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Diskriminierung in der Arbeitswelt

DGB macht sich für schwule LKW-Fahrer stark

  • 30. Juni 2013 39 3 Min.

Beklagt eine "schleichende und verdeckte Alltagsdiskriminierung": DGB-Chef Michael Sommer (Bild: DGB/Simone M. Neumann)

Der Erfolg schwuler Führungskräfte könne als "Persilschein" dafür missbraucht werden, dass die Diskriminierung der weniger Privilegierten weitergehe, warnte DGB-Chef Michael Sommer in einer Grußbotschaft an den Völklinger Kreis.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer hat die nach wie vor bestehende Diskriminierung von Homosexuellen in der Arbeitswelt kritisiert: "Es hat Fortschritte gegeben bei der Gleichstellung von und dem Respekt gegenüber Homosexuellen, auch in der Arbeitswelt. Aber es gibt sie immer noch, diese schleichende und verdeckte Alltagsdiskriminierung, dieses Naserümpfen über Menschen, die anders sind", erklärte der DGB-Vorsitzende in einer Grußbotschaft an den Völklinger Kreis (VK).

Der Bundesverband schwuler Führungskräfte hatte am Freitagabend zu seinem Jahresempfang ins Allianz Forum am Pariser Platz in Berlin geladen. Die Veranstaltung mit über 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft stand unter dem Motto "Vielfalt Können – Gemeinsam gegen Homophobie am Arbeitsplatz". Hintergrund sind aktuelle Studien, nach denen über die Hälfte der berufstätigen Lesben und Schwulen in Deutschland aus Angst vor Diskriminierung am Arbeitsplatz ihre Homosexualität verheimlicht.

Sommer erinnert an besondere Verantwortung der Führungskräfte

In seiner Begrüßungsrede kritisierte der Vorsitzende des Völklinger Kreises, Bernd Schachtsiek, die schleppende politische Umsetzung der vom Verfassungsgericht mehrfach eingeforderten Gleichstellung. Er kündigte zudem an: "Der VK wird seine Aufklärungsarbeit zu den Vorteilen von Vielfalt in Betrieben und öffentlichen Verwaltungen auch in der Zukunft fortsetzen und weiter für die Gleichbehandlung im Arbeitsumfeld kämpfen."

In seiner Videobotschaft wies DGB-Chef Sommer auf die Rolle der Gewerkschaften bei der Akzeptanz von LGBT-Menschen hin: "Die, die es geschafft haben in Unternehmen, in Medien, in der Politik, die sich outen können und outen wollen, diejenigen sind sozusagen gleichzeitig der Persilschein dafür, dass die Diskriminierung für die anderen weitergeht. Das wollen Sie nicht. Das will ich nicht. Und deswegen lassen Sie uns offen darüber reden, dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung von uns genauso zu bekämpfen ist und zwar im Alltag und in jedem einzelnen Fall, wie Diskriminierung aus rassischen Gründen, aus weltanschaulichen Gründen oder was auch immer."

Zugleich erinnerte der DGB-Vorsitzende die homosexuellen Führungskräfte an ihre besondere Verantwortung: "Sie haben es geschafft. Sie sind Führungskräfte geworden – in einer Welt, die Ihnen nicht immer positiv gesinnt war. Sie sind jetzt diejenigen, die dafür sorgen müssen, dass auch diejenigen von Ihren Erfolgen partizipieren, die nicht in privilegierter Stellung sind. Es gibt eben nicht nur schwule Führungskräfte, sondern es gibt auch schwule Verkäufer oder Lastwagenfahrer. Die sind im Zweifelsfall sehr viel stärker einer alltäglichen Diskriminierung ausgesetzt als wir alle wissen oder wahrhaben wollen." (cw)

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#1 -hw-Anonym
  • 30.06.2013, 15:05h
  • " Es gibt eben nicht nur schwule Führungskräfte, sondern es gibt auch schwule Verkäufer oder Lastwagenfahrer. Die sind im Zweifelsfall sehr viel stärker einer alltäglichen Diskriminierung ausgesetzt als wir alle wissen oder wahrhaben wollen."

    Wer doch den sozialen Aufstieg versucht, stößt auf seinem Weg auf zahllose Hindernisse und nicht selten werden ihm von denen, die es bereits geschafft haben, noch zusätzliche Steine in den Weg gelegt.

    www.heise.de/tp/artikel/39/39389/1.html
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#2 timpa354Ehemaliges Profil
  • 30.06.2013, 15:29h
  • Das wurde aber auch Zeit, dass der DGB endlich die Lebensrealität der meisten LGBT in Deutschland zur Kenntnis nimmt und Massnahmen überlegt, wie den Menschen geholfen werden kann, gerade nach den Attacken der CDU.
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#3 Sveni MausAnonym
  • 30.06.2013, 15:30h
  • Sehr guter Hinweis des DGB!
    Inwieweit der selbst über seiner Mitgliedsgewerkschaften oder im eigenen Hause mit dem Thema Vielfalt wäre allerdings auch mal interessant.
    Führungskräfte sollten dies immer im blick halten. So wie Frauen in hohen Positionen nicht einfach nur Frauen begünstigen sollen, sollten Schwule auch auf andere Benachteiligte in ihrem Mitarbeiterkreis achten.
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