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Kommentare zu:
Der "Spiegel" und die Kompassnadel – eine verpasste Gelegenheit


#1 sperlingAnonym
  • 16.07.2013, 13:44h
  • >"Kritiker verwiesen auf die von ihnen als tendenziös empfundene Aids-Berichterstattung des 'Spiegel' in den achtziger Jahren."

    dieser satz ist in der tat blanker hohn.

    und gleichzeitig ein klassiker der krokodilstränen-kultur: konkretes, ganz real geschehenes fehlverhalten wird in das subjektive empfinden der betroffenen verschoben. die aussage ist: da ist gar nicht wirklich was schlimmes passiert, da haben nur diese überempfindlichen homos wieder mal auf die tränendrüse gedrückt.

    es klingt vielleicht ein bisschen nach entschuldigung. in wirklichkeit ist das ein nachtreten der widerlichsten art.

    der spiegel hat nichts gelernt. er hat diesen preis nicht verdient.
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#2 GerdBerlinAnonym
  • 16.07.2013, 13:58h
  • Der Spiegel hatte Anfang der 1980er Jahre als erstes Magazin in Deutschland eine Titelgeschichte zum Thema Aids gebracht. Sie war schockierend, und das war auch gut, denn damals konnte kein Mensch wissen, wie es weitergehen würde. Besser übervorsichtig, damit eine Pandemie verhindert wird - so dachte man damals.
    Im Nachhinein sind jetzt alle klüger. Es hätte aber auch ganz anders kommen können. Der Spiegel hat keinerlei Veranlassung, sich zu entschuldigen! Man kann das alles nicht aus der Sicht von heute betrachtet.
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#3 SmileyEhemaliges Profil
  • 16.07.2013, 14:07h
  • Immerhin haben sie beim Spiegel die Verletzungen nicht gewollt, nicht beabsichtigt, nicht gewollt.

    Bedauerlich, wenn man als Artikelschreiber so gänzlich im Wachkoma vor sich hinschreibt und überhaupt nicht mitbekommt welche Inhalte man da verbreitet. Zugekifft, vollgedröhnt, die Cognacflasche an den Lippen und die Chefsekretärin auf dem Fotokopierer, so etwa muß man sich dann die frühen 80er unter Journalistens beim "Stürmergeschütz der Demokratie" vorstellen.

    Als dieser Titel erschien war ich 14 Jahre alt und in einem ziemlich wilden emotionalen Tohuwabohu gefangen. Da kam so eine faktenbasierte unvoreingenommene Berichterstattung gerade recht.

    Zum Dazulernen, was ich jedem Menschen gerne zubillige, gehört aber eben eine kritische Auseinandersetzung mit den abgeleisteten Fehlern. So einen Preis sollte man in Hamburg ruhig zum Anlaß dazu nehmen.
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#4 sperlingAnonym
#5 GerdBerlinAnonym
  • 16.07.2013, 14:15h
  • Antwort auf #4 von sperling
  • Nochmals: Es waren andere Zeiten!

    Heute wirft auch keiner Helmut Schmidt mehr etwas vor, der als SPD-Innensenator von Hamburg seinerzeit dafür sorgte, dass die Schwulen in den Klappen gejagt wurden. Er lies Spiegel einbauen, hinter denen sich Kriminalbeamte versteckten...

    Andere Zeiten eben!
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#6 ZeitfensterAnonym
  • 16.07.2013, 14:23h
  • Antwort auf #3 von Smiley
  • Ja, das hört sich wirklich total billig an! Es war "nicht gewollt und auch nicht beabsichtigt".

    Schon klar, der SPIEGEL-Redakteur hat überhaupt nicht gewußt, was er da schreibt. *lol* Von allen dummen Ausreden ist das echt die billigste Nummer überhaupt.
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#7 MarekAnonym
  • 16.07.2013, 15:19h
  • Ich bin wirklich enttäuscht:
    viel Selbstbeweihräucherung und nur ein Satz zur Kritik.

