Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?19472

Erfolg für Ex-Gay-Bewegung

Brasilien: Ausschuss billigt Homo-Heilung

  • 20. Juni 2013 15 2 Min.

Pfarrer Marco Feliciano betreibt als Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses einen Kreuzzug gegen Schwule und Lesben

Homosexualität darf in Brasilien seit 1999 nicht mehr als Krankheit behandelt werden – jetzt dreht ein parlamentarischer Menschenrechtsausschuss die Uhr zurück.

Am Dienstag hat der brasilianische Ausschuss für Menschenrechte und Minderheiten beschlossen, dass Homosexualität von Psychologen wieder als "behandlungswürdige Störung" angesehen werden darf. Der Ausschuss wird angeführt von einem 40-jährigen evangelikalen Pfarrer, der einer kleinen christdemokratischen Partei angehört. Marco Feliciano hat bereits seit Jahren versucht, dass 14 Jahre alte Verbot wieder zu kippen.

Feliciano konnte sich im Ausschuss durchsetzen, weil viele Mitglieder am Tag der Abstimmung nicht anwesend waren. Noch eine Woche zuvor hatten Gegner der Homo-Heilung seinen Antrag abgelehnt.

Der Autor des Gesetzes ist João Campos, der Abgeordnete einer sozialdemokratischen Partei. Er begrüßte den Erfolg: "In der Praxis bedeutet die Initiative, dass eine homosexuelle Person über 18 Jahren, die für ihre eigenen Taten verantwortlich ist, die Entscheidung treffen kann, ihre Sexualität zu reorientieren. Ein Psychologe kann dieser Person dann helfen."

Psychologenverband sprachlos

Der brasilianische Psychologenverband hat sich entsetzt gezeigt über den Erfolg der Evangelikalen. Die sexuelle Orientierung sei keine "Perversion, Störung oder schlechte Verhaltensweise". Es sei daher "unethisch", Homosexuelle behandeln zu wollen. Auch in anderen Ländern warnen Psychologen davor, dass eine entsprechende Behandlung Homosexuelle in Depressionen oder sogar in den Selbstmord treiben kann.

Die Initiative muss noch von anderen Ausschüssen beraten werden, bevor sie dem Plenum vorgelegt werden kann. Jean Wyllys, der erste offen schwule Abgeordnete in Brasilien, erklärte, er halte es für äußerst unwahrscheinlich, dass dieser Entwurf Gesetzeskraft erlangen kann.

Der Initiator des Gesetzes gilt als einer der homophobsten Parlamentarier des Landes. So hatte Marco Feliciano in der Vergangenheit gesagt, dass Aids "schwuler Krebs" sei, und LGBT-Aktivisten vorgeworfen, eine "schwule Diktatur" errichten zu wollen. Mit Blick auf die Bibel ist er auch für rassistische Äußerungen bekannt. So sagte Feliciano: "Afrikaner stammen von Vorfahren ab, die von Noah verflucht worden sind. Das ist ein Fakt". Wegen Gottes Zorn würden im afrikanischen Kontinent "Hunger, Krankheiten und ethnische Kriege" vorherrschen.

In Deutschland sind sogenannte "Konversionstherapien" legal. Erst im April diesen Jahres lehnte es Schwarz-Gelb ab, Homo-Heilung von unter 18-Jährigen zu verbieten (queer.de berichtete). Es gebe "keine Notwendigkeit" für gesetzliche Regelungen, so ein CDU-Abgeordneter. (dk)

-w-

#1 Timm JohannesAnonym
  • 20.06.2013, 11:46h
  • Da muss halt der Ausschuss wohl dann nochmals zusammenkommen und den "Schachzug" des evangelikalen Feliciano wieder aufheben. Die Legislaturperiode in Brasilien ist schliesslich noch nicht zu Ende.
  • Direktlink »
#2 timpa354Ehemaliges Profil
#3 -hw-Anonym