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- 14. Mai 2013 2 Min.

Der 23-jährige Wladislaw Tornowoi wurde offenbar nach seinem Coming-out ermordet
Homo-Aktivisten geben der russischen Regierung eine Mitschuld am brutalen Mord eines 23-Jährigen, der von Schwulenhassern umgebracht wurde.
Der am Freitag in Wolgograd ermordete Mann ist von russischen Medien als Wladislaw Tornowoi identifiziert worden. Schwul-lesbische Aktivisten haben unterdessen die von der Regierung geförderten homophoben Atmosphäre in Russland für den Mord mitverantwortlich gemacht.
Tornowoi war nach Polizeiermittlungen von einem 22-Jährigen und einem 27-Jährigen gefoltert und umgebracht worden, weil sie sich Aussagen zufolge durch die sexuelle Orientierung des Opfers in ihren patriotischen Gefühlen gestört gefühlt hätten. Die Täter schlugen auf den Mann ein, vergewaltigten ihn mit einer Flasche, zerschlugen seinen Kopf mit einem Stein und verstümmelten seine Genitalien (queer.de berichtete).
Der prominente russische LGBT-Aktivist Nikolai Alesejew erklärte nach der Tat, dass der Mord eine Folge der Regierungspolitik sei: "Politiker haben eine homofeindliche Stimmung erzeugt, indem sie die schwul-lesbische Szene als eine Truppe von Freaks dargestellt haben", sagte Aleksejew gegenüber der Zeitung "Moscow Times". "Diese Leute sind Komplizen beim Mord." Noch deutlicher wird Aktivist Nikolai Baew, der Präsident Wladimir Putin persönlich vorwirft, ein Komplize zu sein.
Hintergrund sind die Gesetze gegen Homo-"Propaganda", die bereits in mehreren Regionen beschlossen worden sind. Damit wird jegliche positive öffentliche Darstellung von Homosexualität verboten, angeblich aus Gründen des Jugendschutzes. Die russische Staatsduma bereitet auch ein landesweites Gesetz vor, das im Januar in erster Lesung mit 388 gegen eine Stimme durch das Parlament geboxt wurde (queer.de berichtete). Putin hat auch persönlich in die Debatte um Homo-Rechte eingegriffen. So hat er im vergangenen Monat die Homo-Ehe mit Pädophilie verglichen (queer.de berichtete).
CSD Moskau wird Mordopfer gewidmet

Präsident Wladimir Putin
Als Reaktion auf den Mord haben einige Organisatoren der zahlreichen Rainbow Flashmobs in Russland angekündigt, die Ballons in den Regenbogenflaggen an diesem Freitag, dem Internationalen Tag gegen Homophobie, mit schwarzen Schleifen in die Luft steigen zu lassen.
Die Organisatoren des CSDs in Moskau wollen ihren diesjährige Demonstration am 25. Mai Tornowoi zu widmen. In den letzten Jahren wurde der CSD in der russischen Hauptstadt stets verboten (queer.de berichtete), auch in diesem Jahr steht eine Erlaubnis bislang aus.
In den russischen Medien gibt es unterdessen Berichte von Eltern und Freunden des Ermordeten, die erklärten, dass Tornowoi nicht homosexuell gewesen sei. So erklärte ein Freund gegenüber der BBC, dass der 23-Jährige Interesse an Mädchen gehabt habe. Die Eltern sollen den Ermittlern mitgeteilt haben, dass ihr Sohn heterosexuell sei. Die Behörden behandeln die Tat allerdings als homophob motiviert. Die mutmaßlichen Täter, die Tornowoi seit der Schulzeit kannte, hätten ihr Opfer erst angegriffen, nachdem dieses von seiner Homosexualität gesprochen habe. (dk)















Genau das ist er auch. Er und seine Regierung, die das Anti-Homo-Propaganda Gesetz verabschiedet und damit der gelebten aggressiven Homophobie Tür und Tor geöffnet hat.
"Die Behörden behandeln die Tat allerdings als Hassverbrechen."
Wird das in Russland härter bestraft als vorsätzlicher, bestialischer Mord? Oder kommen die Täter am Ende mit ein paar Jahren auf Bewährung davon?