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- 15. Juli 2013 2 Min.

Jürgen Lenders (FDP) und Kai Klose (Grüne) wurden wegen ihrer sexuellen Orientierung als Risiko eingestuft
Hessische Abgeordnete wurden aufgefordert, Blut zu spenden: Als zwei schwule Parlamentarier dem Aufruf folgten, wurden sie prompt abgewiesen.
Die hessischen Landtagsabgeordneten Kai Klose (Grüne) und Jürgen Lenders (FDP) sind am Montag wegen ihrer sexuellen Orientierung als Blutspender bei einer Aktion im Wiesbadener Landtag abgelehnt worden. Das Deutsche Rote Kreuz hatte den Landtag als Blutspendeort ausgewählt, um medienwirksam der sinkenden Blutspendebereitschaft entegegen zu wirken. Wie erwartet wurden aber nur Spenden von heterosexuellen Abgeordneten akzeptiert.
"Zeit, dass sich was ändert", twitterte Klose daher am frühen Nachmittag. Im Radiosender hr1 hatte der Grünenpolitiker zuvor erklärt: "Wir sind vom Landtagsdirektor alle gebeten worden, Blut zu spenden. Wir finden das wichtig und würden auch gerne einen Beitrag dazu leisten, Leben zu retten." Er betrachtet es als Diskriminierung an, dass Schwule und Lesben generell als Risiko angesehen werden. "Meiner Überzeugung nach gibt es genauso heterosexuelle Männer und Frauen, die ein risikoreiches Sexualverhalten haben wie es schwule Männer gibt, die in langjährigen monogamen Beziehungen leben", erklärte Klose.
Bundesärztekammer für Aufhebung des generellen Schwulenverbots
Derzeit ist es Männern, die Sex mit Männern haben, in Deutschland generell untersagt, Blut zu spenden. Allerdings hat die Bundesärztekammer bereits vergangenen Monat erklärt, sie wolle "im Rahmen ihrer Möglichkeiten" auf eine Veränderung der Blutspenden-Regulierung auf EU-Ebene hinwirken. Ziel soll es sein, künftig Menschen nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung vom Blutspenden auszuschließen, sondern aufgrund eines riskanten Sexualverhaltens (queer.de berichtete).
Viele Länder untersagen nach wie vor Blutspenden von Schwulen, manche haben allerdings eine "Keuschheitsperiode" für Homosexuelle eingeführt, nach der sie als Spender infrage kommen – Heterosexuelle müssen dagegen in der Regel nicht auf Sex verzichten. In Großbritannien beträgt diese sexlose Periode ein Jahr, in Südafrika fünf Jahre, in Neuseeland sogar zehn Jahre.
Das längste Zölibat verlangen die USA: Hier dürfen nur Männer spenden, die nach 1977 keinen Homo-Sex mehr gehabt haben. Allerdings hat die verantwortliche Behörde auch dort angekündigt, die Regeln in Kürze ändern zu wollen.
Andere Länder behandeln dagegen schon heute Hetero- und Homosexuelle gleich. Zu ihnen gehören unter anderem Spanien und Polen. (dk)















Das gilt auch für "riskantes Sexualverhalten". Was immer das sein mag. Das kann man nämlich so oder so interpretieren, und schon haben wir wieder sogenannte Risikogruppen.
Das schafft alles keine Sicherheit, das ist bloße Augenwischerei, bei einem hochsensiblen und potentiell lebensgefährlichen Thema.
Wenn überhaupt, dann sind ausschließlich wissenschaftlich standardisierte Testverfahren in der Lage hier Sicherheit zu erzeugen. Wenn diese Tests technischer Verbesserung bedürfen, ich hätte da einen Vorschlag wo man etwas Penunsen dafür herbekommt: von Herrn deMisere, anstelle Drohnen und Schiffchen zu finanzieren und nutzlose Kolonialkriege.