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Seltsame Koalitionen

Elton John lobt Papst

  • 19. Juli 2013 61 2 Min.


Wie passt der britische Sänger mit Mann und Kind zusammen mit dem Religionsführer, der vor der "Homo-Lobby" warnt?
Bild: Ernst Vikne / flickr / cc by-sa 2.0


Sir Elton John ist ein Papst-Fan. Aber das beruht wohl nicht auf Gegenseitigkeit.

2006 hatte der britische Künstler in einem Interview noch gesagt, dass Religionen immer versuchten, "Hass gegen homosexuelle Menschen" zu erzeugen. Die Christianisierung würde Menschen zu "hasserfüllten Lemmingen" machen, so John weiter. Jetzt hat er aber Kreide gefressen: In der italienischen "Vanity Fair", die Papst Franziskus zum "Mann des Jahres" erklärte, wird der 66-Jährige in diesem Monat mit folgenden Worten zitiert:

Franziskus ist ein Wunder der Bescheidenheit im Zeitalter der Eitelkeit. Ich hoffe, er verbreitet seine Botschaft weiter an die am meisten marginalisierten Gruppen, zu den Gruppen, die am ehesten Liebe brauchen, zum Beispiel Homosexuelle. Dieser Papst scheint die Kirche zurückbringen zu wollen zu den Urwerten Christi. […] Wenn er Kindern, Frauen und Männern, die mit HIV und Aids leben […], seine Hand gibt, wird dieser Hoffnungsschimmer mehr Licht bringen als jede Fortschritt durch die Wissenschaft, weil es keine Medikamente für die Kraft der Liebe gibt.

Redet der "Rocket Man" wirklich über die Person, die gegen die "Homo-Lobby" in der Kirche hetzt? Redet er über die Person, die die Gleichstellung von Homosexuellen als "anthropologischen Rückschritt" bezeichnet? Redet er über die Person, die in Frankreich für das Ende der "Ehe für alle" wirbt? Immerhin hat ja Elton John erst vor wenigen Monaten seine Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass er in England in Kürze "richtig" heiraten kann (queer.de berichtete).

Die Entwicklung ist aber nichts Neues: Elton John hat sich schon vorher mit Menschen gemein gemacht, die Homosexuelle – sagen wir es zurückhaltend – generell für ein Problem halten. So gab er vor wenigen Jahren ein Konzert für den US-Radiokommentator Rush Limbaugh, der Homosexualität gerne mal mit Tier-Sex oder Pädophilie in Verbindung bringt. Aber immerhin ist dieser Einsatz zu erklären: Limbaugh hat dem Briten eine Million Dollar gezahlt, damit er auf seiner Hochzeit singt. Gibt es vielleicht bald ein prunkvolles Konzert im Vatikan? (dk)

-w-

#1 LorenEhemaliges Profil
  • 19.07.2013, 15:32h
  • Elton John hat seit ca. 10 Jahren keinen Song mehr veröffentlicht, der meinen Geschmack auch nur annähernd trifft. Selbiger heißt "It's getting dark in here" (2004). Ich frage mich nach seinen uninformierten Äußerungen, ob sich der Titel womöglich auf sein Oberstübchen bezieht. Die Zeiten des "Madman across the Water" scheinen endgültig vorbei zu sein.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 sperlingAnonym
  • 19.07.2013, 17:32h
  • >"Wenn er Kindern, Frauen und Männern, die mit HIV und Aids leben [], seine Hand gibt, wird dieser Hoffnungsschimmer mehr Licht bringen als jede Fortschritt durch die Wissenschaft, weil es keine Medikamente für die Kraft der Liebe gibt."

    so isses wohl, wenn man in einer hölle aus schlechter poesie lebt statt in der politischen realität.

    alle wissentlich hiv-positiven, die ich kenne, würden sich die hand eher abhacken als die bergoglios zu ergreifen.
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