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Nach Karlsruher Urteil

Anne Will talkt über Homo-Rechte

  • 11. Juni 2013 82 3 Min.

Die lesbische Journalistin Anne Will fragt: "Ist die Ehe nicht mehr heilig?" (Bild: NDR)

Wenn Erika Steinbach mit David Berger plauscht: In der nächsten Ausgabe von "Anne Will" ist die Gleichstellung von Schwulen und Lesben Thema.

Am Mittwochabend wird Talkshow-Moderatorin Anne Will das Thema "Gleiche Rechte für Homosexuelle – ist die Ehe nicht mehr heilig?" behandeln. Die NDR-Sendung wird ab 22.45 Uhr live im Ersten gesendet. Im Mittelpunkt steht eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das vergangene Woche die Gleichstellung im Einkommensteuerrecht angeordnet hatte (queer.de berichtete). Außerdem soll über die von FDP und Opposition geforderte Gleichstellung im Adoptionsrecht gesprochen werden, die nur noch von der Union abgelehnt wird. "Steckt dahinter vor allem ein längst überholtes Familienbild?", fragt die NDR-Redaktion in einer Pressemitteilung.

Als Gäste hat Will mehrere alte Bekannte eingeladen: Auf der Seite der Gleichstellungsgegner hat sich die CDU-Politikerin Erika Steinbach, die menschenrechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, angekündigt. Die 69-Jährige hat vergangene Woche dem Bundesverfassungsgericht vorgeworfen, mit seiner Entscheidung zum Einkommensteuerrecht den im Grundgesetz festgelegten besonderen Schutz von Ehe und Familie zu "deformieren" (queer.de berichtete). Sie lehnt jegliche Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben ab, weil dies nicht "im Interesse des Staates" sei (queer.de berichtete).

Beverfoerde: Gleichstellung ist unchristlich

Unterstützung für Steinbach kommt von Hedwig von Beverfoerde, der Sprecherin der "Initiative Familienschutz". Das CDU-Mitglied erklärte auf der Website ihrer Gruppe, dass die Familie "existenziell bedroht" sei. Für sie sind Homo-Beziehungen unchristlich, wie sie im Dezember letzten Jahres bei der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" erklärte: "Mit der Gleichstellung der Homo-Ehe wäre der letzte Rest vom C in der CDU beseitigt". Sie sagte dort auch, dass es nicht Aufgabe des Staates sei, "diese Lebensweise" zu fördern. Statt dessen solle sich der Staat nur um "das Grundsätzliche" kümmern, also Heterosexuelle.

Kauch und Berger argumentieren für Gleichstellung


Der FDP-Politiker Michael Kauch lebt selbst in einer Regenbogenfamilie

Ihnen gegenüber werden der schwule FDP-Abgeordnete Michael Kauch sitzen. Kauch gehörte letztes Jahr zu den vier Liberalen, die gegen ihre eigene Fraktion im Bundestag für die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnern und heterosexuellen Eheleuten stimmte (queer.de berichtete). Außerdem wird er voraussichtlich über seine eigene Familie sprechen: Kauch ist im April Vater geworden (queer.de berichtete).

Unterstützung erhält Kauch vom Theologen David Berger, dem Chefredakteur des Magazins "Männer". Er hatte vor kurzem für Aufregung unter Homo-Hassern gesorgt, weil er den Ausschluss von Personen aus Talkshows forderte, die Homo­sexuelle diffamierten (siehe queer.de-Standpunkt). Ein weiterer Gast für ein Einzelgespräch mit der Moderatorin ist der Student Malte Czarnetzki, der mit zwei Müttern aufwuchs.

Am Sonntag hatte der Bund Lesbischer und Schwuler Journalisten (BSLJ) in Zusammenarbeit mit einem Blogger den "Waldschlösschen-Appell" gegen die "Verharmlosung homosexualitätsfeindlicher Diffamierungen in den Medien" vorgestellt, der inzwischen von über 1.000 Leuten unterzeichnet wurde (queer.de berichtete). Er fordert etwa von Moderatoren, diffamierende Äußerungen über Homo­sexuelle nicht unwidersprochen zu lassen. Die "Anne Will"-Sendung wird so zu einem Test, ob die Nachricht angekommen ist. (dk)

-w-

#1 goddamn liberalAnonym
  • 11.06.2013, 14:21h
  • Und die nächste Sendung hat dann das spannende Thema:

    'Sind Neger minderwertig?'

    Dann müssen Afro-Deutsche gegenüber Rassisten ihre Gleichwertigkeit vor dem Gesetz verteidigen.

    Oder?

    Oder etwa nicht?
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#2 Athlone
  • 11.06.2013, 14:25h
  • Die bösartigen alten Weiber von der CDU ... da weiß man ja schon, was alles gesagt wird, Reiche und Geis hatten scheinbar keine Zeit. Allen Forderungen David Bergers zum Trotz bekommen hier wieder zwei weltfremde Gestalten eine öffentliche Bühne.
    Mir persönlich fehlen in der Runde u.a. redegewandte PolitikerInnen der Opposition, einfach jemand, der den Diffamierungen sachlich, direkt und entschlossen entgegen tritt.
    Aber wer weiß, vielleicht besitzt Anne Will auch genug Courage und stellt sich im Gegensatz zu Ihren heterosexuellen Talkkollegen/innen direkt gegen die Weltfremden.
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#3 Aus Bad HomburgAnonym
  • 11.06.2013, 14:36h
  • Sehr interessante Auswahl auf der pro Homo-Ehe Seite, immerhin viel besser als im November mit Lucy und Morgenstern. Die Sendung selbst könnte aber etwas anderen Namen tragen, sonst wird das alte Klischee "schwul vs. heilig" und wieder einmal thematisiert. Wenn ganz am Anfang so linksliberale Medien wie Das Erste (und in diesem Fall sogar eine offen lesbische Moderatorin) die ganze Diskussion über die Homo-Ehe als (zum Teil) theologische Debatte verstehen, obwohl das eine reine Zivilehe ist, dann sollte man später sich auch nicht wundern oder sogar sich empören, wenn auch die Kirche etwas zum Thema sagen will. Die Formulierung der Frage bestimmt die Antwort.
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