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  • 05. Juli 2013 22 2 Min.

Homo-Paare sind nach der Order aus Karlsruhe wieder mal in einem Bereich gleichgestellt worden. (Bild: Dominic Hallau / flickr / by-nd 2.0)

Die Länderkammer winkt das schwarz-gelbe Gesetz durch, das Homo-Paaren das Ehegattensplitting gewährt – die Opposition fordert aber viel mehr.

Der Bundesrat hat am Freitag in seiner letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode dem Gesetz zur Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnern im Einkommensteuerrecht zugestimmt. Das Gesetz ist erst vor gut einer Woche im Bundestag mit den Stimmen aller Fraktionen angenommen worden (queer.de berichtete). Es setzt eins zu eins das Urteil des Bundesverfassungerichts um, das die steuerliche Ungleichbehandlung für einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz erklärte (queer.de berichtete).

Mit dem neuen Gesetz kommen eingetragene Lebenspartner in den Genuss des Ehegattensplittings. Dieses fördert Ehepaare, die besonders ungleich verdienen, mit einer Steuersubvention von bis zu 15.000 Euro im Jahr – unabhängig davon, ob das Paar Kinder hat oder nicht.

Damit ist die größte Ungleichbehandlung zwischen eingetragenen Lebenspartnerschaften und heterosexuellen Ehen beseitigt. In etwa 100 Bereichen – beispielsweise im Zivilprozessordnung oder im Zwangsversteigerungsgesetz – werden Homo-Paare aber weiterhin wie Fremde behandelt. Ein Gesetzentwurf "zur Bereinigung des Rechts der Lebenspartner" (LPartBerG) von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ist am Widerstand aus der Union gescheitert. Außerdem sind Homo-Paare im Adoptionsrecht nicht gleichstellt.

"Stümperhaft und unvollständig"

Die Opposition kritisiert, dass die Bundesregierung nur umsetzt, was von Karlsruhe angeordnet wird. So sei die Gleichstellung der Lebenspartnerschaft "stümperhaft und unvollständig", erklärte der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck.

Im Bundesrat haben erneut alle Bundesländer, in denen Union und FDP nicht an der Regierung beteiligt sind, die Bundesregierung zur Öffnung der Ehe aufgefordert. "Wir begrüßen es zwar, dass der Bund das Urteil [des Bundesverfassungsgerichts] umgesetzt hat", erklärte am Freitag die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt (Grüne). "Aber wir kritisieren, dass auch hier wieder nur das Allernötigste umgesetzt wird. Die vollständige Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe ist längst überfällig – wir gehen einen Schritt weiter und fordern: Öffnen Sie endlich die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare". Einem entsprechenden Gesetzentwurf hat der Bundesrat bereits Im März zugestimmt (queer.de berichtete). Allerdings wurde dies von der Bundesregierung ignoriert. (dk)

-w-

#1 Aus Bad HomburgAnonym
  • 05.07.2013, 16:41h
  • "Im Bundesrat haben erneut alle Bundesländer, in denen Union und FDP nicht an der Regierung beteiligt sind, die Bundesregierung zur Öffnung der Ehe aufgefordert". Nun, kritisieren und umsetzen sind zwei verschiedene Sachen. Ich bin mir absolut sicher: wäre die alte gute SPD an der Macht (egal, in welcher Koalition), wäre sie ganz bestimmt die erste, die diese "Forderungen" nach der Öffnung der Ehe "ad acta" legen würde. Das Thema Homo-Ehe bleibt für die SPD ziemlich peinlich, das im besten Fall nur für das schwule Publikum thematisiert wird - und auch das mit gewissen "Überlegungen" (man hätte nur Peer im Brandt-Haus Ende Juni während des CSD anhören müssen: für ihn ist die Regenbogenflagge vor allem ein Zeichen der religiösen Toleranz, sic !). Werden die Homo-Rechte im Rede-Duell Merkel-Steinbrück irgendwelche Rolle (wie z. B. Obama-Romney letztes Jahr) spielen ? Natürlich nicht. Von der Selbstverständlichkeit, die zu diesem Thema bei den amerikanischen Demokraten oder sogar britischen Konservativen herrscht, sind die Genossen meilenweit entfernt. Nur, anders als in der CDU, ist es dort nicht angebracht, schwulenfeindliche Meinungen auch nach aussen zu transportieren. Gerade im Fall der Machtübernahme könnte aber exakt das allen sehr klar plötzlich werden - es wäre auch Zeit, schon seit langem.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.07.2013, 16:50h
  • Der Bundesrat hat das Ehegattensplittingsgesetz durchgewinkt und kann somit nun verdient in die Sommerpause gehen.

    Klar war auch mal wieder, daß die bereits ständig stänkernde Krawalltunte Volker Beck mal wieder seinen Senf dazugeben muß. Herr Beck, merken Sie eigentlich, wie lächerlich Sie sich machen? Ein bißchen mehr Dankbarkeit, wenn ich bitten darf!
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 05.07.2013, 17:26h
  • Erstmal ist es ein weiterer Fortschritt, dass nunmehr durch eine Generalklausel in Paragraph 2 des Einkommenssteuergesetz das gesamte Einkommenssteuergesetz gleichgestellt wurde und zudem in Paragraph 52 die Rückwirkung bis 2001 festgeschrieben wurde.

    Viele Inhalte wurden umgesetzt zwischen 2009 bis 2013:

    * Gleichstellung in der Einkommenssteuer
    * Gleichstellung in der Erbschafts- und Schenkungssteuer
    * Gleichstellung in der Grunderwerbssteuer
    * Gleichstellung in Besoldung und in Versorgung bei den Bundesbeamten, Soldaten und Entwicklungsshelfern
    * Gleichstellung beim BaföG
    * Errichtung der Magnus-Hirschfeldt-Stiftung

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    Es fehlt das Bereinigungsgesetz zum Lebenspartnerschaftsgesetz, wobei dies echt nachrangig ist: ZPO, Abgabenordnung, Höfeordnung, Sprengstoffgesetz, ZVG, Wohnungsbauprämiengesetz, Altersvorsorge-Zertifizierungsgesetz, usw. ...das meiste sind Formanpassungen.

    ----> Wichtig hingegen ist das Adoptionsrecht: dort fehlt die Gleichstellung und hier dürfte wohl erneut der Erste Senat des BVerfG in einigen Jahren dann Stellung beziehen; die Richtervorlage aus Berlin zum Adoptionsrecht liegt schon in Karlsruhe.

    Fazit: Wer die Eheöffnung will, muss Grüne, Linkspartei, SPD oder FDP wählen. Wobei bei der FDP die Eheöffnung nicht kommen dürfte, weil deren Koalitionspartner CDU/CSU dies nicht machen wird.
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