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Diskriminierungserfahrungen homo- und bisexueller Männer

Berliner Studie: Jeder zehnte Schwule Opfer homophober Straftaten

  • 08. Juni 2013 22 2 Min.

Straftaten wie Bedrohungen, Erpressungen, körperliche und sexuelle Gewalt gehen häufig von Unbekannten im öffentlichen Raum aus

Zwei Drittel der im Auftrag des Senats befragten homosexuellen Männer berichten von Diskriminierungen wegen ihrer sexuellen Orientierung.

Die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen hat Anfang Juni eine Studie über Diskriminierungserfahrungen schwuler und bisexueller Männer vorgestellt. Die Ergebnisse sind alarmierend: Zwei Drittel der befragten schwulen und die Hälfte der bisexuellen Männer berichten von Diskriminierungen wegen ihrer sexuellen Orientierung. Jeder zehnte schwule Mann ist mindestens einmal im Leben Opfer von Straftaten wie Erpressung und Gewalt geworden.

Diskriminierungen finden insbesondere am Arbeitsplatz, im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie in der Familie statt. Zu den Diskriminierungserfahrungen gehört beispielsweise, dass die sexuelle Orientierung der Befragten ignoriert wird oder dass individuelle Verhaltensweisen imitiert und lächerlich gemacht werden. Auch von sexuellen Anspielungen und direkten Beleidigungen wird berichtet. Straftaten wie Bedrohungen, Erpressungen, körperliche und sexuelle Gewalt gehen häufig von Unbekannten im öffentlichen Raum aus.

Diskriminierung beeinträchtigt das psychische Wohlbefinden

Deutlich belegt wird, dass Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen das psychische Wohlbefinden der Befragten erheblich beeinträchtigen. Allerdings mildern sich die negativen Folgen ab, wenn die Betroffenen den Stress bewältigen können, indem sie aktiv werden, Hilfe suchen und Unterstützung im sozialen Umfeld und ihrer Community finden. Belastend wirkt sich auch die strukturelle Diskriminierung durch die Gesellschaft aus. Ein Beispiel sind die unterschiedlichen Rechte für Ehen und Lebenspartnerschaften. Alle Befragten lehnen solche strukturellen Ungleichbehandlungen durch die Gesellschaft ab.

Die nicht repräsentative sozialpsychologische Studie wurde von der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung im Rahmen der Initiative "Akzeptanz sexueller Vielfalt" in Auftrag gegeben und von Dr. Anne Bachmann von der Universität Kiel durchgeführt. Online teilgenommen haben bundesweit 1.042 schwule und 121 bisexuelle Männer im Alter zwischen 16 und 77 Jahren.

"Die Studie zeigt, dass der Kampf gegen Homophobie verstärkt fortgeführt werden muss", erklärte die Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD). "Schwule und bisexuelle Männer brauchen ein akzeptierendes soziales Umfeld und eine spürbare Wertschätzung durch die Gesellschaft." (cw)

-w-

#1 MiroAnonym
  • 08.06.2013, 18:31h
  • Was ist der Wert einer Studie, deren Ergebnisse nicht repräsentativ sind? Hier musste offenbar Geld verpulvert werden. Warum hat man die Studie nicht so gestaltet, dass sie repräsentativ ist?

    Und was soll heißen: "Zu den Diskriminierungserfahrungen gehört beispielsweise, dass die sexuelle Orientierung der Befragten ignoriert wird"

    Wenn der Kollege sagt: "Guten Morgen, Herr Müller" wird Herrn Müllers sexuelle Orientierung ignoriert und er hiermit diskriminiert?

    Aber "Guten Morgen, Homo" ist demnach keine Diskriminierung, weil hier die sexuelle Orientierung ja nicht ignoriert, sondern betont wird!

    Oder wie oder was ??????
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#2 MarcoAnonym
#3 LucaAnonym
  • 08.06.2013, 19:35h
  • Umso schlimmer, dass Union und FDP nach wie vor mehr Aufklärung an Schulen blockieren und auch jegliche Bildungsprogramme ablehnen.
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