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Statement gegen Konversionstherapien
Deutscher Fachverband warnt vor "Homo-Heilung"
- 09. Juli 2013 2 Min.

Homo-"Heilung" in Deutschland: In einem Flyer des "Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft" wird auch über die "Veränderung" Homosexueller berichtet
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde distanziert sich von Angeboten zur "Konversionstherapie".
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, der älteste und größte Fachverband seiner Art in Deutschland, hat sich in einer öffentlichen Stellungnahme gegen Angebote zur "Konversionstherapie" von Homosexuellen gewandt.
Noch immer gebe es in dem Bereich "Fehlinformationen" und bei Ärzten und Therapeuten "Ambivalenzen und Verunsicherung im Umgang mit Homosexualität". Das Papier des Referats "Sexuelle Orientierung in Psychiatrie und Psychotherapie", gegründet, um "der Stigmatisierung von Menschen durch Abbau von Unwissen und Vorurteilen entgegenzuwirken", stellt fest: "Die wissenschaftliche Forschung hat gezeigt, dass es sich bei Homosexualität weder um eine pathologische Entwicklung noch um eine Erkrankung handelt, sondern um eine zur Norm gehörende sexuelle Orientierung."
Zwar suchten Homo- und Bisexuelle häufiger psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe auf als die Allgemeinbevölkerung. Ursache für affektive Störungen, Angststörungen, Substanzmissbrauch und eine erhöhte Rate von Suizidversuchen seien aber direkt oder indirekt erfahrene Diskriminierung sowie internalisierte Homophobie, Selbstentwertung oder starke Schuld- und Schamgefühle.
Psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungsansätze sollten sich nicht auf die Homosexualität als solche fokussieren, "sondern sofern vorhanden auf die Konflikte, die mit der Homosexualität in Verbindung mit religiösen, gesellschaftlichen und internalisierten Normen entstehen." Durch Fachleute wie Laien angebotene Therapien, "Homosexualität in asexuelles oder heterosexuelles Verhalten umzuwandeln", seien abzulehnen, da "keine empirische Evidenz für günstige Effekte von Konversionsverfahren vorliegt" und "Patienten durch Konversionsverfahren Schaden zugefügt werden kann".
Daher verurteile die DGPPN "jegliche Stigmatisierung, Pathologisierung oder Benachteiligung von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung". Die Erklärung kann als PDF-Dokument heruntergeladen werden. (nb)














