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Gröfaz-Alarm!
Hitler-Witz: Sharon Needles fliegt vom Life Ball
- 29. Mai 2013 2 Min.

Sharon Needles bei einem Auftritt in "RuPaul's Drag Race"
Eine von Amerikas beliebtesten Drag Queens ist vom Wiener Life Ball geflogen, weil sie sich bei der Ankunft einen Witz über Hitler erlaubt hatte.
Sharon Needles gehört nach ihrem Sieg bei der vierten Staffel der schwulen Castingshow "RuPaul's Drag Race" im vergangenen Jahr zu den bestbeschäftigten Drag Queens der Welt. In ihrer Heimatstadt Pittsburgh hat der Stadtrat im Pride-Monat sogar einen "Sharon Needles Day" ausgerufen.
Allerdings machte sie beim Wiener Charity-Event eine sehr schlechte Figur, wie der US-Blog "Queerty" exklusiv berichtet. Im Flugzeug hat sich Sharon (eigentlich: Aaron Coady) schon die Kante gegeben – und machte bei der Landung in Wien einen Nazi-Witz: Sie sagte demnach, dass sie glücklich sei, im Geburtsort von Adolf Hitler zu sein (der Gröfaz wurde zwar 300 Kilometer entfernt in Braunau geboren, aber aus amerikanischer Sicht ist das gleich um die Ecke). Dann kam es zum Eklat, schreibt "Queerty":
Offenbar stand Life-Ball-Gründer Gary Keszler direkt neben ihr und mochte den Witz nicht. Needles wurde daraufhin gefragt, bei einer großen Party (Thema: Arabische Nächte) am Samstag, den 25. Mai nicht aufzutreten. Sie nahm an keinem der offiziellen Termine teil. Wir haben herausgefunden, dass Needles gleich zurück in die Staaten geflogen wurde."
Needles hat sich auch schon zu dem Vorfall geäußert – sie wirft den Life-Ball-Verantwortlichen "Zensur" vor, die nur dem Schutz von Sponsoren diene und gibt sich patriotisch sowie gewohnt Dragqueen-zickig:
Die verwenden Kostüme aus dem Nahen Osten für die Party, aber schließen mich aus, weil ich ihnen eine Geschichtsstunde gegeben habe? In meinem Land kann ich sagen, was auch immer ich will."
Ein wenig Lektüre über ihr Reiseziel hätte der guten Frau Needles gutgetan, denn Tabus wie in der Alpenrepublik gibt es schließlich auch im freien Amerika: So würde sich bei "RuPaul's Drag Race" keine Queen mit weißer Hautfarbe erlauben, schwarze Schminke aufzulegen und als Afro-Amerikaner zu agieren. Das "Blackfacing" ist dort wegen der spezifisch amerikanischen Geschichte als rassistisch verschrien, ganz anders als in Deutschland (man denke nur an Oliver Pocher als Bruce Darnell). Dass Hitler-Witze in Österreich ein wenig anders gesehen werden als zu Hause, sollte eigentlich auch Sharon wissen.
Queerty kommentierte die Ausladung der Drag Queen so: "Nun, Sharon, du kannst in Österreich sagen, was du willst, aber das heißt nicht, dass du dann auch zur Party eingeladen wirst."















So sehe ich das auch...
Es war ja nicht strafbar, das zu sagen. Es war nur einfach dumm, weil das zwei völlig verschiedene Städte sind. 300 km ist ja doch schon ein ganzes Stück.
Aber zu einer Party kann man halt einladen, wen man will. (Etwas was auch die Kölner CSD-Organisatoren lernen sollten.)
Übrigens mag man auch in den USA vieles sagen können, aber auch da gibt es Dinge, wo man dann halt bei manchen Partys unerwünscht ist.