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Streit um Boy Scouts
Südstaaten-Baptisten: Schwule Pfadfinder "zu kompliziert"
- 13. Juni 2013 2 Min.

Die Baptisten wünschen sich, dass alle Pfadfinder Gott, Amerika und Heterosexualität lieben (Bild: Steven Depolo / flickr / by 2.0)
Die zweitgrößte US-Glaubensgemeinschaft beschwert sich, dass es für heterosexuelle Pfadfinder schwierig werden könnte, Freundschaften zu schließen, wenn sie mit schwulen Jugendlichen in Kontakt kommen.
Die 16 Millionen Mitglieder zählende "Southern Baptist Convention" hat am Mittwoch bei einem Treffen in Houston (Texas) eine Resolution verabschiedet, in der sie die Aufnahme von minderjährigen Schwulen bei den Pfadfindern scharf kritisiert. Dies sei erst "der erste Schritt, um die Pfadfinder-Organisation grundsätzlich zu verändern", heißt es in dem Schreiben.
Der mehrere Millionen Mitglieder zählende Verein hatte erst vergangenen Monat entschieden, dass minderjährige Schwule künftig nicht mehr automatisch wegen ihrer sexuellen Orientierung ausgeschlossen werden (queer.de berichtete). Erwachsene Mitglieder, die beispielsweise Gruppen leiten, müssen aber weiterhin heterosexuell sein.
Baptisten: Schwule erhöhen generell die "sexuelle Spannung"
Für die Südstaaten-Baptisten müssen die Pfadfinder nun "die einheitliche biblische Weltsicht in der Frage der menschlichen Sexualität" ignorieren. Die jungen heterosexuellen Pfadfinder müssten dadurch schlimme Konsequenzen erleiden, heißt es in der Resolution weiter. Denn die Aufhebung des Homo-Verbots "hat das Potenzial, das Verständnis für Freundschaft unter Jungs komplizierter zu machen. Die Entscheidung politisiert darüber hinaus grundlos menschliche Sexualität und erhöht die sexuelle Spannung innerhalb der Pfadfinder-Organisation".
Hintergrund für den Streit: Mehr als zwei Drittel der staatlich subventionierten Pfadfinder-Organisation werden von Kirchen oder Glaubensgemeinschaften betrieben. Daher waren bisher nicht nur Homosexuelle unerwünscht, sondern es gibt auch ein Verbot von Atheisten und Agnostikern bei den "Boy Scouts".
Das Verbot von Homosexuellen bei den Pfadfindern war 2000 vom Supreme Court für verfassungsgemäß erklärt worden. Die Richter argumentierten mit fünf gegen vier Stimmen, dass die Pfadfinder als eingetragener Verein ihre Mitglieder eigenständig aussuchen und trotz staatlicher Unterstützung bestimmte Gruppen diskriminieren dürften.
Die Südstaaten-Baptisten haben sich Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet, weil sie im Gegensatz zu anderen christlichen Kirchen die Sklaverei unterstützten. Auch heute noch gelten sie als äußerst konservativ. Homosexualität wird generell verdammt. So heißt es in einem Glaubensbekenntnis der Southern Baptist Convention aus dem Jahr 2000: "Christen sollten jegliche Form von sexueller Unmoral ablehnen, dazu gehört Ehebruch, Homosexualität und Pornografie". (dk)











