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- 28. Juni 2013 2 Min.

Der Täter hatte Getränke der Opfer mit der Droge versetzt
Ein angehender Pädagoge tötete in Berlin drei Schwule, um sie auszurauben – ein Opfer starb im Darkroom. Dafür erhielt der 38 Jahre alte Täter nun die Höchststrafe.
Der 38-jährige Dirk P. Ist am Freitag wegen dreifachen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Lehrer-Referendar im letzten Jahr die Männer mit einer Überdosis Liquid Ecstasy (K.o.-Tropfen) getötet hatte, um Bargeld, Kredit- und EC-Karten sowie Handys und Kleidung seiner Opfer zu stehlen. Das Gericht stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest, wodurch eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren nicht möglich ist.
Er hatte den Männern alkoholische Getränke gegeben, die mit der Droge versetzt waren. Einen der Männer hatte er in einem Darkroom in Berlin-Friedrichshain getötet, mit den anderen beiden hatte er sich über soziale Netzwerke in deren Wohnung verabredet und sie dort umgebracht.
Zwei weitere Mordversuche scheiterten. So hatte P. am U-Bahnhof Warschauer Straße einen Mann ein mit Liquid Ecstasy versetztes alkoholisches Getränk gegeben und ihn anschließend ausgeraubt. Eine Passantin fand damals das auf dem Bürgersteig liegende, hilflose Opfer und rief einen Rettungswagen. Der Mann wurde im Krankenhaus behandelt und überlebte den Vorfall.
Dirk P. hatte im Prozess erklärt, dass es sich bei den Todesfällen um Unfälle gehandelt habe. Er habe seinen Opfern zwar die Droge verabreicht, ihm sei es aber auch um den Rausch beim Sex gegangen. Laut Anklage war sich P. über die Wirkung der Droge stets bewusst. Selbst die Verteidigung sprach im Verfahren von Mord.
"Liquid Ecstasy" (Gamma-Hydroxybutyrat/GHB) wirkt in sehr geringen Mengen euphorisierend und wird in der Szene daher auch als Sex-Droge genutzt. Allerdings warnen Aids-Hilfen wegen der schlechten Dosierbarkeit und großen Gefahren beim Mischkonsum mit Alkohol eindringlich vor der Einnahme. Bei einer Überdosierung hemmt GHB den Herzrhythmus und das Atemzentrum, was schnell zum Tod führen kann.
Wegen dieser Wirkung wird das Mittel von Kriminellen in Bars als Betäubungsmittel eingesetzt, um das Opfer auszurauben oder zu vergewaltigen. So wurden 2008 zwei Täter in den Niederlanden verurteilt, weil sind mindestens 14 Männer betäubt, vergewaltigt und mit HIV-positiven Blut injiziert haben (queer.de berichtete). In Deutschland war Liquid Ecstasy bis Ende 2009 als Felgenreiniger verkauft worden, bis der Bundesgerichtshof den Vertrieb verboten hatte (queer.de berichtete). (dk)












