https://queer.de/?19675
Kampagne gegen Homophobie
Fußballvereine: Von "Berliner Erklärung" nichts gewusst
- 20. Juli 2013 2 Min.

Zwei Fortuna-Fans im Stadion: In der neuen "Arbeitsgruppe Antidiskriminierung" will sich der Düsseldorfer Verein auch mit Homophobie auseinandersetzen (Bild: Jürgen Krämer / flickr / by-nd 2.0)
Peter Frymuth, Präsident des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf, hätte gerne zu den Erstunterzeichnern gehört, habe jedoch von der Kampagne gegen Homophobie erst aus der Presse erfahren.
Die "Berliner Erklärung" hat einen neuen Fußballclub als Unterstützer: Der Sportverein Fortuna Düsseldorf begrüßte in einer Pressemitteilung vom Freitag die neue Kampagne gegen Homophobie im Sport, die am vergangenen Mittwoch in der Hauptstadt vorgestellt worden war (queer.de berichtete).
Er unterstütze den Appell und wäre gerne einer der Erstunterzeichner gewesen, sagte Fortuna-Präsident Peter Frymuth. Er sei jedoch erst im Nachhinein von der Initiative gegen Homophobie informiert worden. Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung des Zweitligisten: "Die Fortuna hatte im Übrigen – wie viele andere Vereine der 1. und 2. Bundesliga – erst nach Veröffentlichung von der 'Berliner Erklärung' erfahren."
Nach einem Bericht von n-tv könne sich auch der Hamburger SV nicht an eine Anfrage erinnern: "Wer bei den Vereinen nachfragt, trifft auf Unwissenheit – und das große Schweigen", berichtet der Nachrichtensender auf seiner Homepage.
Verschwanden die Briefe der Hirschfeld-Stiftung in der "Ablage P"?
Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, von der die Initiative zur "Berliner Erklärung" ausgegangen war, erklärte hingegen, alle 36 Erst- und Zweitligavereine mit der Bitte zum Unterstützung für ihr Bildungsprojekt "Fußball für Vielfalt" angeschrieben zu haben. Eine positive Antwort habe man jedoch nur von den Präsidenten von Bayern München, Werder Bremen. Hannover '96, VfR Mannheim, Union Berlin und St. Pauli bekommen, so Stiftungs-Vorstand Jörg Litwinschuh. Außerdem gehört der Vizepräsident von Hertha BSC zu den Erstunterzeichnern der "Berliner Erklärung".
Fortuna Düsseldorf kündigte unterdessen an, die Aktivitäten gegen Homophobie zu verstärken: In Zukunft werde sich der Verein "regelmäßig mit Fanvertretern in der Arbeitsgruppe Antidiskriminierung austauschen und weitere Projekte entwickeln", heißt es in der Pressemitteilung vom Freitag. Die neue Arbeitsgruppe war beim Zweiten Lokalen Düsseldorfer Fankongress im vergangenen Monat ins Leben gerufen worden. (cw)














