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Szenemedien
"Blu" schluckt auch "hinnerk" und "Leo"
- 30. Mai 2013 3 Min.

Zählte einst zu den journalistisch anspruchvollsten Stadtmagazinen: "hinnerk" aus Hamburg
Erneut segnen zwei unabhängige schwule Stadtmagazine das Zeitliche. Der Deal bringt "Flash" und "Fresh" in Gefahr.
Die Konzentration auf dem Markt der Gay-Printmedien schreitet weiter voran. Nur ein knappes Jahr nach der Übernahme der Titel "gab", "rik" und "Exit" durch das Lifestyleblatt "blu" (queer.de berichtete) schluckt es zum 1. Juni nun auch die Magazine "hinnerk" in Hamburg und "Leo" in München. "Der überall im Printbereich fortschreitende Konsolidierungsprozess findet damit auch unter schwulen Medien seinen Abschluss", heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Berliner blu media network GmbH.
Die beiden Titel sollen nun – wie zuvor "gab", "rik" und "EXIT" – mit den jeweiligen "blu"-Ausgaben verschmolzen werden. Konkret heißt das: In Hamburg und München verschwindet der Name "blu" vom Markt, die ehemaligen "blu"-Teams verantworten statt dessen "hinnerk" und "Leo". Die Anzeigenverkäufer von "hinnerk" und "Leo" werden übernommen. Durch den in Berlin produzierten Mantelteil werden die Heftumfänge erweitert, auch die Webseiten sollen in eine gemeinsame Plattform integriert werden. In seiner Pressemitteilung tönt Verleger Olaf Alp: "Mit diesen sechs lokalen Stadtmagazinen in einer monatlichen Auflage von 120.000 Magazinen sind alle relevanten deutschsprachigen Medien für die Zielgruppe unter dem Dach der blu Mediengruppe vereint."
Werbeverbund "publigayte" bricht auseinander

Plötzlich ohne Anzeigenverbund: Kölns Stadtmagazin "Flash" wurde ebenso wie "Siegessäule" und "Fresh" aus der "pubilgayte"-Vermarktung geworfen
Der Verkauf von "hinnerk" und "Leo" sei Corny Littmann und ihm schwer gefallen, erklärte Axel Strehlitz von der GSL Media UG in einem Brief an seine ehemaligen Kooperationspartner: "Bis zuletzt hatten wir gehofft, diesen Schritt nicht gehen zu müssen." Die wirtschaftliche Lage habe jedoch keine andere Wahl gelassen: "Zum zweiten Mal in Folge liegen wir mit den Umsätzen deutlich unter dem Vorjahresniveau und trotz erheblicher Sparanstrengungen von immerhin fast 25 Prozent können wir dies nicht auffangen."
Mit der Übernahme von "hinnerk" und "Leo" ist faktisch auch der Werbeverbund "publigayte" auseinandergebrochen, dessen Namensrechte ebenfalls an "blu" übergingen. Gemeinsam mit der Berliner "Siegessäule", "Flash" aus Köln und dem Ruhrgebietsmagazin "Fresh" hatte man sich zuvor um großformatige Anzeigen überregionaler Markenartikler bemüht. Während die "Siegessäule", die im selben Verlag wie "L-Mag" und "Du & Ich" erscheint, wirtschaftlich unabhängiger dasteht, drohen "Flash" und "Fresh" nun Umsatzverluste. Um Teil des publigayte-Verbunds werden zu können, hatte "Fresh"-Geschäftsführer Dietrich Dettmann das Format sogar erst vor wenigen Monaten von der günstig produzierten Zeitung auf Din-A4-Magazin umgestellt.
"Es gibt zwei wichtige Gradmesser für den Gesundheitszustand einer schwul-lesbischen Szene: Ein erfolgreicher lokal organisierter CSD und starke in lokalem Besitz befindliche Szenemedien", kommentierte "Flash"-Verleger Marc Kersten die Übernahme von "hinnerk" und "Leo". "Ich hoffe, dass man Mitte Juli bei beiden Punkten noch ein Häkchen setzen kann. Jetzt muss die Kölner Szene mal beweisen, dass sie begreift, worum es geht, und auch bereit ist etwas dafür zu tun und nicht nur zu lamentieren." (cw)















wie wärs mit nicht lesen!
Den schrott braucht keiner.