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  • 05. November 2004 43 2 Min.

Von Jürgen Friedenberg

Der Cowboy hat über den Intellektuellen gesiegt: Bush bleibt Mr. President. Das heißt vor allem: Der Wertekonservativismus gewinnt in den USA an Gewicht, die Traditionalisten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wittern Morgenluft. Die dringend notwendige Erneuerung des "American Way of Life" durch sozial progressive Ideen, wie man sie von Kerry vielleicht hätte erwarten können, bleibt ein Wunschtraum.

Was bedeutet das für die Welt? Vor allem, dass Krieg für die Weltmacht Nummer Eins nach wie vor eben "Politik mit anderen Mitteln" ist, koste es, was es wolle. Was bedeutet das für Europa? Dass der amerikanische Druck auf politische Entscheidungen, auf das Wirtschaftsgeschehen, auf das kulturelle Leben noch stärker werden wird. Die Kooperation der EU-Partner daher umso notwendiger.

Auch Deutschland, das sich schon mit seiner Modernisierung - nämlich mit der Anpassung an die Erfordernisse der Globalisierung - schwerer tut als seine Nachbarn, muss versuchen, diesem Druck zu widerstehen, ohne sich selber zu isolieren. Diplomatisches Geschick ist künftig besonders gefragt.

Was bedeutet das Votum der Amerikaner schließlich für uns Homos? Es bedeutet kurz gesagt, dass die Luft womöglich dünner wird. Bush selbst macht aus seiner Abneigung gegen uns keinen Hehl. Dazu haben die Wähler bei den gleichzeitig mit der Präsidentenwahl in elf Bundesstaaten stattgefundenen Volksabstimmungen Bestrebungen auf Einführung der Homo-Ehe eine Absage erteilt. Und die uns seit eh und je als "Sünder" geißelnden fundamentalistischen Bibelworttreuen werden jetzt nichts unversucht lassen, die bereits erreichte Tolerierung und Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Liebe durch Staat und Gesellschaft zu stoppen oder sogar umzudrehen.

Druck erzeugt erfahrungsgemäß Gegendruck. Das ist tröstlich. Darf man deshalb hoffen, dass das Erstarken der Traditionalisten in den USA, aber auch sonst in der Welt, eine neue Solidarität unter Schwulen und Lesben auslösen mag mit dem ernsthaften Willen, sich den unsere Identität bedrohenden neuen Herausforderungen gemeinsam zu stellen?

5. November 2004, 14:43 Uhr

-w-

#1 Hans PeterqAnonym
  • 05.11.2004, 16:15h
  • wieso Bedrohung?Traditionelle, "bibeltreue"Menschen vertragen und verstehen sich nun mal nicht mit Schwulen,genauso wenig wie Homosexuelle gross Verständnis haben für die traditionelle Kleinfamilie mit Mann,Ehefrau und eigenen Kindern mit Reihenhaus,Schrebergarten und Gartenzwerge!Die meisten Schwulen verachten doch solche Menschen als rückständige Spiesser,also dürfen umgekehrt strenggläubige Menschen genauso gut Schwule als Sünder bezeichnen welche mit ihrer Sexualität ("Arschficker und Schwanzlutscher")gegen die Natur und gegen die göttliche Ordnung verstossen...beschriebene Sexualpraktiken führen bekanntlich ja zu keiner genetischen Erzeugung neuen Lebens,oder? Also, lasst ihr Schwulen uns "Spiessern" die schwulenfreien Zonen in der ländlichen Schweiz,und in Teilen der U.S.A. und lebt euer Leben in San Francisco,Zürich,Berlin,Amsterdam,das ist besser FUER UNS ALLE!!!!
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#2 OlafAnonym
  • 05.11.2004, 16:50h
  • Die Wahl war der Sieg der Christenheit über den Realitätssinn. Schade um ein eigentlich schönes Land.
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#3 Kleinstadt_MenschAnonym
  • 05.11.2004, 17:28h
  • @Hans Peter 'Pan' ....

    Spinn' ich, oder fehlt mir wieder einmal der intellektuelle Zugang zu dieser Botschaft?

    ... ich werd's ausdrucken und mir an den Kühlschrank heften ... so langsam erkenne ich den Witz .... da kann ich ja nur lachen ....
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