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Sieg für katholische Kirche
Kroatien: Gericht verbietet Sexualkundeunterricht
- 22. Mai 2013 2 Min.

Für kroatische Kids sind Kondome nur extravagante Lufballons
Gut einen Monat vor dem EU-Beitritt Kroatiens verbietet das höchste Gericht des Landes Sexualkunde an Schulen. Katholische Eltern fühlten sich durch den Unterricht bevormundet.
Der kroatische Verfassungsgerichtshof hat am Mittwoch den im Januar eingeführten Aufklärungsunterricht an öffentlichen Schulen des Landes vorläufig verboten. Die vom Gesundheitsministerium erstellte Unterrichtseinheit, die im Rahmen des Gesundheitskundeunterrichtes behandelt wird, verstoße gegen das Grundrecht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder und müsse verändert werden. Die Richter erklärten, dass die Eltern nicht genügend an der Erstellung des Lehrplans beteiligt gewesen seien. Außerdem sei das Gesetz zu spät veröffentlicht worden. Das Verbot tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.
Im Sexualkundeunterricht sollten nach dem Lehrplan unter anderem Kondome, Geschlechtskrankheiten und Homosexualität behandelt werden. Das hat zu einer von der katholischen Kirche angeführten Protestwelle geführt, obwohl durchschnittlich nur drei Schulstunden pro Schuljahr für Sexualkunde angesetzt waren. Die Kirche erklärte dennoch, dass das neue Fach eine Werbeveranstaltung für "Pornografie, häufigen Partnerwechsel und Homosexualität" sei.
Ein Bischof hatte sogar dazu aufgerufen, die Regierung wegen dieses Unterrichts "aus dem Amt zu jagen", und einen Nazi-Vergleich angestellt: "Man sollte nicht vergessen, dass die Nazis auch demokratische Wahlen an die Macht gekommen sind", so Valentin Pozaić, der Weihbischof von Zagreb.
Premierminister beklagt "Kulturkrieg"

Premierminister Zoran Milanović
Der sozialdemokratische Premierminister Zoran Milanović hatte stets erklärt, dass die Kirche in Schulen nichts zu suchen habe. Laut der Nachrichtenagentur APA erklärte er als Reaktion auf die Entscheidung, dass Urteile des Obersten Gerichtshofs natürlich zu respektieren seien. "Tatsache ist jedoch, dass eine sehr aggressive Gruppe von Leuten einen Kulturkrieg in Kroatien führt", so Milanović.
Der 46-Jährige gilt als homofreundlich und hat sich etwa für die Einführung von eingetragenen Partnerschaften für Schwule und Lesben ausgesprochen. Allerdings hat die Europäische Union in ihrem Fortschrittsbericht im vergangenen Jahr Kroatien dafür kritisiert, dass es im Land noch schwere Vorfälle der Intoleranz gegen Lesben und Schwule einschließlich Bedrohungen und gewalttätige Übergriffen gebe. Das Land wird trotzdem am 1. Juli dem Staateverbund als 28. Mitglied beitreten. (dk)















Die EU lernt echt NICHTS aus ihren Fehlern.
Es ist nicht dumm, Fehler zu machen. Wenn man daraus lernt. Aber denselben Fehler immer und immer wieder zu machen, ist echt dämlich.
Da darf sich die EU dann auch nicht beschweren, wenn immer mehr Menschen sie beenden wollen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Die EU schaufelt sich immer mehr ihr eigenes Grab...