    Eine wirklich ernst gemeinte Aufarbeitung eigener Fehler sieht anders aus.
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#8 sperlingAnonym
  • 16.07.2013, 15:32h
  • Antwort auf #5 von GerdBerlin
  • hast du den niggemeier-artikel gelesen?

    der spiegel ist damals nicht nur dem zeitgeist gefolgt, sondern er hat ihn wesentlich mitgeprägt. und zwar NICHT in positiver weise.

    die äußerst halbherzige pseudo-entschuldigung zeigt, dass der spiegel selbst das auch heute nicht anerkennen will.

    ich bleibe dabei: der preis ist unverdient.
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#9 ZeitfensterAnonym
#10 TheDadProfil
  • 16.07.2013, 15:59hHannover
  • Antwort auf #5 von GerdBerlin
  • Es waren keine "anderen" Zeiten !

    Wir reden hier auch nicht über Helmut Schmidt, der sich als Hamburger Innensenator gezwungen sah geltendes Strafrecht, und damit Bundesrecht durchzusetzen, ebenso wie andere Innenminister anderer Bundesländer auch..

    Deren "Spiegel-Affairen" gingen bloß nicht so groß durch die Presse..

    Nach den "Erfahrungen" mit der Pest im Mittelalter, die eben NICHT durch die Juden in die Städte geschleppt wurde, sondern von Flöhen die auf Ratten Blut saugen, nach den "Erfahrungen" mit der "Spanischen Grippe", die in den 20´er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mehr als 25 Millionen Tote gefordert hatte, wußte jeder der mit Medizin zu tun hatte, das weder ein Virus noch ein Bakterium sich so selektiv seine Wirte aussucht..

    Die Maul-und Klauen-Seuche rafft nicht nur männliche Rinder dahin..
    Sie springt auf alle Klauen-Tiere wie Rinder und Schafe..

    Der Spiegel hätte sich an das Hamburger Tropeninstitut wenden können..

    Dort wäre ihnen erklärt worden das es nicht sein kann das eine Virus-Erkrankung nur Schwule betrifft, und ein "herauswachsen" aus der "bevorzugten Wirtsgruppe" unmittelbar bevorsteht, oder bereits stattgefunden hat..

    Das "herausragende" Symptom, das Kaposi-Sarkom war keine Neuheit..

    Der Wiener Dermatologe Moritz Kaposi hatte es 1872 erstmals beschrieben..

    Es KONNTE damit kein "Schwulen-Krebs" sein !

    Mit dem Auftauchen der Infektion außerhalb Amerika´s als damals vermutetem Ursprungsland war AIDS bereits zur Pandemie geworden..

    Da half auch keine vorauseilende "Übervorsichtigkeit" die nichts weiter als Panikmache auf Kosten der Schwulen war !

    Wer nichts über die Zeit weiß könnte sich erst einmal darüber informieren bevor er hier den Spiegel verteidigt..

    Die haben damit Kasse gemacht..
    Das kann Mann sogar genau nachrechnen wie sehr ihr Umsatz damit angestiegen ist..

    Und neben der überfälligen Entschuldigung im Blatt könnte Mann erwarten das dieser Umsatz für AIDS-Projekte gespendet wird..
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#11 FOX-NewsAnonym
  • 16.07.2013, 16:14h

  • Herzlichen Glueckwunsch an den SPIEGEL und SpOn. Als langjähriger Abonennt freue ich mich über die Auszeichnung.

    Und ja: Die Artikel früher waren scheisse. Heute aber sind sie super.
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#12 tobiasberlinProfil
  • 16.07.2013, 16:23hBerlin
  • und heutzutage? Es mag eine Lappalie sein, entstanden aus simpler Nachlässigkeit, bar jeglicher Wertung, aber ein Satz aus dem letztwöchgen gedruckten SPIEGEL (S. 86) über die Frau, die die hübsch-stylishen Notizbüchlein von Moleskine wiederbelebte stieß mir auf (Zitat, kein Plagiat):

