-w-

#1 chico_fantastico
  • 14.05.2013, 12:02h
  • Sehr gute Entscheidung!
    Zum Glück siegt die Vernunft!

    Hoffentlich urteilt jetzt der Verfassungsrat in Frankreich auch für die "Ehe für alle". (was ja spätestens in einer Woche erfolgen sollte...)

    Frankreich und Großbritannien sind die nächsten Staaten in Europa die für die Gleichberechtigung eintreten! Gut so!
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 14.05.2013, 12:09h
  • Das war eine sehr gute Debatte in Minnesota im Senat und hatte ich mir online angeschaut.

    Als nächster Bundesstaat, der die Ehe öffnen wird, kommt noch der Bundesstaat Illinois hinzu.
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#3 LucaAnonym
  • 14.05.2013, 12:18h
  • Bravo!

    Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Ziel...

    Solange man einem Teil der Bürger Rechte verwehrt, nur weil sie lieben statt hassen, kann man nicht von einer Demokratie sprechen, denn das widerspricht dem demokratischen Gleichheitsgrundsatz.
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