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  • 10. November 2004 9 4 Min.

Die Homosexuelle Initiative Wien unterstellt Österreichs Bahn Schwulenfeindlichkeit, weil diese keine Züge nach ihr benennen will.

Von Tanja Reinsfelder

"Liebe Fahrgäste, auf Gleis sechs fährt in wenigen Minuten der ICE 'LSVD' nach Köln ein." "Der Interregio 'Junge Lesben Berlin' hat voraussichtlich 20 Minuten Verspätung." "Wir begrüßen Sie im Eurocity 'AK LesBiSchwul der SPD Düsseldorf'." Was klingt, wie die Ankündigung einer CSD-Parade unter dem Motto "Die Deutsche Bahn" sollte in Österreich nach Meinung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien Wirklichkeit werden.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo seit dem 15. Dezember 2002 Fernzüge nur noch nach Städtenamen und nicht mehr nach Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten benannt werden, ist es bei Österreichs Bundesbahnen (ÖBB) für Firmen, Verbände und Museen möglich, sich einen Zugnamen zu "kaufen". Als eine Art der Produkt- und Imagewerbung fahren beispielsweise Züge mit den Namen "Hotel Ibis" oder "Kunsthistorisches Museum". Sogar örtliche Geschäfte nutzen die Werbung der "Zugpatronanz" auf regionalen Verbindungen. Alle neuen Namen werden vorher von der ÖBB geprüft, Pornografie, Politik und Konkurrenzunternehmen sind nicht erlaubt.

Einen großen Aufschrei gab es in dieser Woche bei der HOSI Wien. Zur Feier ihres 25-jährigen Bestehens wollte der Verein im kommenden Fahrplanjahr zwei ÖBB-Züge auf ihren Namen taufen lassen. "Obwohl bereits fix gebucht und angezahlt, wurde der Auftrag storniert, nachdem das zuständige ÖBB-Gremium den Zugnamen abgelehnt hatte", berichtet HOSI-Wien-Obmann Christian Högl.

Mit aller Macht und Verzweiflung versucht die HOSI Wien dennoch ihren Herzenswunsch durchzusetzen. In zwei Briefen fordert sie ÖBB-Vorstandssprecher Martin Huber und Verkehrsminister Hubert Gorbach auf, ein Machtwort zu sprechen und die Zugpatronanz zu ermöglichen. Sie droht sogar, sich an die neue EU-Kommission zu wenden, da der Fall anschaulich zeige, dass "die bisherigen EU-Antidiskriminierungsrichtlinien im Bereich des Zugangs zu Waren und Dienstleistungen nicht ausreichen". Auch die SPO und Grüne sollen entsprechende parlamentarische Initiativen setzen, um "diese unglaubliche Diskriminierung abzustellen". Schließlich sei die HOSI Wien "eine Menschenrechtsorganisation, die sich für die Gleichstellung und Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen in der Gesellschaft einsetzt." Durch die Ablehnung durch die ÖBB würde die Initiative "auf einem wichtigen Feld der Spendenakquirierung" benachteiligt werden.

Für die HOSI Wien ist die Sache ganz eindeutig schwulen- und lesbenfeindlich: Obwohl die Bahn ihr gegenüber keinerlei Gründe genannt hat, ist die Ablehnung ganz sicher auf den Namen "homosexuell" zurückzuführen. Eine ganz andere Begründung erfährt man auf Nachfrage bei der ÖBB, die mitteilt, dass generell Namen von "sexuellen und religiösen Interessenvertretungen" abgelehnt werden. Auch für heterosexuelle Initiativen seien Züge keine geeigneten Werbeträger. "Wir wollen weder Inhalte bewerten noch jemanden ausgrenzen oder diskriminieren", erklärt ÖBB-Kommunikationschef Michael Hlawa. "Alle Fahrgäste sind für uns gleich."

Redaktionskommentar

Der Aufstand ist vollkommen übertrieben!

Da fährt die HOSI wohl auf einem vollkommen falschen Gleis! Statt einmal genauer bei der ÖBB nach den Gründen für die Ablehnung zu fragen, startet die Initiative lieber ein großes Medienspektakel und unterstellt der Bahn eine Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit. Ist der HOSI die Ablehnung vielleicht gerade richtig gekommen, um sich zu präsentieren und eine große Aufmerksamkeit über die Grenzen Österreichs zu erhalten?

Interessant ist hierbei vor allem das Argument, die Ablehnung würde die Initiative "auf einem wichtigen Feld der Spendenakquirierung" benachteiligen. Gekostet hätte die Werbeaktion auf den Zügen insgesamt 10.000 Euro. Und ging die HOSI wirklich davon aus, wesentlich mehr durch zusätzliche Spendengelder allein durch den Zugnamen einzunehmen? Viel eher kommt man an so eine Summe, wenn man jetzt überall lesen kann, wie enorm benachteiligt der Verein wird. Die HOSI Wien könnte der ÖBB ja direkt dankbar für diese Promotion sein.

Aber egal, ob die Ablehnung am Ende die Weichen für die HOSI Wien in eine positive Richtung stellt oder nicht, der ganze Aufstand ist vollkommen übertrieben und unberechtigt. Es gibt doch gerade in Österreich viele andere Gesetzeslücken und Diskriminierungen, angefangen bei der fehlenden Homoehe, gegen deren Bekämpfung man eher seine Energie aufbringen sollte.
-w-

#1 VictorAnonym
  • 10.11.2004, 18:09h
  • Liebe Redaktion!
    Es ist nicht besonders verwunderlich, dass sogar die (deutsche) schwule Community entbehrliche "Meinungen" absondert, wenn es gegen Österreich geht.
    Eure größte Freude ist es doch, sich über Österreicher/innen lustig zu machen, was ihr euch aber bei dem bekannten "average population IQ" in eurem g´scheiten Land nicht erlauben solltet.
    Wieviel Energie HOSI gegen derzeitige ungerechte Gesetze aufwändet, könnt ihr nicht im Entferntesten abschätzen.
    Warum versucht ihr nicht, eure Komplexe abzubauen? Auch ihr kocht nur mit Wasser!
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#2 cgnroyAnonym
  • 10.11.2004, 19:32h
  • in kölle sagt man zu sowas: de hann se nich me all.....
    Wozu dieses Medienspektakel...Gibts denn keine tiefgreifenderen Probleme zu lösen?

    Wenn das so weitergeht,, ne danke.. peinlich.....
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#3 StefanAnonym
  • 10.11.2004, 22:52h
  • Und ich dachte immer, bloss die "Römer" spinnen... :-)
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