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"Ender's Game"
Proteste gegen "homophoben" Hollywood-Blockbuster
- 10. Juli 2013 3 Min.

Der Mormone Orson Scott Card setzt sich politisch seit Jahren gegen Homo-Rechte ein (Bild: Justin Higuchi / flickr / by-nd 2.0)
Der 110 Millionen Dollar teure Scifi-Film "Ender's Game" soll mit Stars wie Harrison Ford und Ben Kingsley der Herbst-Blockbuster werden. Doch Aktivisten empören sich über den homophoben Autor.
Eine US-Gruppe hat zum Boykott des Films "Ender's Game" aufgerufen, weil der Schriftsteller Orson Scott Card, auf dessen Roman die Geschichte basiert, seit Jahren gegen Homosexuelle polemisiert. Der 61-Jährige hatte etwa im vergangenen Jahr homosexuelle Liebe als "Fortpflanzungsstörung" bezeichnet. Die Ehe-Öffnung werde von der politischen Linken nur angestrebt, um "antireligiöse Werte unseren Kindern aufzuzwingen", so Card. 2008 rief er in einem Essay sogar zu einem gewalttätigen Umsturz auf, sollte die Regierung die Ehe für Schwule und Lesben öffnen.
Die Gruppe "Geek Out" protestiert wegen derartigen Zitaten gegen den Film, der von Card mitproduziert wurde: "Geht nicht ins Kino, kauft nicht die DVD, schaut euch den Film nicht On-Demand an, ignoriert das Merchandising und Spielzeug", heißt es in dem Aufruf. "Mit diesem Versprechen senden wir eine Botschaft an Card und diejenigen Firmen, die seine Form von homofeindlichem Aktivismus unterstützen". In mehreren amerikanischen Städten plant die Gruppe des weiteren Protestaktionen zum Filmstart. "Ender's Game" soll in den USA am 1. November (in Deutschland am 31. Oktober) in den Kinos anlaufen.
Card an Aktivisten: Seid tolerant!
In einer ersten Reaktion erklärte der gescholtene Schriftsteller in "Entertainment Weekly", dass "Ender's Game" 100 Jahre in der Zukunft spiele und "mit gegenwärtigen politischen Fragen nichts zu tun" habe. "Mit dem Urteil des obersten Gerichtshofs zur Homo-Ehe ist die Frage sowieso schon entschieden worden", so Card weiter. Die Richter hatten Ende Juni entschieden, dass Washington auch gleichgeschlechtliche Ehen akzeptieren muss (queer.de berichtete). "Jetzt wird sich zeigen, ob die siegreichen Unterstützer der Ehe-Öffnung tolerant mit denen umgehen, die früher mal eine andere Meinung hatten".
"Ender's Game" basiert auf Cards erfolgreichstem Buch, der 1985 veröffentlichten militärischen Science-Fiction-Geschichte "Das große Spiel". Darin wehrt sich die Menschheit gegen insektenartige Außerirdische. Das Buch gewann zwar mehrere Science-Fiction-Preise, allerdings gab es auch Kritik: So beschwerte sich die Autorin Elaine Radford über die Brutalität und über faschistoide Tendenzen, die im Buch positiv dargestellt werden würden.
Der Film ist als großer Blockbuster geplant, der die 110 Millionen Dollar Produktionskosten wieder einspielen muss. Die Hauptrollen haben Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley und Viola Davis übernommen.
Card ist ein Anhänger der Mormonenkirche, die neben der katholischen Kirche als einer der Hauptsponsoren im Kampf gegen die Homo-Ehe gilt. Mehrere seiner Bücher sind christlich-mormonisch gefärbt. Politisch vertritt er immer wieder rechtskonservative Ansichten: So kämpft er gegen das Energiesparen, weil er den Klimawandel für eine Erfindung der politischen Linken hält. (dk)















Wenn es im Film keine homophoben Messages gibt, muss man ganz klar zwischen Autor und Werk trennen. Sonst müsste man ja auch Klaus Kinski u.a. aus der Filmgeschichte streichen.