    »Nur Chatwin hat nichts von dieser Wiedergeburt; er starb bereits 1989 an Aids.«

    Kleine Nachhilfestunde für die Schreiberlinge vom SPIEGEL: Selbstverständlich stirbt man nicht AN Aids, man stirb an den FOLGEN von Aids. Indem man auch heute noch in einem kleinen Nebensatz Aids als todbringende Krankheit darstellt sorgt man definitiv nicht für einen aufgeklärten Umgang mit der Immunschwäche.
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#13 TheDadProfil
#14 ZeitfensterAnonym
  • 16.07.2013, 16:59h
  • Antwort auf #7 von Marek
  • Marek, was hast Du denn erwartet? Aufarbeitung aufgrund extrinsischer Motivation, weil jemand mit einem Preis winkt? Das konnte nur so halbherzig mit ein paar Worten des Bedauerns ablaufen. Und nun ist die Kritik nur noch eine klitzekleine "Empfindung tendenziöser Berichterstattung". So schnell konnte sich der SPIEGEL noch nie reinwaschen, er sollte dem Schwulen Netzwerk ewig dankbar sein. *lol*
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#15 HeinieAnonym
  • 16.07.2013, 17:07h
  • Antwort auf #10 von TheDad
  • "Der Spiegel hätte sich an das Hamburger Tropeninstitut wenden können..Dort wäre ihnen erklärt worden das es nicht sein kann das eine Virus-Erkrankung nur Schwule betrifft,"

    Und warum sind dann heute, 30 Jahre später, immer noch 80 % der Aidskranken schwule Männer?
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#16 FoXXXynessEhemaliges Profil
#17 TheDadProfil
  • 16.07.2013, 22:47hHannover
  • Antwort auf #15 von Heinie
  • 1. ist Deine Behauptung falsch, denn es sind nicht 80 % schwule Männer..

    Und 2. wären selbst dann die "nur" 20 % anderen Infizierten der ABSOLUTE Beweis dafür das es nicht nur Schwule betrifft..

    Über die "Verteilung" von Virus-Infektionen kann Mann sich informieren..

    Grippe betrifft auch immer zuerst ganz bestimmte Personengruppen..
    Und es sind immer Gruppen die über Netzwerke miteinander in Kontakt stehen..

    Alte Menschen in Pflegeheimen, Plegepersonal in Kliniken, Krankenhäusern und Pflegeheimen..
    Küchenpersonal in diesen Einrichtungen usw, usf..

    Das Küchenpersonal steckt zu Hause die Kinder an, die schleppen die Grippe in die Schule und den Kindergarten, die Kindergätnerin schleppt sie in die Mucki-Bude, und der Fitness-Trainer schleppt die Grippe in die Schwulen-Sauna..

    Unfaßbar was für einen Schwachsinn Mann hier lesen muß..
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#18 sperlingAnonym
#19 Johannes1989Profil
  • 17.07.2013, 15:15hBonn
  • Zum Update: diesen kritischen Geist hätte Herr Dams vielleicht besser in der Laudatio selbst zum Ausdruck kommen lassen ... man kann nicht erst softe Kritik an der eigentlichen Sache vorbei üben und sich dann beschweren dass beim kritisierten kein rechtes Einsehen in die eigene Problematik vorhanden ist - vielleicht sollte man da doch erfahrenere Persönlichkeiten ranlassen, wenn es um einen Kontrahenten wie den Spiegel geht ...
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#20 GeorgRAnonym
  • 17.07.2013, 16:40h
  • @Johannes1989 Kennst Du die Laudatio? Was hat er denn da geschrieben und auch auf der Bühne gesagt? Dams war deutlich und zwar sehr, das hätten sich viele nicht getraut! Eine Laudatio ist nicht nur negativ, er hat das Maximum an Kritik (wahrscheinlich so viel, wie es selten in einer Laudatio gab) eingebracht und Forderungen nach Entschuldigung, Aufarbeitung und Verständnis benannt. Ich wäre auf Deine Laudatio gespannt gewesen...
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#21 RalfAnonym
  • 18.07.2013, 11:31h
  • Nein, es wird nicht besser. Gerade eben erst hat der "Spiegel" wieder das Wort "Schwulenmilieu" benutzt und Homosexualität in die Nähe von Sex mit Kindern gerückt. Man ist dort unverbesserlich schwulenfeindlich eingestellt und hat dafür auch noch einen Preis bekommen. Ich frag mich: Wann wird Bushido die Kompassnadel kriegen?
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