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  • 01. Juli 2013 57 2 Min.

Die Organisatoren sehen die CSD-Parade als Teil der neuen Protestbewegung in der Türkei (Bild: LGBT Istanbul)

Zehntausende Menschen protestierten in der größten türkischen Stadt für mehr Toleranz und gegen die immer autoritärer auftretende Regierung in Ankara.

Am Sonntag haben laut Medienberichten mindestens 20.000 Menschen beim CSD in Istanbul teilgenommen – und damit weit mehr als in den vergangenen Jahren. Die Pride-Parade ist die größte Demonstration, seitdem die Polizei die Proteste am Gezi-Park gegen die autoritäre Erdogan-Regierung mit Gewalt beendet hat. An der Demo nahmen neben LGBT-Aktivisten auch viele Heterosexuelle teil, die sich zuvor an den Gezi-Protesten beteiligt hatten. Es gab keinerlei Berichte von Ausschreitungen.

Die Organisatoren von LGBT Istanbul forderten die Erdogan-Regierung auf, Homosexuelle anzuerkennen und gegen homophobe Übergriffe zu schützen. In einer Pressemitteilung erklärten sie, dass sie sich als ein Teil der türkischen Widerstandsbewegung sehen: "Zusammen mit dem Protest des Gezi-Park, der die gesamte Türkei erfasst hat, schreien wir unsere Forderung heraus nach einer Welt, die nicht homophob, transphob und sexistisch ist. Zusammen stehen wir gegen die Angriffe der Regierung auf Homosexuelle und Transmenschen und fordern ein Recht auf Leben, Arbeit und Unterkunft."

Youtube | Video- und Bildereindrücke vom CSD in Istanbul

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EU: Türkei verfolgt LGBT

In der Türkei ist Homosexualität zwar bereits seit 1858 legal – und damit mehr als 100 Jahre länger als in Deutschland. Allerdings beklagen Homo-Organisationen systematische Diskriminierung von Homosexuellen durch Staat und Gesellschaft. Die Europäische Union kritisierte in ihrem Fortschrittsbericht 2012 "die regelmäßige Verfolgung von LGBT" im Land (queer.de berichtete).

In der Kritik steht insbesondere Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Der islamisch-konservative Politiker hatte vor seinem Amtsantritt 2003 Homosexuellen einen besseren Antidiskriminierungsschutz versprochen, allerdings bislang keine derartigen Gesetzesinitiativen gestartet. Zuletzt gab er den Hardliner und erklärte, Homosexualität widerspreche der "Kultur des Islam" (queer.de berichtete).

An der Demonstration nahmen auch deutsche Politiker teil, darunter der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck und der Berliner Linkspartei-Abgeordnete Hakan Taş. Auch mehrere türkische Abgeordnete der Republikanischen Volkspartei (CHP) marschierten bei der Parade mit. Die größte türkische Oppositionspartei hat erst vor wenigen Wochen ein Antidiskriminierungsgesetz ins Parlament eingebracht, scheiterte aber am Widerstand aus Erdogans AKP. (dk)

Youtube | Rede von Volker Beck beim Istanbul Pride
-w-

#1 SebiAnonym
  • 01.07.2013, 16:45h
  • "An der Demonstration nahmen auch deutsche Politiker teil, darunter Grünenchefin Claudia Roth, der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck und der Berliner Linkspartei-Abgeordnete Hakan Ta."

    Ich bin froh, dass es mit Grünen und Linkspartei auch Parteien gibt, die nicht nur reden, sondern auch handeln. Auch dort, wo es keine Wählerstimmen für sie gibt.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.07.2013, 17:25h
  • Sehr gut, daß es soviele Teilnehmer geworden sind und der LGBT-Community kann es nur dann besser gehen, wenn Erdoan endlich die Biege macht. Nur stellt sich hierbei die Frage: warum war eigentlich von der SPD niemand bei der Parade mit dabei? Es wäre schöner gewesen, wenn statt dem wieder so umtriebigen Herrn Volker Beck mal Frau Höll und Herr Kahrs mitmarschiert wären!
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil