https://queer.de/?19385
Vorstoß aus Niedersachsen
Grüne fordern Homo-Aufklärung in Grundschule
- 06. Juni 2013 2 Min.

Helge Limburg ist auch Sprecher für Queerpolitik der Grünen im Landtag von Niedersachsen (Bild: Grüne Niedersachsen)
Die niedersächsische Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen will durchsetzen, dass Grundschüler mehr über gleichgeschlechtliche Partnerschaften lernen.
Fraktionsgeschäftsführer Helge Limburg erklärte am Dienstag im Interview mit dem Regionalsender Radio ffn: "Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch in der Grundschule gleichgeschlechtliche Partnerschaften diskriminierungsfrei im Unterricht vorkommen und dass, wenn über Partnerschaft geredet wird, nicht immer nur die Ehe oder klassische Familien in den Vordergrund gestellt werden, sondern dass auch in der Grundschule deutlich wird, dass es verschiedene Formen von Partnerschaften gibt."
Der 30-Jährige sagte weiter, die Schule müsse gesellschaftliche Entwicklungen nachvollziehen: Es ist für mich erfreulich, dass die Gesellschaft bezogen auf Schwulsein sehr viel offener geworden ist. Das muss sich auch im Unterrichtsinhalt widerspiegeln." In Hannover regiert seit Februar eine rot-grüne Koalition.
Für das SPD-geführte niedersächsische Kultusministerium wird auf Homosexualität im Unterricht allerdings genug eingegangen. Eine Ministeriumssprecherin teilte auf ffn-Anfrage mit: "Das niedersächsische Kultusministerium sieht bislang keinen Anlass, die bisherige Praxis an niedersächsischen Grundschulen grundlegend zu ändern. Unsere Lehrkräfte sind bereits jetzt im Unterricht angehalten, Schülerinnen und Schülern ein Weltbild zu vermitteln, das von Toleranz, Vielfalt, Empathie und Respekt geprägt ist."
Im vergangenen Jahr kam eine Studie aus Berlin zu dem Ergebnis, dass homophobe Beleidigungen an Grundschulen an der Tagesordnung sind. Demnach verwendeten 62 Prozent der Grundschüler "schwul" oder "Schwuchtel" und 40 Prozent "Lesbe" als Schimpfwort. Jungs und Schüler mit Migrationshintergrund zeigten sich am homosexuellenfeindlichsten (queer.de berichtete). (pm/dk)















Das zeigt mal wieder, dass die Aufklärung viel zu spät beginnt. Nur wer frühzeitig aufgeklärt in die Schule kommt, geht diskrimierungsfrei mit seinen schwulen Mitschülern um.