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"Fliegende Liebende"
Zickenalarm in der Business Class
- 03. Juli 2013 3 Min.

Reichlich Alkohol und das Halluzinogen "Mescalinas" sorgen für ein ganz besonderes Bord-Entertainment (Bild: TOBIS Film)
Mit seinem neuen Film "Fliegende Liebende" hat der schwule Regisseur Pedro Almodóvar einen irrwitzigen Rückflug in seine schrill-bunte Komödien-Welt der 1980er Jahre angetreten.
Nach seinen Oscar-prämierten Meisterwerken "Alles über meine Mutter" und "Sprich mit ihr", dem Oscar-nominierten Box-Office-Hit "Volver – Zurückkehren" und dem subtilen Horrorschocker "Die Haut, in der ich wohne" hat der spanische Ausnahmeregisseur Pedro Almodóvar mit seinem neuesten Streifen "Fliegende Liebende" gemeinsam mit einigen neuen Gesichtern und vielen seiner wohl vertrauten Lieblingsdarsteller einen irrwitzigen Rückflug in seine schrill-bunte Komödien-Welt der 1980er Jahre angetreten. Und genau wie damals werden Tabus gebrochen und keine Pointen ausgelassen. Bitte fest im Kinosessel anschnallen, denn schwere Turbulenzen, durchgedrehte Tanzeinlagen und allerhand Zickenalarm sind vorprogrammiert.
Die Touristenklasse ist auf dem Flug 2549 von Madrid nach Mexiko-City von den umsichtigen schwulen Flugbegleitern bereits mit Schlafmitteln außer Gefecht gesetzt worden. Deshalb bekommen nur noch die Gäste der Business-Class mit, dass ihr Flieger wegen eines technischen Defekts auf der verzweifelten Suche nach einer freien Landebahn ziellos über Spanien kreist.
Innerliches Großreinemachen bei Besatzung und Passagieren

Filmposter: Bundesweiter Kinostart ist Donnerstag. der 4. Juli 2013 (Bild: TOBIS Film)
Eine bunte Mischung hat auf den teuren Sitzen Platz genommen: ein frisch vermähltes Paar auf dem Weg in die Flitterwochen, ein korrupter Finanzstratege, dessen Skrupellosigkeit im Widerspruch zu seiner Betrübnis über die Entfremdung von seiner Tochter steht, ein Schauspieler und Don Juan mit schlechtem Gewissen, weil er seiner Geliebten gerade den Laufpass gegeben hat, eine psychisch labile, jungfräuliche Hellseherin, die dominante Chefin eines stadtbekannten Escort-Services und ein Mexikaner, der ein blühendes Geheimnis bewahrt. Ihre Hilflosigkeit gegenüber der drohenden Gefahr ruft sowohl unter den Passagieren, als auch bei der Besatzung ein aberwitziges, innerliches Großreinemachen hervor.
Dem zunehmenden Entsetzen versucht das Bordpersonal mit reichlich Alkohol und dem Halluzinogen "Mescalinas" zu begegnen, was zwar die allgemeine Stimmung aufhellt, aber auch ungemein enthemmend wirkt. Daher sind die Freiheiten, die sich die Passagiere nehmen, bald grenzenlos. Dass die zugedröhnte Zwangsgemeinschaft irgendwann von ihrem Trip buchstäblich wieder herunterkommen wird, liegt in der Natur der Sache. Fragt sich nur, wie…
Penélope Cruz und Antonio Banderas als Bodenpersonal
Um in die höchsten Regionen der Hysterie aufsteigen zu können, hat Almodóvar eine herrlich leichte Komödie gedreht. Mit an Bord sind viele gute Bekannte wie Javier Cámara. Cecilia Roth, Lola Dueñas, Carmen Machi und Blanca Suárez. Die Superstars Penélope Cruz und Antonio Banderas wurden immerhin als Bodenpersonal verpflichtet. Aber auch einige talentierte Newcomer des aktuellen spanischen Kinos wie Raúl Arévalo, Hugo Silva, Miguel Ángel Silvestre, Carlos Areces und Laya Martí haben auf diesem Flug am Rande des Nervenzusammenbruchs eingecheckt.
Der wunderbare Soundtrack aus der Feder Alberto Iglesias' wird durch gliederlösende Pop-Nummern, allen voran dem Pointer-Sisters-Hit "I'm So Excited" ergänzt, zu dem die durchgeknallten Flugbegleiter eine unvergessliche Performance liefern. (cw/pm)
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