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Reykjavik Pride
Der größte kleine CSD der Welt
- 22. Juli 2013 3 Min.

Bürgermeister Jón Gnarr beim Reykjavik Pride 2010, 2011 und 2012
Vom 6. bis 11. August 2013 lädt Islands Hauptstadt Reykjavik zum 15. "Hinsegin dagar" – dem vermutlich einzigen CSD, bei dem man auch Wale beobachten kann.
Welches Outfit wird Jón Gnarr wohl in diesem Jahr wählen? Reykjaviks heterosexueller Bürgermeister gilt als einer der größten Unterstützer der queeren Community; homophobe Menschen nannte er Arschlöcher, und wegen des Verbots von "Homopropaganda" in Russland will er die Städtepartnerschaft mit Moskau beenden.
Natürlich lässt sich der ehemalige Komiker und Gründer der Spaß- und Protestpartei "Besti flokkurinn" den Auftritt beim jährlichen CSD nicht nehmen. Im vergangen Jahr fuhr er als Pussy Riot mit roter Sturmhaube bei der Parade mit, 2010 und 2011 schmiss er sich in einen Fummel. Foto-Teller mit diesen Motiven gehen in Reykjaviks Souvenirläden noch immer weg wie warme Semmeln.
Fast die gesamte Insel ist auf den Beinen

Nordischer Engel beim Reykjavik Pride (Bild: Helgi Halldórsson / flickr / by-sa 2.0)
Das Geheimnis um das diesjährige CSD-Outfit des Bürgermeisters wird am 10. August gelöst. Zum 15. Mal findet dann in Reykjavik der "Hinsegin dagar" statt, wie der Gay Pride auf Isländisch genannt wird. Das Event hat sich gewaltig gemausert: Wurden 1999 nur 1.500 Teilnehmer gezählt, kommen mittlerweile fast 100.000 Besucher zum größten kleinen CSD der Welt, der gleichzeitig das größte isländische Festival ist. Das muss man sich mal vorstellen: Am zweiten August-Wochenende ist im wahrsten Sinn des Wortes fast die gesamte Insel auf den Beinen, die insgesamt ja nur 320.000 Einwohner hat.
Auch politisch gesehen,ist das kleine Land viel weiter als Deutschland: So wurde die Ehe auf Island bereits 2010 für Lesben und Schwule geöffnet – ohne eine einzige Gegenstimme im Parlament. Bis zum Mai 2013 war Island mit Jóhanna Sigurðardóttir das einzige Land der Welt mit einer offen lesbischen Regierungschefin.
Kostenloses Outdoor-Konzert mit Páll Óskar

Regenbogen-Elfe beim Reykjavik Pride (Bild: Helgi Halldórsson / flickr / by-sa 2.0)
Doch zurück zum CSD: Nach der Parade am Samstag findet traditionell ein kostenloses Outdoor-Konzert in der Altstadt statt, bei dem natürlich auch Islands schwuler Eurovision-Teilnehmer Páll Óskar nicht fehlen darf. Vom 6. bis 11. August 2013 stehen darüber hinaus Konzerte, Ausstellungen, ein schwul-lesbischer Stadtrundgang und ein gemeinsamer Ausflug für Regenbogenfamilien auf dem Programm. Selbst eine "Queer Cruise" zum CSD wird angeboten, bei der man Wale beobachten kann – das dürfte weltweit einmalig sein.
Die LGBT-Reiseagentur "Pink Iceland" bietet zudem besondere "Gay Pride Packages" an, mit denen man auch die einmalige Natur der toleranten Insel entdecken kann.
Was für einen Besuch Island gerade im Sommer spricht: Bei angenehmen Temperaturen ist es im August fast 24 Stunden am Tag hell. Dennoch ist das kleine, nördliche Land, das so weit abgelegen scheint, in Wirklichkeit nur dreieinhalb Flugstunden von Deutschland entfernt. (cw)
Für eine Reise nach Island empfehlen wir Icelandair. Die Fluggesellschaft unterstützt nicht nur seit vielen Jahren schwul-lesbische Events wie den Reykjavik Pride, sondern gilt mit ihrer strikten Antidiskriminierungspolitik als einer der LGBT-freundlichsten Gesellschaften der Branche. Islands internationaler Flughafen Keflavik wird aus Deutschland direkt von Hamburg, Frankfurt und München angeflogen. Am 1. Juni wurde auch eine Verbindung nach Zürich aufgenommen. Bei Flügen nach Nordamerika kann ein kostenloses Stopover auf Island eingelegt werden.
Links zum Thema:
» Homepage des Reykjavik Pride
» Fanpage auf Facebook
» Homepage von Icelandair
» Pride-Packages von Pink Iceland
Mehr zum Thema:
» Gay and gayfriendly Hotels buchen



















Das wären nach Adam Rise und Eva Zwerg umgerechnet für den CSD Berlin um die 25 Millionen Besucher.
Zutiefst beeindruckendes Volk. Víkingar.