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- 19. Juni 2013 3 Min.

Schwul-lesbische Aktivisten klären bei den Protesten über die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten auf (Bild: Kaos GL)
Auch Schwule und Lesben sind über den zunehmend autoritär agierende Erdogan-Regierung und die Beschneidung der Grundrechte empört. Deshalb beteiligen sich Homo-Aktivisten an den Protesten in Istanbul.
Bei den seit drei Wochen andauernden Protesten gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wird vermehrt auch die harte Hand gegenüber sexuellen Minderheiten kritisiert. In dem am Wochenende zum zweiten Mal von Sicherheitskräften geräumten Gezi-Park klärte auch ein "LGBT Blok" über Diskriminierung in der Türkei auf.
Die türkische Homo-Gruppe Kaos GL beklagte, dass vier Aktivisten festgenommen und von Polizeibeamten homophob beschimpft wurden. Ihr Anwalt Türker Vatansever erklärte, dass sich die Staatsanwaltschaft geweigert habe, gegen die Polizisten zu ermitteln. Zudem wurde der Aktivist Hasan Yavuz vergangene Woche nach Angaben von Kaos GL auf seinem Weg zum Gezi-Park von Polizisten gestoppt und zusammengeschlagen. Anschließend wurde er mehrere Stunden festgehalten. Dabei sei ihm medizinische Hilfe verweigert worden.
Proteste auch beim CSD Berlin

Der Aktivist Hasan Yavuz wurde von Polizisten ohne Provokation angegriffen, weil er medizinische Ausrüstung zum Gezi-Park bringen wollte
Die deutsche Gruppe Gay and Lesbians aus der Türkei (GLADT) will beim CSD in Berlin auf die Lage in dem Land aufmerksam machen: "Der Widerstand und die Solidarität, die gerade stattfinden, sind schwer in Worten zu beschreiben. Es ist eine unglaublich schöne Erfahrung, die uns alle in unseren Herzen und unseren Köpfen verändert und sehr prägt", erklärte die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite, auf der sie auch zu Spenden aufruft.
Im amerikanischen Portal Towleroad erklärte der Filmemacher Mehmet Binay, der vergangenes Jahr eine Dokumentation über den "Ehren"-Mord am schwulen Aktivisten Ahmet Yildiz gedreht hatte, dass zirka fünf bis zehn Prozent der Protestierenden aus der LGBT-Community kommen. Sexuelle Minderheiten seien besonderen "sozialen, rechtlichen und politischen Problemen" ausgesetzt. "Eine demokratischere Regierung könnte LGBTs helfen, vor homophober Rhetorik und Gewalt geschützt zu werden", so Binay. Er warf Ministerpräsident Erdogan vor, trotz anderslautender Versprechen vor Beginn seiner Regierungszeit weiterhin an der Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen festzuhalten.
Erdogan-Partei gibt sich homofeindlich

Ministerpräsident Erdogan ist Proteste nicht gewohnt und geht mit äußerster Härte gegen Abweichler vor
Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP, so der Vorwurf, hat insbesondere in den letzten Monaten mit homosexuellenfeindlicherer Rhetorik auf sich aufmerksam gemacht. So erklärte Ministerpräsident Erdogan im März diesen Jahres, dass Homosexualität der "Kultur des Islam" widersprechen würde (queer.de berichtete). Zudem startete die Regierung eine Kampagne gegen die Niederlande und Belgien, weil die Länder Homo-Paare beim Adoptionsrecht gleichgestellt haben (queer.de berichtete).
Die Proteste, die sich am Bau eines Einkaufszentrums in Istanbul entzündeten, haben Ende Mai die seit über einem Jahrzehnt regierende Erdogan-Regierung überrascht. Der Ministerpräsident hat die Demonstranten als "Terroristen" bezeichnet und ließ die Polizei mit Gewalt gegen sie vorgehen. Trotzdem demonstrieren weiterhin Hunderte am Taksim-Platz in einem stillen Protest.
Inzwischen gibt es international immer mehr Kritik am harten Vorgehen der türkischen Polizei. So verurteilte UN-Generalsekretär Ban ki-Moon am Dienstag die Gewalt gegen die Demonstranten. Er sei "betrübt" wegen der Nachrichten von Todesopfern und Verletzten. Die türkischen Behörden haben allerdings am gleichen Tag dutzende Menschen festgenommen, denen vorgeworfen wird, die Demonstrationen unterstützt zu haben. (dk)

Wenn man sieht, wie die türkische Regierung gegen homofreundliche EU-Staaten hetzt und selbst von außerhalb der EU diesen Staaten in ihre Gesetzgebung reinreden will, weiß man, wie die nach einer EU-Aufnahme abgehen würden... Und dann hätten sie sogar die Macht, für alle EU-Staaten viel anzurichten...
Nein, die Türkei gehört nicht in die EU!!