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Die Kathedrale Notre-Dame ist eine der berühmtesten Kirchen der Welt (Bild: Paul Beattie / flickr / by-nd 2.0)

Der 78-jährige Rechtsextremist schoss sich vor dem Altar in den Kopf. Rechte sprechen bereits von einer politischen Geste.

In der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame hat sich am Dienstag ein 78-jähriger Mann das Leben genommen. Der rechtsextreme Publizist Dominique Venner hatte erst am Morgen in einem Blog-Eintrag gegen die Ehe-Öffnung gewettert.

Zu dem Vorfall kam es gegen 16 Uhr, als sich viele Touristen in der Kirche aufhielten. Sie wurden schnell evakuiert, die Kathedrale bis auf weiteres geschlossen. Venner, der sich Medienberichten zufolge in den Kopf geschossen hatte, trug einen Brief mit sich, dessen Inhalt bislang nicht publiziert wurde.

Der Historiker und Journalist war einer der Sprecher der rechten Bewegung in Frankreich, unter anderem beklagte er eine angebliche Islamisierung in Europa. Die Hintergründe für den Selbstmord sind zunächst unklar.

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"Spektakuläre symbolische Gesten" gefordert

Venners Verleger sagte einem TV-Sender, man müsse nicht zwingend von einem politischen Motiv ausgehen. Hingegen drückte die Vorsitzende der Front National, Marine Le Pen, dem Mann bereits per Twitter ihren Respekt aus; er habe die "hochpolitische Tat" begangen, damit die Bevölkerung Frankreichs "erwache".

In Anspielung auf eine für Sonntag geplante Massendemonstration in Paris gegen die Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben schrieb Venner am Morgen in seinem Blog, dieser Kampf solle sich nur auf die Homo-Ehe beziehen (auch wenn ein "infames" Gesetz immer aufgehoben werden könnte). Vielmehr müsse auch gegen eine Islamisierung und für den Fortbestand einer französischen Zivilisation gekämpft werden. Straßenproteste reichten nicht aus; um das Heft in die eigene Hand zu nehmen, seien "spektakuläre symbolische Gesten" erforderlich.

In einem vorherigen Blogeintrag hatte Venner geschrieben, die Ehe-Öffnung sei ein "perverses Projekt", mit der "Fanatiker" die europäische Gesellschaft zerstören wollten. Auch ein "Verlust der Werte der Familie" wurde beklagt. Anders als in anderen Europaländern schlummere in Frankreich ein Bürgerkrieg, der jederzeit erwachen könne.

Der bereits jetzt teils auf den Straßen ausgetragene Kampf für und gegen die Ehe-Öffnung in Frankreich könnte sich mit diesem Selbstmord weiter radikaliseren. Bislang war die Hoffnung, dass die Proteste durch das Inkrafttreten des Gesetzes abklingen würden – Präsident François Hollande hatte das Gesetz nach der Zustimmung von beiden Parlamentskammern und des Verfassungsrates am Samstag unterschrieben. (nb)

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#1 usererEhemaliges Profil
  • 21.05.2013, 19:27h
  • Wunderbar!
    Eine exzellente Entscheidung.

    Ich hoffe, er hat damit einen neuen Trend gesetzt unter seinesgleichen.
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#2 exMRgay
  • 21.05.2013, 19:29hFRA
  • und mögen Ihm andere Fanatiker folgen!
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#3 Aus Bad HomburgAnonym
  • 21.05.2013, 19:30h
  • Hätte das ein schwuler Aktivist gemacht (wenn "mariage pour tous" im Parlament gescheitert hätte), dann wäre jetzt die böse katholische Kirche Frankreichs und Mgr. Andre Vingt-Trois in Person daran schuld. Gott sei dank, zumindest das ist erspart geblieben.
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