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Bereits generelle Impfung für Jungen in einigen Ländern

HPV: Britische Forscher fordern Impfung für schwule Jugendliche

  • 18. Juli 2013 15 3 Min.

Durch Viren bedingte Feigwarzen sind ein nerviges und unschönes Problem. Ohne Behandlung kann die Infektion auch zu diversen Krebsarten führen. (Bild: Wiki Commons / Rrreeewww / CC-BY-SA-3.0)

Weil schwule Männer ein erhöhtes Risiko für Folgekrankheiten haben, sollten sie ebenso geimpft werden wie junge Mädchen, denen durch die Viren Gebärmutterhalskrebs droht.

Von Norbert Blech

Man kennt sie vor allem als Auslöser von Feigwarzen. Aber Humane Papillomaviren (HPV) können auch verschiedene Arten von Krebs auslösen. Britische Forscher fordern nun, schwule Jugendliche gezielt zu impfen.

Es handelt sich dabei weder um eine neue Bedrohung, eine zunehmende Verbreitung oder um eine neue Forderung. Vielmehr haben Mediziner von der Universität von Liverpool im Magazin "Sexually Transmitted Infections" einige Ergebnisse zusammengetragen, warum eine entsprechende Impfung angezeigt wäre.

In Deutschland und vielen anderen Ländern werden Mädchen vor der Pubertät gezielt gegen verschiedene Stämme von HPV geimpft: Die hauptsächlich sexuell übertragenen Viren können zu Gebärmutterhalskrebs führen. Jungen werden bislang nicht geimpft, dabei können auch sie Folgekrankheiten, darunter alle möglichen Warzen sowie Penis- und Analkarzinome, entwickeln und das Virus weitergeben.

Erhöhte Warscheinlichkeit von Analkrebs

Die Studie (hier kostenpflichtig verfügbar) zeigt gute Argumente für eine Impfung auf: So liegt die Wahrscheinlichkeit, eine durch HPV bedingte Krebsart, vor allem Analkrebs, zu bekommen, bei Schwulen rund 15 mal höher als bei heterosexuellen Männern. Auch liegt die Wahrscheinlichkeit für schwule Männer, Analkrebs zu entwickeln, erheblich höher als für Mädchen, Gebärmutterkrebs zu bekommen. Unter Schwulen treten die – seltenen – HPV-Krebsarten hauptsächlich bei HIV-Positiven auf – trotz antiretroviraler Therapie. Aber auch unter HIV-negativen Schwulen liegt die Analkrebsrate höher als unter heterosexuellen Männern.

Während ein in Australien 2007 für Mädchen begonnenes Impfprogramm auch zu einem Rückgang der HPV-Verbreitung unter heterosexuellen Jungs geführt hat – das Aufkommen von Genitalwarzen ging zurück – ließ sich ein solcher Effekt nicht unter Schwulen ausmachen. Der sogenannte "Herdenschutz" greift hier nicht für sie. Dabei behaupten Studien, dass sich die Verbreitung von Genitalwarzen und Analkrebs durch die Impfung auch unter homosexuellen Männern reduzieren lässt (es wird angenommen, dass sie ebenfalls HPV-bedingte Penis- und Halskarzinome verhindert, dazu gibt es aber keine Studien).

Dr. Mark D. Lawton empfiehlt daher eine Impfmöglichkeit für schwule Jungs in Sexual Health Clinics, wie es sie in Großbritannien gibt. In den mit den Gesundheitsämtern in Deutschland vergleichbaren Einrichtungen werden Jugendliche zu sexuell übertragbaren Krankheiten beraten und auf Wunsch getestet; auch eine kostenlose Hepatitis-B-Impfung ist dort möglich. Die Einrichtungen sind akzeptiert: 2010 besuchten sie 17.000 schwule Männer zwischen 16 und 26 Jahren.

Allgemeine Impfung für Jungen sinniger?

Auch die British Medical Association hat sich für die kosteneffektive Impfung ausgesprochen. In anderen Ländern, darunter Australien, hat man begonnen, Jungen zwischen zwölf und 13 Jahren allgemein zu impfen oder entsprechende Impfungen offiziell zu empfehlen. Der Grund für die frühe Impfung: Wer bereits infiziert ist, profitiert nicht mehr von ihr.

In Deutschland werden bisher nur Impfungen für Mädchen bis zum 17. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen, für sie gilt eine Impfempfehlung des Robert-Koch-Institutes. Eine entsprechende Impfung würde man auch bei Jungen für sinnvoll halten, sagt Armin Schafberger von der Deutschen Aids-Hilfe gegenüber queer.de.

"Die Daten aus Australien haben gezeigt, wie rasant die Ausbreitung von Feigwarzen reduziert wurde. Das allein ist schon ein wichtiger Erfolg", so Schafberger. Wenn dann noch die Zahl von Erkrankungen durch HPV-Krebsarten verringert werde, sei eine Impfung von Jungen vor der Pubertät sinnvoll. Man müsse auch an die Karzinome im Kopf- und Halsbereich denken, bei denen HPV eine Rolle spielt. In Kürze biete die Impfung zudem Schutz vor deutlich mehr Virenstämmen.

Die Deutsche Aids-Hilfe rät ansonsten zu Vorsorgeuntersuchungen und einer raschen Behandlung. Die DAH hat bereits 2011 einen ausführlichen Ratgeber (PDF) zum Thema "HPV-Infektion, Feigwarzen und Krebs" erstellt.

-w-

#1 TheDad
  • 18.07.2013, 13:48hHannover
  • Von Anfang an war die Idee nur Mädchen zu impfen ein Treppenwitz..

    Wie infizieren sich die Mädchen denn ?

    Jeder weiß doch das die ersten Beziehungen nur "auf Probe" laufen und meistens nach wenigen Wochen oder Monaten scheitern..

    Und auf geht´s zur nächsten..

    Wirklich Sinn macht diese Impfung nur wenn alle Jugendlichen geimpft werden, alles andere ist Blödsinn..
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#2 ollinaie
  • 18.07.2013, 13:56hSeligenstadt
  • Das Bild ist ja süß.

    Nach dem mir das mal 'richtig' in freier Wildbahn begegnet ist (armer Kerl) waren mir die 500 Ocken für die drei Injektionen nicht zu teuer!

    siehe

    images.google.com/?q=hpv+scrotum
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#3 ollinaie
  • 18.07.2013, 14:16hSeligenstadt
  • Antwort auf #1 von TheDad
  • Soweit ich weis ist das in CH übrigens nicht so.
    Aber warum in D?

    Pharmaindustrie + Patent = $$$.

    Die HPV-Impfung ist im vergleich zu anderen extrem überteuert.
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